bvse-Marktbericht Kunststoffe - März 2010

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Gemäß EUWID-Preisspiegel ist auch im Februar ein kräftiger Preisanstieg, und zwar um durchschnittlich 67 €/t für alle Standardkunststoffe zu melden. Der Durchschnittspreis über die zehn Standartkunststoffe beträgt im Februar 1161 €/t gegenüber 1094 €/t im Januar. Die Preiserhöhungen, die je nach Kunststoff sehr unterschiedlich ausfallen, reichen von 20 €/t bis 100 €/t. Im Einzelnen verteuern sich z.B. PE um 70-100 €/t und PP um 80-100 €/t. LDPE-Folie wird mit 1170-1200 €/t notiert, ebenso LLDPE-Folie, HDPE-Blasware mit 1130-1180 €/t, PP-Homopolymer mit 1130-1180 €/t und PVC-Folien/Kabel mit 1040-1090 €/t. Verpackungs-PET notiert im Mittel um 30 €/t höher als im Vormonat.

Die beiden Europa-Notierungen für PP und LLDPE der London Metal Exchange Börse (LME) haben sich im Preis angeglichen. So erhöhten sich die April-Notierungen gegenüber denen, die hierfür im Vormonat notiert wurden, bei PP um 45 US $/t. Die Notierungen von LLDPE verzeichneten einen Rückgang um 10 US $/t.

Im Februar-Preisspiegel in EUWID notieren die Technischen Kunststoffe fast durchweg höher! Die Preiserhöhungen reichen dabei von 50€/t bis 100 €/t. Die Notierungen lauten beispielsweise: PMMA glasklar 2200-2350 €/t, ABS w/s 1480-1600, PC glasklar 2250-2450 €/t, POM natur 1800-2000 €/t, PA 6 schwarz 1850-2100 €/t und PA 66 GF 2650-2850 €/t.

Und immer, immer noch wirken in Europa die Angebotsverknappungen. Die höhere Nachfrage im Februar und März führte dazu, dass Hersteller und Händler schon früh ausverkauft waren. Kunststoffimporte zum Ausgleich des Nachfrageüberhangs unterblieben. Weitere Preiserhöhungen werden auch bei den Technischen Kunststoffen prognostiziert. Zudem verteuerten sich auch die Vorprodukte. Die LME-Angaben weisen eine Preisstabilisierung im April und Mai aus. Die Experten sagen für den April, und damit für den Preisspiegel im März, noch weitere Preiserhöhungen voraus. Die Nachfrage bis Ostern wird von den Experten als weiterhin hoch eingeschätzt.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Das erste Quartal 2010 gestaltet sich für das Kunststoffrecycling erfreulich. Seit Januar besteht gute Nachfrage nach Altkunststoffen und Recyclaten. Die Nachfrageschübe aus dem Primärkunststoffmarkt treiben auch die Zweitmärkte voran. Daher finden hohe Qualitäten an Mahlgütern und Regranulaten guten Absatz. Im EUWID-Preisspiegel sind Preiserhöhungen bei bestimmten PE-Qualitäten sowie für PET zu melden, während PP, PS und PVC unverändert notieren. Allerdings wird diskutiert, ob eine erhöhte Produktionsnachfrage oder ob die Angebotsverknappungen bei der Primärware die Sekundärmärkte beflügelt. Auch die Exportnachfrage aus Fernost hat nach den chinesischen Feiertagen noch weiter zugenommen. Der nachgebende Dollarwechselkurs belebt die Exportnachfrage zusätzlich.


2.1 Preisspiegel EUWID

PE: Auch im Februar gibt es bei PE Preiserhöhungen, und zwar um 10 €/t bis 60 €/t. Die Preise für gute Folie hat sich um 40 €/t bis 50 €/t erhöht. Folien werden im Export verstärkt nachgefragt. Bei den PE-Produktionsabfällen notiert HDPE fast unverändert. LDPE zieht sowohl als Mahlgut wie auch als Folie im Preis um 40 €/t bis 50 €/t an. Die veränderten Notierungen lauten beispielsweise: HDPE natur 450-550 €/t, LDPE-Folie bunt (K49) und LDPE-Folie natur (K40) 350-490 €/t. Die veränderten Notierungen bei den PE post user lauten: LDPE-Schrumpfhaube bunt (E49) 220-280 €/t, LDPE-Agrarfolie s/w > 70 µm 40-60 €/t und PE-Gewerbemischfolie (80/20) 180-220 €/t.

PP: Keine notierten Preisveränderungen bei PP. Das PP folgt den Trends aus den PE-Märkten. Hochwertige PP-Mahlgüter und PP-Regranulate finden Ihren Absatz. Insbesondere Naturware ist gesucht.

PS: Stabile PS-Preise in EUWID. Die PS-Nachfrage ist gut. Die Primärmärkte treiben auch hier die Sekundärmärkte.

PVC: PVC notiert ebenfalls unverändert. Die Nachfrage im Baubereich ist wegen der diesmal sehr langen, witterungsbedingten Winterpause immer noch gering.

PET post user: Der PET-Markt wird von den Preiserhöhungen des Primärmaterials, durch ein knappes Angebot an gebrauchten Flaschen sowie eine hohe In- und Auslands-Nachfrage getrieben. Dem Aufkommen an Getränkeflaschen stehen große Verarbeitungskapazitäten in Deutschland und Europa gegenüber. Für die März-Notierungen werden weitere Preissteigerungen wahrscheinlich. Die EUWID -Preisnotierungen für gebrauchte PET-Einweg-Pfandflaschen lauten im Februar: PET-Klar 250-290 €/t und PET-Bunt 130-160 €/t. Das bedeutet für PET-Klar eine Erhöhung um 30 €/t und für PET-Bunt um 20-30 €/t.


2.2 Preisspiegel plasticker

Der Preisspiegel von plasticker zeigt im Februar für die Standardkunststoffe eine Preisstabilisierung an. Zwar überwiegen die Preiserhöhungen, die im Bereich von 10 €/t bis 30 €/t liegen, dennoch sind auch vier Preiskorrekturen im Bereich von - 10 €/t bis - 100 €/t zu melden. Ein erster Blick in die März-Notierungen ergibt eine weitere Preisstabilisierung. Für die Standardkunststoffe sind die beiden folgenden Preisveränderungen größer/kleiner 40 €/t von Februar 2010 gegenüber Januar 2010 zu melden: HDPE-Ballenware - 50 €/t und PS-Mahlgut +- 100 €/t.

Standardkunststoffe

Die Technischen Kunststoffe zeigen im Februar Preisstabilität bei den Mahlgütern und stark erhöhte Preise bei den Granulaten. Die Mahlgüter notieren um jeweils 20 €/t höher. Bie den Granulaten reichen die Erhöhungen von 190 €/t bis 530 €/t! Die plasticker-Preise zeigen für die Granulate der Technischen Kunststoffe Berg- und Talfahrten, die über die letzten 18 Monate hinweg andauern.

Technische Kunststoffe

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen

Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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