| 24.07.2026, 10:29 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Der ungarische Hersteller Kurucsai Plastic hat seine Folienproduktion schrittweise von Polypropylen auf Polyethylenterephthalat umgestellt. Seit Anfang 2025 betreibt das Unternehmen eine MRS-Extrusionslinie von Gneuss zur Herstellung von PET-Folien für tiefgezogene Lebensmittelverpackungen. Mit der Investition sollen unterschiedliche PET-Rohstoffe flexibler verarbeitet, der Energiebedarf der Folienproduktion gesenkt und der Einsatz lebensmitteltauglicher Rezyklate vorbereitet werden. Kurucsai Plastic ging aus einem landwirtschaftlichen Betrieb hervor, der Tiefziehverpackungen zunächst für die Vermarktung eigener Erzeugnisse produzierte. Inzwischen beliefert das Unternehmen auch Kunden aus der Lebensmittelindustrie. Parallel zum Ausbau der Thermoformkapazitäten wurde die Folienproduktion zunehmend auf PET umgestellt. Ausschlaggebend waren unter anderem die steigenden Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen sowie an den Rezyklateinsatz im Rahmen der europäischen Kreislaufwirtschaft. Mit der Verarbeitung verschiedener PET-Rohstoffe verfolgt das Unternehmen zugleich das Ziel, die Abhängigkeit von einzelnen Materialquellen zu verringern. Neben Neuware sollen auch Bottle Flakes und internes Produktionsrezyklat eingesetzt werden können. Dadurch kann Kurucsai Plastic flexibler auf unterschiedliche Verfügbarkeiten und Preisentwicklungen am Rohstoffmarkt reagieren. Eine wesentliche Herausforderung bei der PET-Verarbeitung ist die Feuchtigkeitsaufnahme des Materials. PET ist hygroskopisch und nimmt Wasser aus der Umgebungsluft auf. In konventionellen Extrusionsverfahren ist deshalb in der Regel eine vorgeschaltete Trocknung erforderlich. Verbleibende Feuchtigkeit kann während der Verarbeitung zu einem Abbau der Polymerketten führen und damit die mechanischen und optischen Eigenschaften der Folie beeinträchtigen. Besonders bei Recyclingmaterialien ist eine kontrollierte Aufbereitung daher von Bedeutung. Kurucsai Plastic suchte aus diesem Grund nach einer Extrusionslösung, die unterschiedliche PET-Ausgangsmaterialien ohne separate Vortrocknung verarbeiten kann. Gleichzeitig sollte der Energieverbrauch gegenüber einem konventionellen Prozess mit Trocknung reduziert werden. Eingesetzt wird ein Extruder des Typs MRS 110 mit einer maximalen Durchsatzleistung von 600 Kilogramm PET pro Stunde. Das Multi Rotation System, kurz MRS, basiert auf einer Hauptschnecke mit mehreren umlaufenden Satellitenschnecken. Durch diese Anordnung wird die Oberfläche der Polymerschmelze vergrößert. Unter Vakuum können Feuchtigkeit, flüchtige Bestandteile und weitere Verunreinigungen aus der Schmelze entfernt werden. Die intensive Entgasung ermöglicht die Verarbeitung von PET ohne vorgeschaltete Trocknungsanlage. Nach Angaben des Anlagenherstellers ist der eingesetzte Prozess von der US-amerikanischen Food and Drug Administration für die Verarbeitung von recyceltem PET zu Materialien mit Lebensmittelkontakt zugelassen. Für den kundenspezifischen Prozess wurde zudem eine Bewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit beantragt. Mit einer Entscheidung wird im Verlauf des Jahres 2026 gerechnet. Eine entsprechende Zulassung würde den Einsatz des aufbereiteten Recyclingmaterials für Lebensmittelverpackungen in weiteren Märkten erleichtern. Die verschiedenen Materialströme werden über eine gravimetrische Dosieranlage zusammengeführt. Dadurch lassen sich Neuware, externes Recyclingmaterial und internes Produktionsrezyklat in definierten Anteilen kombinieren. Die Schmelzefiltration übernimmt ein kontinuierlich arbeitender RSFgenius-Siebwechsler. Er entfernt feste Verunreinigungen, ohne dass der Extrusionsprozess für einen Siebwechsel unterbrochen werden muss. Nach der Extrusion wird die PET-Folie direkt den Thermoformanlagen zugeführt. Durch dieses Inline-Verfahren entfallen zusätzliche Prozessschritte für die Zwischenlagerung und erneute Erwärmung der Folie. Die bei der Extrusion eingebrachte Wärme kann teilweise für die anschließende Formgebung genutzt werden. Seit der Inbetriebnahme Anfang 2025 wird die Anlage im regulären Produktionsbetrieb eingesetzt. Der Verzicht auf eine separate Materialvortrocknung und die direkte Weiterverarbeitung der Folie reduzieren den apparativen Aufwand und den Energiebedarf des Gesamtprozesses. Gleichzeitig erweitert die Anlage das Spektrum der verarbeitbaren Ausgangsmaterialien. Kurucsai Plastic verfügt damit über die technischen Voraussetzungen, den Anteil von Recycling-PET in seinen Lebensmittelverpackungen schrittweise anzupassen. Die Kombination aus Entgasung, Schmelzefiltration, gravimetrischer Dosierung und Inline-Thermoformen soll eine gleichbleibende Folienqualität auch bei wechselnden Materialzusammensetzungen ermöglichen. Weitere Informationen: gneuss-mc.com, www.gneuss.com, kurucsaiplastic.hu |
Gneuss Kunststofftechnik GmbH + Gneuss MC GmbH & Co. KG, Bad Oeynhausen
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