| 01.10.2007 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Gute Zahlen für Kunststoffverarbeiter / Erheblicher Fachkräftemangel / Proske: Kunststoffe tragen maßgeblich zu Ressourcenschonung bei Am 20. September 2007 fand in Nürnberg die erste ordentliche Delegiertenversammlung des Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV, www.gkv.de) seit seiner Umwandlung in einen Verband der Verbände statt. GKV-Präsident Dr. Reinhard Proske präsentierte den Delegierten der drei Trägerverbände – IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (www.kunststoffverpackungen.de), Pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff (www.pro-kunststoff.de) und TecPart Verband Technische Kunststoff-Produkte (www.gkv.de/tt) – gute Kennzahlen für das 1. Halbjahr 2007. Der Umsatz in der Kunststoff verarbeitenden Industrie lag im Jahr 2006 bei 49,3 Mrd. € und konnte im 1. Halbjahr 2007 um 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Gründe dafür sind neben der wieder erstarkten Binnenkonjunktur die weiterhin dynamische Entwicklung des Außenhandels, in dem in den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres ein Umsatzplus von 11,2 Prozent erwirtschaftet werden konnte. Der Exportanteil der Branche, der 2006 rund 36 Prozent betrug, wird damit voraussichtlich noch weiter ausgebaut werden können. Die leichte Eintrübung der Konjunktur hat sich allerdings in einigen Teilbranchen bereits bemerkbar gemacht: So ist im Bausektor das zweite Quartal 2007 deutlich schlechter als das erste ausgefallen. Die Kunststoff verarbeitende Industrie war 2006 Arbeitgeber für 276.000 Menschen. Trotz einer Steigerung der Beschäftigtenzahlen von 3,1 Prozent im ersten Halbjahr 2007 auf jetzt 285.000 leidet der Wirtschaftszweig nach wie vor unter erheblichem Fachkräftemangel. Im zurückliegenden Jahr konnten dank der umfangreichen GKV-Ausbildungsinitiative 4,2 Prozent mehr Auszubildende eingestellt werden, dennoch blieben 800 Ausbildungsplätze unbesetzt. Vor diesem Hintergrund begrüßt der GKV die von der Bundesregierung angekündigte Qualifizierungsoffensive. Angesichts der aktuellen Klimaschutzdebatte hob Dr. Proske den Beitrag der Kunststoffindustrie zum Klimaschutz hervor. Die von der Politik jetzt massiv eingeforderten Maßnahmen zur Ressourcenschonung wie Wärmedämmung im Baubereich oder Gewichtseinsparungen im Automobilsektor seien ohne den Einsatz von Kunststofferzeugnissen undenkbar. Die Verbandsvertreter kritisierten die im Rahmen der Unternehmenssteuerreform geplante Funktionsverlagerungssteuer. Diese sieht vor, dass Unternehmen ab 2008 dann, wenn sie Funktionen ins Ausland verlagern, die dort zu erwartenden Gewinne in Deutschland versteuern müssen. Eine solche Abgabe führe zu Doppelbesteuerungen und hindere deutsche Unternehmen daran, ihr hier gewonnenes Wissen und Know-how gewinnbringend im Ausland zu nutzen. Hauptgeschäftsführer Michael Rathje berichtete über die neue Struktur des GKV, der jetzt als Verband der Verbände die gemeinsamen Interessen aller Kunststoffverarbeiter mit einer Stimme vertritt. Er hob gleichzeitig das arbeitsteilige Prinzip hervor, nach dem die Geschäftsführer der Mitgliedsverbände auch zentrale Aufgaben im Dachverband übernehmen. So könne das Wissen und die Kompetenz aus den Trägerverbänden auch für die branchenübergreifende Arbeit des GKV genutzt werden. Darüber hinaus ermögliche die neue Struktur eine konzentriertere Einflussnahme auf europäischer Ebene über die aus den nationalen Verarbeiterverbänden bestehende Interessenvertretung European Plastics Converters (EuPC) in Brüssel. Das Ansehen von Kunststoffen konnte sich auch in diesem Jahr weiter verbessern. Nach aktuellen Imageumfragen beurteilen 85 Prozent der Bevölkerung Kunststoffe als überwiegend positiv, vor 15 Jahren waren es nur 60 Prozent. |
Gesamtverband kunststoffverarbeitende Industrie e.V., Frankfurt am Main
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