bvse-Marktbericht Kunststoffe - Februar 2009

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Der rapide Verfall der Preise im Primärmarkt für Standardkunststoffe verlangsamt sich. Die verschiedensten Maßnahmen zur Angebotsverknappung wie z.B. Produktionsstilllegungen, Verringern der Produktion sowie das Vorziehen von Wartungspausen greifen. Seit Ende Januar werden die Läger wieder aufgefüllt, wodurch ein Nachfrageschub entsteht. Es bleibt allerdings unklar, ob mit den Februar-Notierungen eine Seitwärtsbewegung also ein Zwischenhoch oder ob bereits das Basisniveau erreicht wurde. Das Basisniveau beruht auf dem Kunststoffverbrauch aus Verpackungen (33%), Elektronik (7 %), Haushaltwaren (3%) und Möbel (4%), der vor allem vom Privatkonsum getragen wird. Die Kunststoffhersteller versuchen Preiserhöhungen um 100 €/t für die Standardkunststoffe durchzusetzen.

Im EUWID-Preisspiegel beträgt der Januar-Durchschnittspreis über die zehn unten gelisteten Kunststoffe 810 €/t; er liegt damit um 51 €/t niedriger als im Vormonat. Der Preisspiegel für die Standardkunststoffe zeigt folgende Notierungen: LDPE-Folie 750-850 €/t, LLDPE-Folie 750-850 €/t, HDPE-Spritzguss 750-800 €/t, HDPE-Blasware 750-800 €/t, PS-glasklar 760-820 €/t, PS-schlagfest 820-890 €/t, PP-Homopolymer 750-850 €/t, PP-Copolymer 800-900 €/t, PVC-Rohrqualität 790-830 €/t, PVC-und Folien/Kabel 830-870 €/t. Die LDPE-Kunststoffe notieren unverändert zum Vormonat. PET: Im Februar notiert Verpackungs-PET bei 930-980 €/t und damit im Mittel um 70 €/t niedriger als im Vormonat. Bei PET besteht weltweit immer noch ein Überangebot.

Die Situation an der London Metal Exchange Börse (LME) hat sich etwas verbessert. Die hier angegebenen Preisnotierungen sind der Mittelwert aus den LME-Einkaufs- und Verkaufspreisen. In der KW 6 liegen die Februar-, März- und April-Einkaufspreise von PP bei 785 US $, 790 US $ und 790 US $ sowie die von LLDPE für März und April bei jeweils 760 US $. Damit erniedrigen sich die März-Notierungen gegenüber denen, die im Vormonat notiert wurden, bei PP um 10 US $/t und die von LLDPE um 30 US $/t. Dies kann als eine erste Preisstabilisierung PP und LLDPE gewertet werden. Einige Experten sehen das Ende des Preisverfalls bei den Standardkunststoffen als erreicht an.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Auch im Januar und Februar bestimmt die weltweite Finanzkrise das Kunststoffrecycling. Die Abwärtstendenz der Sekundärmärkte für Standardkunststoffe dauert an. Negativ ist, dass im Kunststoffbereich immer noch Insolvenzen gemeldet werden. Ebenfalls negativ sind die geringe Inlandsnachfrage sowie das deutlich eingeschränkte Marktgeschehen. Positiv ist, dass Handel und Makeln inzwischen wieder vermehrt an Bedeutung gewinnen. Der Warenwert der Recyclate lässt sich inzwischen deutlich sicherer bestimmen als in den Vormonaten. Auch die Fernostnachfrage nimmt wieder zu; hier werden wohl Läger aufgefüllt. Der Export nach China wird aber von Experten sehr unterschiedlich hinsichtlich seiner Dauer beurteilt. Insgesamt lässt dies auf ein Zwischenhoch schließen.


2.1 Preisspiegel EUWID

Der EUWID-Preisspiegel erweist sich auf den ersten Blick als uneinheitlich, da sich der Preisverfall bei den meisten Kunststoffen deutlich verlangsamt hat, manche Kunststoffe unverändert notieren und bei manchen sogar positive Preiskorrekturen festzustellen sind. Der Preisspiegel wird auf überwiegend geringem Handelsvolumen festgemacht.

