| 13.08.2007 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
|
|
Projekt erforscht Spritzgießen von kostengünstigen Schaltungsträgern für die Elektronik Die Obermichelbacher Gassmann Kunststofftechnik GmbH (www.gassmann.de) plant ein Projekt zur Erforschung elektronenstrahlenvernetzter thermoplastischer Kunststoffe für flexible Schaltungsträger, sogenannte Moulded Interconnect Devices (MID). Mit einem innovativen Ansatz soll das Aufschmelzen des Kunststoffs beim Bestücken elektronischer Bauteile oder bei der Anwendung verhindert werden. Das auf Sonderverfahren der Kunststoffverarbeitung spezialisierte Unternehmen sieht in den vernetzten thermoplastischen Polymeren eine kostengünstige Alternative zu teureren Hochleistungsthermoplasten, wie sie bisher bei Elektronikanwendungen üblich sind. Als wissenschaftlicher Partner im Projekt fungiert der Lehrstuhl für Kunststofftechnik (LKT) der Universität Erlangen-Nürnberg. Ziel der Entwicklung, so Gassmann Geschäftsführer Andreas Munkert, ist die kostengünstige Herstellung möglichst leistungsfähiger Schaltungsträgerfolien. Der Fokus des Forschungsvorhabens liegt auf den Prozessketten und -fenstern für die Herstellung flexibler Schaltungsträger und Bauteile sowie deren elektromagnetischer Verträglichkeit (EMV). Erforscht werden soll, wie sich strahlenvernetzte Kunststofffolien umformen lassen und inwiefern sich die Haftung der Metallisierung durch die Vernetzung verändert. Die für die Anwendung relevanten Prozesse entlang der Wertschöpfungskette sind die Auswahl eines geeigneten thermoplastischen Polymerwerkstoffs, die Folienherstellung und -metallisierung über Heißprägen oder das Physical-Vapour-Deposition-Verfahren, aber auch die Formgebung der Folie durch Thermoformen, das Umspritzen der Folie mit mechatronischen Kunststoffkomponenten sowie die Bauelementmontage auf der fertigen Schaltungsträgerfolie (Bild). Das Forschungsvorhaben hat nicht zuletzt auch wirtschaftliche Hintergründe. Eine für die Forschungsvereinigung 3-D MID e.V. durchgeführte Studie aus dem Jahr 2006 ermittelte für die nächsten Jahre Zuwachsraten von bis zu 60 % beim Einsatz von MID-Techniken. Denn flexible Schaltungsträger mit integrierten elektronischen Bauteilen können heute zwar platzsparend konstruiert und mechanisch robust gebaut werden, aber die Anforderungen an die Bauteile sind hoch und werden bislang ausschließlich von teueren Kunststoffen wie Polyimid erfüllt. Kostengünstigere Polymere besitzen für bleifreie Lötprozesse um 250 °C, wie sie bei der Bestückung von Schaltungsträgern üblich sind, eine zu geringe Wärmeformbeständigkeit. Mit Einreichung des Projektantrages an das Bayerische Staatsministerium nimmt Gassmann am Programm „Neue Werkstoffe in Bayern“ teil. Die Werkstoffentwicklung soll das große Potenzial strahlenvernetzter thermoplastischer Polymere erschließen und eine kostengünstige Alternative zur Herstellung von Elektronikanwendungen bieten. Das Anwendungspotenzial für die Gassmann Kunststofftechnik GmbH ist groß, die Verwertungsperspektiven positiv, so Geschäftsführer Munkert. In einem Zeitraum von ca. 5 Jahren soll das neu entwickelte Verfahren insbesondere in den Geschäftsfeldern Automotive sowie Professional und Consumer Electronics einen Umsatzanteil von ca. 30 % einnehmen. Die Umsetzung der Forschungsergebnisse erfolgt am Standort Obermichelbach und stärkt damit den mittelfränkischen Stammsitz der Unternehmensgruppe Gassmann. Bild: Relevante Prozesskette zur Herstellung von MIDs *möglicher Zeitpunkt der Elektronenbestrahlung |
Gassmann Kunststofftechnik GmbH, Obermichelbach
» insgesamt 3 News über "Gassmann" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
Grässlin: Mechanisch recycelte Polyolefine als Alternative zu Neuware
Mold-Masters: Neue Heißkanal- und Mehrkomponentenlösungen
ARA: Investitionen von 100 Mio. Euro in Ausbau des Kunststoffrecyclings in Österreich
Walter Kunststoffe: Österreichischer Recycler und Compoundeur mit Mio.-Invest
hapego plastics: Rezyklat-Compounds mit Freigabe für Anwendungen im Fahrzeuginnenraum
MoldTecs: Automobilzulieferer beantragt Sanierung in Eigenverwaltung
Meist gelesen, 10 Tage
ARA: Investitionen von 100 Mio. Euro in Ausbau des Kunststoffrecyclings in Österreich
Walter Kunststoffe: Österreichischer Recycler und Compoundeur mit Mio.-Invest
MoldTecs: Automobilzulieferer beantragt Sanierung in Eigenverwaltung
hapego plastics: Rezyklat-Compounds mit Freigabe für Anwendungen im Fahrzeuginnenraum
Renolit: Detailplanung für Standortzusammenlegung in Worms beginnt
Plastics Europe: Europäische Kunststoff-Kreislaufwirtschaft verliert deutlich an Dynamik
Meist gelesen, 30 Tage
Vynova Wilhelmshaven: Westlake Vinnolit plant Übernahme
LyondellBasell: Verkauf von Olefin/Polyolefin-Anlagen in Europa abgeschlossen
HydroDyn: Fortführung des Geschäftsbetriebes nach Sanierung unter neuer Eigentümerstruktur
Norma Group: Großauftrag für Leitungssysteme in Premiumfahrzeugen
Meist gelesen, 90 Tage
Domo: Leunaer Werk durch Übernahme gesichert - Künftige Firmierung unter Leuna-Polyamid GmbH
Plastic Manufacturing Group: Investor übernimmt Standorte Diepersdorf und Lüdenscheid
BASF: Neuen Verbundstandort in Zhanjiang offiziell in Betrieb genommen
ASS Maschinenbau: Dr. Andreas Külschbach neuer Geschäftsführer
KraussMaffei Extrusion: Recyclinglösungen für mechanische und chemische Verfahren
Evosys: Vertriebspartnerschaft mit Schaeffler für Medizintechniklösungen im Osten der USA
Dann veräußern Sie diese kostenlos
in der Rohstoffbörse.
| IKT: Lehrbuch „Kunststofftechnik – Einführung und Grundlagen“ in neuer Auflage
|