| 22.06.2022, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Am Abend des 20. Juni hat Das Erste die Reportage „Die Recyclinglüge“ ausgestrahlt, die der Frage nachgeht, welche Verwertungswege Verpackungsabfälle aus Kunststoff nehmen. Dabei werden Rechercheergebnisse zu illegalen Mülldeponien, Aktivitäten der Müllmafia, Anstrengungen zur Säuberung von Meeren und Stränden in asiatischen Ländern aber auch vermutliche illegale Geschäftsgebaren in Europa dokumentiert. Während die investigativen Recherchen eindringlich den weltweiten Handlungsbedarf gegen Abfalleinträge in die Umwelt zeigen, lässt die Conclusio der Redakteure und damit die Botschaft an das deutsche Fernsehpublikum die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen rat- und fassungslos zurück. Das Recycling von Kunststoffen sei per se eine Lüge und nicht möglich, das Sammeln und Sortieren damit hinfällig. Einzig der Verzicht auf Plastik sei die Lösung. Desweiteren kommentiert der IK: „Als Verband der Kunststoffverarbeitenden haben wir überlegt, ob und wie wir auf die aus unserer Sicht fehlenden Fakten zur Lage in Deutschland und Europa und die ebenso einseitige Betrachtung von Plastik als Abfall reagieren. Wir könnten über Abfall als Wertstoff sprechen, über zunehmenden Rezyklateinsatz oder steigende Recyclingquoten, weniger CO2, eine deutlich steigende Nachfrage nach Recyclingmaterial – und das nicht nur wegen der hohen Ölpreise – , über veränderte Verpackungsgestaltung für einfacheres Recycling, über eine Transformation der Industrie, über Mehrweg und den Verzicht auf unnötige Produkte und auch über das selbstkritische Eingestehen von Fehlern sowie die großen Probleme in der Welt vor allem wegen fehlender Abfallinfrastrukturen. Aber wir setzen aus. Wir kommunizieren seit Jahren genau das. Heute sind wir einfach mal nur enttäuscht von einer Reportage, die ihren Zuschauern trotz leicht auffindbarer Gegenbeispiele sagt, dass Recycling nicht funktioniert und nie funktionieren wird. Dass die Anstrengungen der Industrie allesamt Greenwashing seien und keinerlei Fortschritte erzielt wurden. Dass Kunststoff keinen Beitrag zum Klimaschutz leiste und es uns ohne dieses Material viel besser ginge. So einseitig, so pauschal. Wir kennen unsere Schwachstellen und wir arbeiten daran, diese zu beheben. Wir wissen aber auch, dass wir zum Schaffen von Stoffströmen überzeugte Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen. Diese sind durch die Reportage jedoch verunsichert worden. Als Reaktion auf den Film werden sie vermutlich nicht weniger Verpackungen nutzen, diese aber mit voller Überzeugung in den Restmüll und damit in die Verbrennung geben. Damit leistet Das Erste der Kreislaufwirtschaft einen Bärendienst.“ Weitere Informationen: kunststoffverpackungen.de |
IK - Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., Bad Homburg
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