Fachartikel vom 08.05.2009

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Ganz großes zu ganz kleinem

Jörg Töpfer, WEIMA Maschinenbau GmbH

Die Graf Plastics GmbH betreibt am Standort Teningen (Bild 1) die Produktion ihrer großvolumigen Carat-Erdtanks (Bild 2) für die Regenwasser-Nutzung. Während der Produktion der bis zu 6.500 Litern großen Behälter fällt Ausschuss an, der mit einem Einwellenzerkleinerer vom Typ WLK 30 Super-Jumbo der WEIMA Maschinenbau GmbH, Ilsfeld, in einer Stufe zu Mahlgut zerkleinert wird.

Bild 1: Graf-Standort Teningen

Regenwassernutzung zunehmend wirtschaftlicher

Die Nutzung von Regenwasser fürs WC, die Waschmaschine oder die Gartenbewässerung kann helfen, sowohl wertvolles Trinkwasser als auch teuere Abwassergebühren einzusparen. Bei stetig steigenden Kosten hat das hier in den letzten Jahren zu einer weltweit extrem ansteigenden Nachfrage nach Behältern zum Sammeln und Speichern von Regenwasser geführt - unabhängig davon, ob ober- oder unterirdisch eingebaut. In das Gesamtsystem installierte Filter erlauben eine 100%tige Wasserausbeute. Ein Haushalt kann auf diese Weise bis zu 50 Prozent des Trinkwasserbedarfes einsparen.

Kunststoff mit deutlichen Vorteilen gegenüber Beton

Bild 2: Carat-Tank mit begehbarem Teleskop-Domschacht

Im Vergleich zu Betontanks lassen sich Tanks aus Kunststoff mit bis zu ca. 6.500 Litern Fassungsvermögen aufgrund ihres wesentlich geringeren Gewichts ohne Kran einbauen - entsprechende Handlingkosten entfallen. In Form von Halbschalen produziert, für den weiteren Transport logistisch günstig auf Paletten gestapelt, können die Tanks dann auch kostengünstig exportiert werden, wobei die Endmontage vor Ort erfolgt.

Graf Plastics hat im Oktober 2006 eine der größten weltweit in Betrieb befindlichen Zweiplatten-Spritzgießmaschinen mit einer Schließkraft von 5.500 t in Betrieb genommen, die in einem Schuss bis zu ca.150 kg Material verarbeiten kann. Mit dieser Maschine werden Tankhälften gespritzt, die mittels Kunststoffschweißen miteinander verschweißt eine statisch optimierte Tankform bilden. Die erzeugten Tanks (Bild 2) sind daher dauerhaft dicht und konstruktiv so gestaltet, dass sie vollständig im Erdreich verbaut werden können.

Glatte Tankinnenflächen verhindern Schmutzablagerungen, ermöglichen somit eine hohe Wasserqualität und zudem eine leichte Tankreinigung. Die angebotenen Tanks sind äußerst langlebig und können nach Gebrauch recycelt werden.

Zentrale Vermahlung zur Sicherung einer optimalen Qualität

Bild 3: Einwellenzerkleinerer WLK 30 Super-Jumbo

Das Unternehmen gewährt auf seine Tanks 25 Jahre Garantie. Möglich wird das durch optimierte Produktionsprozesse und ein umfassendes Qualitätsmanagement, wodurch eine konstant hohe Produktqualität gewährleistet werden kann. Jeder einzelne Tank wird im Hinblick auf Maßhaltigkeit, Wandstärken und Gewicht überprüft. Die den hohen Qualitätsansprüchen nicht entsprechenden Produkte werden ausgeschleust und einer zentralen Aufbereitung zugeführt.

In einem von der übrigen Produktion abgetrennten Hallenabschnitt werden die Behälter so gesammelt und dem hier installierten Einwellenzerkleinerer vom Typ WLK 30 Super-Jumbo (Bild 3) bedarfsspezifisch zugeführt.

