| 06.02.2013, 06:03 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
|
![]() LIPA-Projekt GK Tool: Um das kombinierte Umformen und Hinterspritzen von Organoblechen für die Herstellung von Faserverbund-Leichtbauteilen mit thermoplastischer Matrix weiter zu entwickeln, haben die LIPA-Projektpartner eine speziell konzipierte, flexible Fertigungszelle errichtet - (Bild: Georg Kaufmann Tech Center AG, Busslingen/CH). Fexible Fertigungszelle Um die erforderlichen Rahmenbedingungen für grundlegende Untersuchungen, Testreihen und für Bauteilentwicklungen zur Verfügung zu stellen, hat die GK-Tech-Center AG gemeinsam mit den Kooperationspartnern ASE Industrieautomation GmbH, Näfels, Kistler Instrumente AG, Winterthur, Krelus AG, Oberentfelden, sowie der Quadrant Plastic Composites AG, Lenzburg, in Busslingen eine speziell konzipierte, flexible Fertigungszelle errichtet. Zur Kernausstattung der Fertigungszelle gehören neben einer Spritzgießmaschine mit größeren Aufspannplatten (1.920 x 1.980 mm) und einer Schließkraft von 4.200 kN, eine Infrarot-Heizstation (Heizfeld 1.500 x 1.250 mm) sowie ein 6-Achsroboter mit einem Traggewicht bis 90 kg. Abhängig vom jeweiligen Entwicklungsprojekt lässt sich die Fertigungszelle beliebig modifizieren und erweitern, beispielsweise durch bauteilspezifische Greifersysteme. Zur Ausstattung gehört ferner eine umfangreiche Sensorik für die Erfassung aller relevanten Prozessparameter. Branchenunabhängiges Leichtbau-Entwicklungszentrum Hintergrund für die Entscheidung, ein unabhängiges Leichtbau-Entwicklungszentrum einzurichten, sei die wachsende Nachfrage nach hochbelastbaren Leichtbauteilen mit thermoplastischer Matrix gewesen. Das potentielle Anwendungsspektrum wird als äußerst vielfältig beschrieben. Bedarf werde aus nahezu allen Anwenderbranchen gemeldet, allen voran Fahrzeugbau und Transportwesen sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie. Doch auch Hersteller von Haushalts- und Konsumgütern, Sportartikeln und aus dem Gesundheitswesen seien zunehmend interessiert. Als branchenunabhängige Einrichtung stehe das LIPA-Entwicklungszentrum daher interessierten Verarbeitern und Anwendern wie auch Materialherstellern für Versuche (auch mit eigenen Werkzeugen) sowie für Entwicklungsprojekte zur Verfügung. Leichtbauteile aus thermoplastischen Halbzeugen mit Gewebe- oder Gelegeverstärkungen aus Endlosfasern zeichnen sich durch ihre hohen mechanischen Festigkeiten und ihr gegenüber vergleichbaren Metallbauteilen bis zu 25% geringeres Gewicht aus. Infrage kommen dabei unterschiedliche Fasermaterialien. Verkürzt dargestellt sieht der Fertigungsablauf so aus, dass zunächst definiert vorgeheizte und deswegen weiche, instabile Gelege oder Gewebezuschnitte (Organobleche) exakt und reproduzierbar im Werkzeug zu positionieren und zu fixieren sind. In Verbindung mit dem Schließvorgang beginnt das Umformen, wobei es darauf ankomme, dass sich das heiße Organoblech seinerseits definiert und beschädigungsfrei verforme. Am Ende des Umformvorgangs ist das Werkzeug geschlossen und es beginnt ein regulärer Spritzgießprozess, um etwa Funktions- oder Verstärkungselemente anzuspritzen. Als problematisch wird bislang allerdings die fehlende Großserientauglichkeit des Fertigungsprozesses beschrieben. Bei der Verfahrenskombination von Umformen und Spritzgießen müssen die einzelnen Prozessschritte - in erster Linie Aufheizen, Handling, Umformen, Spritzgießen - exakt aufeinander abgestimmt sein. