| 29.05.2012, 06:03 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Das Jahr 2011 ist für die Kunststoffrecycler weitgehend positiv verlaufen, so die Einschätzung von Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling im Vorfeld des 15. Internationalen Altkunststofftages 2012, der am 12./13. Juni in Bad Neuenahr stattfinden wird. Der Absatz von Recyclaten gewann weiter an Profil, auch wenn die Märkte für die Kunststoffaufbereiter und Kunststoffverwerter volatil blieben. Die Nachfrage nach Kunststoffen war zwar deutschlandweit gut, europaweit und weltweit blieb die Situation jedoch angespannt. Hochwertige Recyclate ergänzen Primärkunststoffe Recyclate waren in 2011 das ganze Jahr über national, europaweit und international gut nachgefragt. Der Markt war aufgrund der hohen Nachfrage gekennzeichnet von eingeschränkter Verfügbarkeit, hohen Vorproduktpreisen sowie hohen Rohstoff- und Energiekosten. Besonders gefragt waren demnach Recyclate aus Technischen Kunststoffen, die von Mai bis September 2011 Rekordpreise erzielten. Von April bis September 2011 mussten sehr hohe Einkaufspreise für Ballenware gezahlt werden, was sich nachteilig auf die Aufbereitung und Verwertung auswirkte. PET-Markt nach wie vor schwierig Den PET-Verarbeitungskapazitäten stehen jahreszeitlich stark schwankende Input-Mengen zur Verfügung. Darüber hinaus verschlechtern sich die Inputqualitäten immer wieder. Die verbreitete Praxis der Händler, Preise für PET-Flaschenabfälle künstlich hoch zu halten, indem erhebliche Mengen zu geringeren Preisen nach Fernost exportiert werden, machte den Recyclern in Europa das Leben schwer. Zudem könnten die hohen Inputpreise für die PET-Ballenware nur begrenzt den Preisen für Mahlgüter und Recyclate aufgeschlagen werden. Die Märkte für Kunststoffabfälle und Recyclate schwanken demnach stark. Hier komme es immer wieder zu Margenverlusten, weil steigende Einkaufspreise für Kunststoffabfälle bei gleichzeitig sinkenden Preisen für Recyclate nicht an die Kunststoffverarbeiter weitergegeben und geringere Einkaufspreise nicht realisiert werden können, beschreibt Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbands Kunststoffrecycling, die Situation. Verstärkte Aktivität der Dualen Systeme Das Erfassen und Sortieren von Kunststoffen aus Verpackungen sei auch 2011 wegen der umfassend und vertikal aufgestellten Dualen Systeme für den Mittelstand in Deutschland kaum noch attraktiv gewesen. Darüber hinaus würden sie Mengen aus dem benachbarten Ausland beziehen und diese in Deutschland aufbereiten lassen. Auch der Fernostexport von bestimmten Qualitäten erfolgte mittlerweise über Duale Systeme. Schon seit einiger Zeit setzten die Dualen Systeme dem Kunststoffrecycling sehr enge Grenzen, und würden damit den freien Markt beschneiden, Innovationen behindern und so vermehrt in das Kunststoffrecycling eingreifen, beobachten die Mitglieder des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling. „Diese Probleme haben sich im laufenden Jahr nicht nur fortgesetzt, sondern verstärkt, was zur Folge hat, dass die Qualitäten bei Mischkunststoffen, Folien und PP immer schlechter werden“, bedauert Textor. Er ruft die Marktbeteiligten deshalb auf, hier nachzusteuern und der hochwertigen Weiterverarbeitung nicht den Weg zu verbauen. Hier sieht der bvse-Fachverbandsvorsitzende insbesondere auch die Dualen Systeme in der Pflicht, denen es offensichtlich eher um Masse statt um Qualität ginge. Fernost verliert an Bedeutung Der europäische Binnenmarkt gewinnt demnach für das Kunststoffrecycling gegenüber den Fernostmärkten zunehmend an Bedeutung. Damit würden die europäischen Kunststoffmärkte immer unabhängiger vom Export nach Asien, wo inzwischen sehr selektiv nach Preis und Qualität geordert werde. Auch der hohe Euro-Dollar-Wechselkurs habe das Fernostgeschäft 2011 beeinträchtigt. Darüber hinaus seien chinesische Importbeschränkungen wirksam geworden. Steigende Nachfrage für gute Qualitäten Im Wirtschaftsjahr 2011 sei die Kunststofferfassungsmenge um vier Prozent gestiegen. Für 2012 prognostizieren die Mitglieder des bvse ein Wachstum um drei Prozent. Auch im ersten und zweiten Quartal 2012 konnte demnach eine gute Nachfrage nach Recyclaten festgestellt werden. Die seit 2010 vermehrt zu beobachtenden Insolvenzen von Kunststoffrecyclern seien beunruhigend, allerdings würden dem auch Neugründungen und Markteintritte gegenüber stehen. Für die Unternehmen der Branche werde es schwieriger, sich am Markt zu behaupten. „Klar ist aber auch: Gute Qualitäten finden immer ihren Absatz“, so das Fazit von Dirk Textor. Weitere Informationen: www.bvse.de |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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