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04.11.2026, 06:08 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2025: Rückläufige Kunst­stoff­ver­arbeit­ung – Steigende mechanische Recyclingquote

Die Kunststoffverarbeitung in Deutschland ist zwischen 2023 und 2025 um 4,9 Prozent auf 12,22 Mio. Tonnen zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die mechanische Recyclingquote für Kunststoffabfälle, während das Wachstum beim Einsatz von Rezyklaten aus Endverbraucherabfällen deutlich nachließ. Das geht aus der am 3. November 2026 veröffentlichten Studie "Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2025" hervor. Die Conversio Market & Strategy GmbH erstellte die Untersuchung im Auftrag der BKV GmbH auf Grundlage einer Befragung von mehr als 2.000 Unternehmen entlang der Kunststoff-Wertschöpfungskette.

Produktion und Verbrauch rückläufig
Die Produktion fossilbasierter Kunststoffe sank gegenüber 2023 von 8,82 auf 8,64 Mio. Tonnen. Die in Deutschland verarbeitete Kunststoffmenge verringerte sich von 12,85 auf 12,22 Mio. Tonnen, der inländische Kunststoffverbrauch von 11,25 auf 10,93 Mio. Tonnen. Das Aufkommen an Post-Consumer-Kunststoffabfällen ging erstmals seit Beginn der Erhebung zurück, und zwar von 5,58 auf 5,52 Mio. Tonnen.

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Etwa 8 Mio. Tonnen und damit rund zwei Drittel der verarbeiteten Kunststoffe entfielen 2025 auf langlebige Anwendungen. Dazu gehören Produkte für den Fahrzeug- und Maschinenbau, Elektrogeräte, Bauprodukte sowie Haushalts- und Sportartikel. Rund 4 Mio. Tonnen wurden in kurzlebigeren Anwendungen eingesetzt, insbesondere in Verpackungen und einzelnen Agrarprodukten.

Recyclingquote steigt, Rezyklatwachstum schwächt sich ab
Insgesamt wurden 2025 rund 5,8 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle erfasst. Davon wurden etwa 2,29 Mio. Tonnen mechanisch recycelt. Die mechanische Recyclingquote stieg damit von 37,9 Prozent im Jahr 2023 auf 39,5 Prozent. Die gesamte Produktion von Rezyklaten aus Post-Consumer- und Post-Industrial-Abfällen erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 2,01 auf 2,05 Mio. Tonnen. Davon entfielen 2025 rund 1,72 Mio. Tonnen auf Post-Consumer-Rezyklate und etwa 330.000 Tonnen auf Post-Industrial-Rezyklate. Letztere lagen 2023 noch bei rund 370.000 Tonnen.

Der Einsatz von Post-Consumer-Rezyklaten in der Kunststoffverarbeitung stieg von 1,54 auf 1,66 Mio. Tonnen. Ihr Anteil an der gesamten Verarbeitungsmenge erhöhte sich von 12,0 auf 13,6 Prozent. Zwischen 2021 und 2023 hatte die eingesetzte Menge noch um mehr als 21 Prozent zugenommen, zwischen 2023 und 2025 dagegen um knapp 8 Prozent. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate verringerte sich damit von rund 10 auf weniger als 4 Prozent. Der gesamte nicht-fossile Anteil der Kunststoffverarbeitung, einschließlich Rezyklaten und wiederverwendeten Nebenprodukten, stieg von 18,9 auf 20,4 Prozent. Die Produktion biobasierter Kunststoffe erreichte rund 160.000 Tonnen.

Technische Kunststoffkreisläufe im Fokus
Die Studie weist für Produktion und Verarbeitung rund 723.000 Tonnen Kunststoffabfälle und Nebenprodukte aus; dies entspricht etwa 6 Prozent der Verarbeitungsmenge. Der Branchenverband TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e. V. verweist auf die Möglichkeiten, solche industriellen Stoffströme erneut für technische Bauteile einzusetzen. Aufgrund längerer Produktlebenszyklen sowie unterschiedlicher Anforderungen an Materialeigenschaften und Sicherheit fordert der Verband auf Anwendungsbereiche abgestimmte Kreislaufvorgaben und die Berücksichtigung von Post-Industrial-Rezyklaten bei gesetzlichen Mindesteinsatzquoten.

PlasticsEurope Deutschland e. V. sieht im Rezyklatmarkt einen zunehmenden Preisdruck durch günstigere Importe sowie hohe Energie-, Produktions- und Verwaltungskosten am Standort Deutschland. Nach Einschätzung des Verbands erschwert dies die Auslastung heimischer Recyclinganlagen und Investitionen in zusätzliche Kapazitäten. TecPart fordert ebenfalls geringere regulatorische Belastungen und Energiekosten und spricht sich gegen eine gesonderte Kunststoffverpackungssteuer aus. Die regulatorischen Positionen sind Einschätzungen der Verbände und keine eigenständigen Ergebnisse der Stoffstromerhebung.

Veröffentlichung und Bezug
Die alle zwei Jahre durchgeführte Stoffstromanalyse umfasst Daten zu Produktion, Verarbeitung, Verbrauch, Abfallaufkommen, Verwertung und Rezyklateinsatz. Die 40-seitige Kurzfassung der aktuellen Ausgabe findet sich im Anhang dieser Meldung. Die 126-seitige Langfassung wird als PDF für 800 Euro zuzüglich Umsatzsteuer angeboten.

Dateianhang zur Meldung:
» 261103_Stoffstrombild_2025_Kurzfassung (pdf, 1653 kB)

Weitere Informationen:
www.bkv-gmbh.de, www.conversio-gmbh.com, www.tecpart.de, plasticseurope.org/de

BKV GmbH, Frankfurt am Main

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