| 24.03.2026, 10:49 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die Verschärfung geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und die Beeinträchtigung eines zentralen Knotenpunkts des globalen Energiehandels haben spürbare Auswirkungen auf die internationalen Energie- und Rohstoffmärkte. In der Folge steigen die Preise für Öl und Gas, zugleich nimmt die Volatilität an den Rohstoffmärkten zu. Diese Entwicklung belastet die europäische Polymer- und Kunststoffwertschöpfungskette unmittelbar. Nach Branchenangaben sind in Europa mehr als 50.000 Unternehmen in der Kunststoffverarbeitung tätig. Sie beschäftigen über 1,6 Millionen Menschen und erzielen einen Jahresumsatz von mehr als 300 Mrd. Euro. Vor diesem Hintergrund melden Verarbeiter eine akute Belastungslage. Als zentrale Probleme werden kurzfristige Preissteigerungen bei Kunststoffrohstoffen, eine instabile Versorgungssituation, steigende Energie- und Logistikkosten sowie eine deutlich erschwerte Produktionsplanung genannt. Die aktuelle Entwicklung trifft die gesamte Kunststoff-Wertschöpfungskette in einer Phase, die bereits von strukturellen Herausforderungen geprägt ist. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen geraten zunehmend unter Druck. Gleichzeitig befindet sich die Branche in einem Transformationsprozess hin zu einer Kreislaufwirtschaft. Dieser erfordert in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionen in Anlagen, Prozesse und technologische Modernisierung entlang der gesamten Lieferkette. Nach Einschätzung des europäischen Branchenverbands EuPC ist die Lage von einer außergewöhnlich hohen Unsicherheit geprägt. Benoit Hennaut, Präsident von EuPC, erklärte, dass Preissteigerungen infolge der starken Schwankungen bei Rohstoff- und Energiekosten entlang der gesamten Kunststoff-Wertschöpfungskette weitergegeben werden müssten. Viele Unternehmen arbeiten nach Angaben der Branche bereits unter erheblichem Margendruck. Zugleich tragen sie ein wachsendes finanzielles Risiko, um die Versorgung mit wichtigen Materialien für strategisch relevante Einsatzbereiche sicherzustellen. Sollte der Kostenanstieg bei Polymeren und Energie anhalten, könnten europäische Kunststoffverarbeiter gezwungen sein, einzelne Produktionen zu drosseln oder zeitweise einzustellen. Auswirkungen wären insbesondere in solchen Bereichen relevant, die auf eine kontinuierliche Versorgung mit Kunststoffprodukten angewiesen sind. Dazu zählen unter anderem das Gesundheitswesen, die Verpackungsindustrie, der Automobilsektor, das Bauwesen sowie Anwendungen im Bereich der Energieerzeugung. Sollte sich die Lage weiter verschärfen und die Verarbeiter die steigenden Rohstoffkosten weiterhin weitgehend selbst tragen müssen, sieht die Branche das Risiko, dass einzelne Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit nicht fortführen können. Vor diesem Hintergrund fordert die Branche politische Maßnahmen zur Stabilisierung der Lage. Genannt werden insbesondere Schritte zur Begrenzung der Energiepreise in Europa, wie sie im EU-Rat am 19. März 2026 erörtert wurden, sowie verstärkte diplomatische Bemühungen zur Entschärfung der energiepolitischen Krise im Nahen Osten. Weitere Informationen: www.plasticsconverters.eu |
European Plastics Converters (EuPC), Brüssel, Belgien
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