Da sind nochmals deutliche Preisabschläge bei den PE-Produktionsabfällen, also den recht hochwertigen Mahlgütern, zu melden: HDPE bunt 300-500 €/t, HDPE natur 400-580 €/t, LDPE bunt 250-400 €/t, LDPE natur 400-500 €/t, LDPE Folie bunt (K49) 200-250 €/t, LDPE Folie natur (K40) 300-450 €/t. LDPE bunt gibt für untere Qualität um 150 €/t nach! Der hohe Preisverfall bei der LDPE-Folie relativiert sich, da die Dezember Notierung ausgefallen war. Die PE post user Ware notiert überwiegend fester, d.h. die Preise haben sich, mit Ausnahme von Agrarfolie und Hohlkörpern, die niedriger notieren, sowie mit Kastenware, die unverändert notiert, sogar erhöht. Dieser Effekt ist auf die Exportnachfrage aus Fernost zurückzuführen. Die Januar-Notierungen sind: LDPE-Schrumpfhauben natur (E40) 230-280 €/t, LDPE-Schrumpfhauben bunt (E49) 150-200 €/t, LDPE-Stretchfolie natur (E70) --- €/t, Folie transparent natur <70 mm 150-220 €/t, Folie transparent farbig <70 mm 10-80 €/t, LDPE-Agrarfolie natur <70 mm (B40) -30-0 €/t LDPE-Agrarfolie s/w >70 mm (B41) 0-20 €/t, Gewerbemischfolie (90/10) 80-150 €/t, Gewerbemischfolie (80/20) 40-90 €/t, HDPE-Hohlkörper bunt (C29) 0-80 €/t, HDPE-Kastenware farbsortiert 400-500 €/t und HDPE-Kastenware bunt 300-450 €/t.

PP: Die PP-Märkte stagnieren, sie sind durch schwache Nachfrage und geringen Absatz gekennzeichnet. Der Preisverfall hält an: Folie bunt (K59) 0-100 €/t, Folie natur (K50) 150-200 €/t, Homopolymer bunt 300-450 €/t, Homopolymer natur 400-500 €/t, Copolymer bunt 350-450 €/t, Copolymer natur 400-550 €/t, Spritzgussware --- €/t. Unverändert notieren Homopolymer natur und Copolymer bunt. Hier werden auch im nächsten Monat noch weiter nachgebende Preise erwartet.

PS: Die PS-Märkte erweisen sich im Januar als preisstabil: Standard bunt 400-500 €/t, Standard glasklar 400-500 €/t, Standard weiß 450-550 €/t, Schlagfest bunt 350-550 €/t, Schlagfest schwarz 350-550 €/t und Schlagfest weiß 450-600 €/t. Der Umsatz war aber auch hier rückläufig.

PVC-Produktionsabfälle: Ausgesetzt sind weiterhin die Notierungen für PVC-weich und PVC-hart transparent. Die sonstigen PVC-Notierungen lauten: Hart bunt 250-350 €/t und Rohrqualität bunt 250-350 €/t. Die PVC-Fensterware notiert unverändert: Fensterqualität weiß 620-660 €/t, Fensterqualität bunt 320-500 €/t und Fensterqualität Typware weiß 660-800 €/t. Immer noch erweist sich der PVC-Bereich als erstaunlich stabil; allerdings werden auch hier weitere Änderungen erwartet, da die Konjunktur im Baubereich rückläufig ist.

PET post user: Der Preisspiegel weist unveränderte PET-Notierungen aus, nämlich: PET Einweg natur 100-160 €/t und PET Einweg bunt 0-60 €/t. Allerdings kann der PET-Markt durch die beiden angegeben Notierungen nur unzureichend beschrieben werden. Die PET-Käufer bestimmen jetzt die Preise und zwar auch gegenüber den Handelsketten. Nur noch gute Ware findet entsprechende Preise.


2.2 Preisspiegel plasticker

Aus plasticker lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der alleinigen Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben ein deutlich anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel. Ein erster Blick in die Februar-Notierungen zeigt bei den Standardkunststoffen die Tendenz zu weiter nachgebenden Preisen um 10-50 €/t und somit in abgeschwächter Form. Demnach wird hier angenommen, dass noch nicht der Boden der Preisbildung erreicht ist und somit die Preisnotierungen in den nächsten Monaten weiter nachgeben werden.

Damit sind folgende Preisveränderungen größer/kleiner 40 €/t bei den Standardkunststoffen gegenüber Dezember zu melden: HDPE-Mahlgut -50 €/t, HDPE-Granulat -120 €/t, LDPE-Mahlgut -70 €/t, LDPE-Granulat -60 €/t, PP-Mahlgut -50 €/t, PP-Granulat -110 €/t sowie PET-Mahlgut -50 €/t. Bei den Technischen Kunststoffen sind folgende Veränderungen größer/kleiner 70 €/t gegenüber Dezember zu melden: PC-Mahlgut -100 €/t, PA 6-Granulat -200 €/t, sowie PA 6.6-Granulat -280 €/t.

Preisspiegel Standardkunststoffe Januar 2008, aus www.plasticker.de


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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