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei das Werkzeug sowie das Handlingsystem ein. Hier verweist Georg Kaufmann auf seine mehr als 20jährige Erfahrung beim Hinterspritzen und Hinterpressen von biegeschlaffen Materialien wie Textilien oder Folien. Optimale Schnittstellenabstimmung Im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften sollen nun branchenunabhängig Anwendungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung einer materialgerechten Bauteilauslegung untersucht werden. Im Zuge dessen geht es unter anderem darum, eine optimale Schnittstellenabstimmung zu entwickeln, mit der eine entsprechend umfassende Prozesskontrolle und Prozessdokumentation einhergeht. Letzteres sei besonders im Hinblick auf die Serienproduktion von Strukturbauteilen für den Fahrzeugbau von Bedeutung. Unter der Federführung der GK Tech-Center AG, die zugleich für Prozessentwicklung und Formenbau verantwortlich ist, sind am LIPA-Projekt aktuell Kooperationspartner aus den Bereichen IR-Strahlungstechnik (Krelus AG, Oberentfelden), Automation und Peripherie (ASE Industrieautomation GmbH, Näfels), Prozessüberwachung und Sensortechnologie (Kistler Instrumente AG, Winterthur) sowie Organoblech- und Materialentwicklung (Quadrant Plastic Composites AG, Lenzburg) beteiligt. Unterstützt wird das Projekt ferner von der Krauss Maffei Technologies GmbH, München, der Kuka Roboter GmbH, Augsburg, sowie für Berechnungen und Material- und Bauteiltests vom Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden. Weitere Informationen: www.lipa-series.com, www.ase-gmbh.ch, www.gktool.ch, www.kistler.com, www.krelus.ch, www.quadrantplastics.com |
Georg Kaufmann Tech-Center AG, Busslingen, Schweiz
» insgesamt 19 News über "Georg Kaufmann Tech-Center" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
Volkswagen: Fahrzeugdemontage in Zwickau gestartet – Kunststoffrecycling soll gestärkt werden
Playmobil: Ehemaliges Produktionswerk wird zum Rechenzentrums-Campus
BASF: Umsatz- und Ergebniszuwachs im dritten Quartal 2026 – Jahresprognose angehoben
Gume: Auftragseingang nach Generationswechsel um 30 Prozent gestiegen
Meist gelesen, 10 Tage
Playmobil: Ehemaliges Produktionswerk wird zum Rechenzentrums-Campus
BASF: Umsatz- und Ergebniszuwachs im dritten Quartal 2026 – Jahresprognose angehoben
Innonet Kunststoff: Gemeinschaftsstand bündelt technologische Kompetenzen
Vynova: Hohe Energiekosten führen zum Produktionsstopp in Tessenderlo
Gume: Auftragseingang nach Generationswechsel um 30 Prozent gestiegen
Hasco: "Streamrunner" reduziert Energiebedarf und ermöglicht kompaktere Spritzgießwerkzeuge
Meist gelesen, 30 Tage
Fakuma 2026: 1.547 Aussteller und 36.278 Fachbesucher
Syntech Plastics: Übernahme des Geschäftsbetriebs der VBI Plastics
Arburg: Partnerprojekt integriert individuelle Data-Matrix-Codes direkt in den Spritzgießprozess
Spectrix + voestalpine: Additive Formeinsätze verkürzen Zykluszeit um 28 Prozent
Fakuma 2026: Ersten Innovation Award in sechs Kategorien verliehen
Borouge: Kapazitätsausbau für mechanisch recycelte Polyolefine
Meist gelesen, 90 Tage
Erema: Gruppe bleibt trotz deutlichem Umsatzrückgang profitabel
Polymer-Gruppe: Großbrand zerstört Lagerhalle in Pferdsfeld
Dreher: Amis übernimmt insolventen Schneidmühlenhersteller
Krallmann: Übernahme der insolventen KLT Hummel Plastic
Billion: Strategische Partnerschaft mit Engel – Fokus künftig auf Service statt Neumaschinengeschäft
Neue und gebrauchte Maschinen & Anlagen finden Sie in der großen Maschinenbörse.
Kostenfreie Nutzung aller Börsen! Registrieren Sie sich jetzt!
| Simulationsgestützte Bestimmung und Optimierung der Mischgüte in der Einschneckenextrusion
|