| 25.02.2008 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Der Kunststoffverarbeiter Heibl (Heibl Kunststofftechnik GmbH&Co.KG, www.heibl-kunststoff.de) in Röslau ist in Insolvenz. Davon betroffen sind die 30 Beschäftigte, die zuletzt noch bei der Firma angestellt waren. Besonders bemerkenswert: Die Insolvenz wurde von der Belegschaft angemeldet. Damit wollen die Beschäftigten, ihre seit Monaten ausstehenden Löhne sichern. Dies bestätigte Helmut Streit von der Gewerkschaft IG BCE, die die Interessen der Belegschaft vertritt. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Gerald Bittner von der Hofer Kanzlei Schneiderbanger eingesetzt. Die Kanzlei teilte gestern gegenüber der Frankenpost lediglich mit, dass der Geschäftsbetrieb bis auf Weiteres aufrecht erhalten werde. Erste Gespräche mit potenziellen Investoren seien bereits geführt worden. Gerüchte über das bevorstehende Ende von Heibl waren bereits seit Wochen umgegangen. Der schleppende Auftragseingang hatte dazu geführt, dass das Unternehmen gegenüber seinen Beschäftigten erhebliche Gehaltsrückstünde vor sich herschob. Alleingesellschafterin Ilse Heibl hatte allerdings immer darauf geachtet, dass nie die Grenze von drei Monaten überschritten wird, was die Belegschaft zum Stellen des Insolvenzantrages berechtigt hätte. Die Überraschung der Beschäftigten war groß, als sie am 19. Januar ein Schreiben erhielten, wonach die Firma schon zum 1. Januar dieses Jahres an eine "eMBe Kunststofftechnik GmbH & Co. KG" mit Sitz in Leipzig verkauft worden sei. Im gleichen Schreiben versicherte Heibl als "Liquiditätspatronin", dass den Beschäftigten der ausstehende Lohn für den Dezember 2007 "alsbald" zufließen werde. Dieses Versprechen, so die IG BCE, wurde allerdings nicht eingehalten. Für die Lohnrückstände kommt jetzt das gesetzliche Insolvenzgeld auf. Umso befremdeter waren Belegschaft, Betriebsrat und Gewerkschaft, als sie feststellten, dass die übernehmende Firma völlig unbekannt war. So sei die "eMBe Kunststofftechnik" nicht im Leipziger Handelsregister eingetragen gewesen. Der neue Geschäftsführer, der Bankkaufmann Michael Beisegel ist vor allem durch zwei andere Pleiten bekannt. Er war Geschäftsführer zweier Firmen in Berlin, die 1995 und 2002 in Konkurs gingen. Obwohl Beisegel in Röslau versicherte, Heibl fortführen zu wollen, hatte die Belegschaft von Beginn an den Verdacht, dass die Rolle Beisegels es vor allem sein könnte, die Maschinen des Unternehmens zu verwerten. Dazu kann es nun allerdings nicht mehr kommen. Nach dem Einleiten des vorläufigen Insolvenzverfahrens wurde Beisegel sofort seiner Funktion als Geschäftsführer enthoben. Da der Verkauf der Firma noch nicht rechtswirksam geworden war, ist nun Ilse Heibl wieder Beteiligte des Insolvenzverfahrens. Sie war gestern nicht erreichbar. Bei dem Röslauer Unternehmen handelt es sich um die ehemalige Sparte Spritzguss des Selbitzer Heibl-Werks. Dort wurden jahrzehntelang Telefon-Geräte für die Post hergestellt. Von hier war beispielsweise das erste Telefon mit Display der damaligen Bundespost gekommen. Nach dem Fall des Monopols auf dem Telekommunikationsmarkt war die Firma in enorme Schwierigkeiten geraten. In Selbitz war schon Mitte der 90er Jahre Schluss. In Röslau konzentrierte sich Heibl danach auf die Produktion von Kunststoffteilen, unter anderem für die Automobilindustrie. Beobachtern zufolge steckte die Firma allerdings schon seit drei Jahren massiv in Schwierigkeiten. Eine rentable Produktion, so Inhaberin Ilse Heibl in ihrem Schreiben, sei aufgrund weggebrochener Aufträge nicht mehr möglich. Schon seit längerem habe sie in beträchtlichem Ausmaß Privatmittel zugeschossen, um das Unternehmen zu erhalten. Quelle: Online-Ausgabe der "Frankenpost", 22.2.2008, www.frankenpost.de, Frankenpost Verlag GmbH, Hof |
Heibl Kunststofftechnik GmbH & CO.KG, Röslau
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