| 21.03.2013, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Lkw-Stoßfänger werden immer häufiger aus Thermoplasten gefertigt. Aktuelles Beispiel sind die neuen Baureihen TGX, TGS, TGL und TGM von MAN. Ihre Stoßfänger sind nicht mehr – wie bei den Vorgängerfahrzeugen - einteilig aus Sheet Molding Compounds (SMC) aufgebaut. Vielmehr setzen sie sich modular und damit reparaturfreundlich aus mehreren Komponenten zusammen. Sie werden laut Lanxess unter anderem aus den Polyamid- und Polyester-Compounds Durethan und Pocan bestehen. Für die Thermoplaste spreche, dass sie gegenüber SMC größere Designfreiheit und eine höhere Oberflächenqualität bieten, außerdem einfacher zu lackieren und zäher seien. Zudem ergeben sie nacharbeitsfreie Teile. Hersteller der Stoßfänger für die Baureihen TGX und TGS ist MEI Liberec, eine Produktionsstätte der zum Zulieferer Magna gehörenden Gruppe Magna Exteriors and Interiors (MEI). Die Stoßfängersysteme für den TGL und TGM fertigt die Werkzeugbau Karl Krumpholz Kunststofftechnik mit Sitz in Redwitz.Die Scheinwerferträger aller vier Modellreihen bestehen aus dem mit 60 Prozent glasfaserverstärkten Polyamid 6 Durethan DP BKV 60 H2.0 EF. Die Träger nehmen die Scheinwerfer und Leuchtenbänder auf. Sie müssen nicht nur deren Gewicht tragen – im Falle des TGX und TGS pro Scheinwerfer zusammen rund 8,5 Kilogramm –, sondern auch hohe statische und dynamische Belastungen überstehen. Beispielsweise darf es unter starken dynamischen Beschleunigungen von bis zum Zehnfachen der Erdbeschleunigung nicht zum Bruch kommen, auch nicht in kritischen Temperaturbereichen. Auftritt mit hoher Festigkeit und Steifigkeit Der mit den Scheinwerferträgern verbundene, U-förmige Auftritt des TGX und TGS wird aus dem mit 20 Prozent Glasfasern verstärkten PET+PBT-Blend Pocan TS 3220 spritzgegossen. Das mit zahlreichen Verrippungen versehene Bauteil ist für eine statische Belastung von 2 Kilonewton ausgelegt, weil es als Aufstieg das Gewicht des Fahrers beim Reinigen der Windschutzscheibe tragen muss. Das Blend bringe dafür eine ausreichend hohe Biegesteifigkeit mit, so dass eine Stahlverstärkung überflüssig ist. Außerdem ergeben sich demnach optisch einwandfreie, UV- und witterungsbeständige Oberflächen, die bei Bedarf gut lackierbar sind. Der Auftritt für den TGL und TGM ist dagegen aus dem hochverstärkten Durethan DP BKV 60 H2.0 EF. Gefordert war ein sehr fester und steifer Werkstoff, der dynamisch hoch belastbar ist. Diese Fahrzeugreihen sind vermehrt auf Baustellen unterwegs. Der Auftritt ist teilweise von anderen Komponenten verdeckt und im sichtbaren Bereich mit einer Abdeckung aus Pocan C 1206 versehen. Diesen unverstärkten PET+PC-Blend zeichne gute Oberflächenqualität, UV- und Witterungsstabilität aus. Die Abdeckung könne daher unlackiert oder lackiert zum Einsatz kommen. Gute Oberfläche mit PET+PC-Blend Bei den Stoßfängern der Baureihen TGL und TGM bestehen das Mittelband und die Scheinwerferverkleidungen aus Pocan C 1206. Hier bewähre sich das Blendmaterial mit seiner geringen Schwindung, hohen Wärmeformbeständigkeit und guten Kälteschlagzähigkeit. Außerdem ergebe es maßhaltige Formteile. Durch die gute Oberflächenqualität, UV- und Witterungsstabilität können die Teile auch unlackiert verwendet werden. Die Seitenverkleidungen der Scheinwerferträger müssen für einen schnellen und einfachen Wechsel der Leuchtmittel leicht demontierbar sein. Eine einschalige Bauweise mit rückseitigen Rippen und Retainern hätte zu optisch störenden Markierungen auf den Sichtflächen geführt. Deshalb wurden die Verkleidungen doppelwandig ausgelegt und dazu durch Ultraschall-Schweißen mit einem Befestigungsrahmen aus Pocan C 1206 versehen. Dabei hätte sich die gute Schweißbarkeit des Blends bezahlt gemacht. Weitere Informationen: www.lanxess.com 36. Kongress „Kunststoffe im Automobilbau“, 13.-14. März 2013, Mannheim |
LANXESS AG, Leverkusen
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