Fachartikel vom 19.08.2003

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Recycling Langglasfaser-verstärkter Bauteile

Ökonomisch und ökologisch sinnvoll

Dipl.-Chem. Ulrike Steigemann, WIPAG Süd GmbH

Durch eine speziell für Langglasfaser verstärktes Polypropylen entwickelte Technologie der Verbundtrennung werden werkstoffliche Kreisläufe geschlossen. Dem Teilehersteller erwachsen daraus deutliche Kostenvorteile. Die Einsparung der Entsorgungskosten ist verbunden mit einer Reduktion der Rohstoffkosten, denn in der Regel sind die Rezyklate kostengünstiger als Neuware.

Die Verwendung von Stoffverbunden (zwei- oder dreischichtig) im Automobil hat in den letzten Jahren stark zugenommen, wobei der Anteil an Langglasfaser verstärktem Polypropylen als Trägerkunststoff – verwendet als Stäbchengranulat oder direkt compoundiert aus PP und Endlosrovings – in Teilen wie Instrumententafeln oder Hybridbauteilen wächst. Das Recycling sortenreiner sauberer Kunststoffabfälle ist heute ein weitgehend gelöstes Problem. Solche Abfälle werden in Schneidmühlen zerkleinert in großen Losen homogenisiert und getrocknet, schmelzefeinfiltriert und bei Bedarf mit Additiven compoundiert. Das dabei gewonnene Regranulat liegt in seinen technischen Eigenschaften nahe bei der Neuware, mitunter werden durch das Eincompoundieren von Zusatzstoffen auch bessere Werte als bei Neuware erreicht.
Nur wenige Kunststoffteile im Fahrzeuginnenraum werden heute jedoch noch ohne nachfolgendes oder herstellungsintegriertes Oberflächen-Finish hergestellt. Die Verfahren reichen von Lackierung mit Softlack über Kaschierung mit Folien oder Textilien - oft mit einer Schaum-Zwischenschicht -, Hinterspritzen, Hinterpressen oder Hinterblasen von Textilien oder Folien bis zu Verschäumen von Folie und Haut mit dicken PUR-Schaumlagen zu Drei-Schicht-Verbunden. Die tragenden Kunststoffteile hierbei sind in der Regel Thermoplaste, welche meist mit Glasfasern verstärkt sind. PP-LGF als Trägerwerkstoff erfreut sich hoher Zuwachsraten. Bei der Herstellung von Fahrzeuginnenraumteilen wie Instrumententafeln fallen systematisch Stanzabfälle an, welche dreischichtig aufgebaut sind. Seit Jahren bereitet man diese Produktionsabfälle wieder auf, wobei – nach der mechanischen Trennung in die einzelnen Fraktionen Träger, Schaum und Haut - der thermoplastische Träger als Mahlgut oder Regranulat/Recompound wieder in die Originalanwendung, das heißt Produktion von Schalttafelträgern, zurück geführt wird. Somit sind hier werkstoffliche Kreisläufe aufgebaut, welche ökologisch und ökonomisch arbeiten. Setzt man als Trägerwerkstoff langglasfaserverstärkte Thermoplaste ein, ist die Länge der Glasfasern durch den Herstellprozess schon vorgeschädigt. Die Aufbereitung muss deshalb möglichst Faser schonend erfolgen. Folglich ist eine Vermahlung oder Regranulierung nicht sinnvoll. Des Weiteren besteht das Problem, dass bei der Zerkleinerung von Verbunden mit Trägern aus langglasfaserverstärktem PP an den Bruchkanten Glasfasern überstehen, welche die Rieselfähigkeit des Schüttgutes beeinträchtigen und zu vermehrter Staubbildung führen. Die Anforderungen an das Rezyklat sind zudem abhängig von der bei der Herstellung des Trägerteiles verwendeten Technologie.


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