Aufgabenspezifische Auslegung der Zerkleinerungsmaschine

Die Maschine ist mit einem oberhalb des Maschinengehäuses angebrachten, vollständig zu verschließendem Trichter ausgestattet. An einer Seite ermöglichen zwei aufklappbare Türen die Öffnung und damit den Zugang zum Rotor. Die Materialzufuhr von ganzen Tanks bzw. mehreren Halbschalen erfolgt über diese Öffnung mittels Gabelstapler. Aus Sicherheitsgründen läuft die Maschine nur, wenn die Türen und damit der Trichterzugang vollständig verschlossen sind. Das nun im gegenüber der konventionellen Ausführung verlängerten Schneidraum befindliche Material wird über einen horizontal im Maschinenraum angeordneten, erhöhten und lastabhängig gesteuerten Schieber gegen den ebenfalls horizontal angeordneten Rotor gedrückt und dort zwischen Rotor- und Statormesser zerkleinert. Der Schieber ist zur optimalen Erfassung des in der Regel großvolumigen Materials mit einer Zackenplatten (Bild 4) ausgestattet und wird über den segmentierten Maschinenboden geführt, wodurch eine optimale Schieberführung gewährleistet wird.

Bild 5: Mahlgut mit einer Korngröße von ca. 8-10 mm

Bild 4: Zackenplatten am horizontal angeordneten Schieber

Eine seitlich, oberhalb des Schiebers angeordnete, hydraulisch angetriebene Niederdruckeinrichtung drückt das Material zusätzlich vertikal von oben nach unten, wodurch ein Tanzen der sehr sperrigen Tanks auf dem Rotor verhindert wird. Das zerkleinerte Material wird durch ein unterhalb des Rotors angebrachtes Sieb mit einer Sieblochung von 10 mm ausgetragen. Es wird ein staubarmes Mahlgut mit einer Korngröße von ca. 8-10 mm (Bild 5) erzielt.

Schnelle Reinigung und einfache Wartung

Bild 6: Profilierter V-Rotor mit mehrfach wendbaren Schneidwendekronen mit einer Kantenlänge von 60 mm x 60 mm

Der auf einem schwingungsdämpfenden Fundament aufgebaute Einwellenzerkleinerer ist mit einem aus dem Vollen gefertigten, profilierten und universell einsetzbaren V-Rotor (Bild 6) mit einer Rotorlänge von 3.000 mm und einem Rotordurchmesser von 600 mm ausgestattet. Die Antriebsleistung der ca. 36 t schweren Maschine beträgt 2 x 90 kW. Das Sieb wird von einem hydraulisch schwenkbaren Siebkorb gehalten, wodurch ein rascher Zugang zum Rotor und damit eine schnelle und vollständige Reinigung der Maschine ermöglicht wird, die insbesondere bei Materialwechsel durchgeführt wird.

Die Kantenlänge der mehrfach wendbaren Schneidwendekronen beträgt 60 mm x 60 mm. Ein Messerwechsel erfolgt bei steigendem Staubanteil bzw. wenn der Durchsatz merklich sinkt.

Die Größe der Zerkleinerungsmaschine wird bestimmt durch die Größe der zu zerkleinernden Behälter. Der erzielbare Durchsatz ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Die Fertigung der Erdtanks erfolgt rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr im 3-Schicht-Betrieb, wobei die Aufbereitungskapazität natürlich nur zu einem Bruchteil ausgelastet ist.

Zitat Gerd Berkenkamp, Werksleiter:

"Die WEIMA Maschinenbau GmbH hat ein überzeugendes Konzept bei einem akzeptablem Preis-/Leistungsverhältnis vorgelegt. Ein wichtiges Kriterium war darüber hinaus eine vertretbare Lieferzeit. Die geographische Nähe der beiden Unternehmen ermöglicht ein schnelles Eingreifen im Servicefall."

Über Graf Plastics

Die Graf Plastics GmbH produziert seit über 45 Jahren hochwertige Kunststofferzeugnisse. Ursprünglich wurden vor allem Kunststoffprodukte für den Weinanbau produziert. Aber auch Komposter und Kunststoffbehälter für die Industrie haben ein kontinuierliches Wachstum ermöglicht. Bereits 1974 entwickelte das Unternehmen erstmals Produkte für die Regenwasser-Nutzung und gilt hier heute als einer der weltweit größten Produzenten. Graf beschäftigt zur Zeit an den beiden Standorten Teningen (Baden) und Dachstein (Elsass) rund 250 Mitarbeiter.


WEIMA Maschinenbau GmbH

Bustadt 6-10
74360 Ilsfeld, Deutschland

Tel.:   +49 (0) 7062 9570-0
Fax:   +49 (0) 7062 9570-92

Internet: weima.com


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