| 12.06.2026, 12:24 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die italienische Kunststoffrecyclingbranche befindet sich nach Angaben des Branchenverbands Assorimap weiterhin in einer strukturellen Krise. Der Umsatz der Unternehmen des mechanischen Kunststoffrecyclings sank 2025 im dritten Jahr in Folge auf 685 Millionen Euro und lag damit 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig stiegen die verarbeiteten Mengen leicht um zwei Prozent auf 850.000 Tonnen. Wie aus dem von Plastic Consult für Assorimap erstellten Jahresbericht hervorgeht, belasteten insbesondere im zweiten Halbjahr 2025 stark gefallene Preise für Rezyklate sowie hohe Betriebskosten die Branche. Die Preise für Recyclingkunststoffe erreichten demnach den niedrigsten Stand seit zehn Jahren, während die Energiekosten im Dezember 2025 auf 135 Euro pro Megawattstunde stiegen und damit mehr als 40 Prozent über dem Niveau von 2021 lagen. Die Gewinnmargen vieler Unternehmen seien dadurch nahezu vollständig aufgezehrt worden. Nach Angaben von Assorimap-Präsident Walter Regis können sich vor allem Unternehmen behaupten, die neben dem Recycling weitere Geschäftsfelder wie Sammlung, Sortierung oder andere Dienstleistungen betreiben. Das mechanische Recycling sei jedoch ein zentraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft und trage zugleich zur Verringerung der italienischen Belastungen aus der europäischen Kunststoffabgabe bei. Eine Ausnahme innerhalb des insgesamt rückläufigen Marktes bildet Rezyklat aus PET. Das Segment erreichte erstmals ein Aufkommen von mehr als 228.000 Tonnen und erzielte mit 272 Millionen Euro den höchsten Umsatz aller recycelten Kunststoffarten. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 8,8 Prozent. Nach Einschätzung von Plastic Consult wird diese Entwicklung vor allem durch die europäische Einwegkunststoffrichtlinie (SUP) gestützt, die für Getränkeflaschen verbindliche Rezyklatanteile vorsieht. Für andere Kunststoffarten wie flexible und starre Polyethylen-Anwendungen gelten vergleichbare Vorgaben erst ab 2030. Branchenvertreter sehen sich daher weiterhin einem starken Wettbewerbsdruck durch importierte Materialien ausgesetzt, die als Recyclingkunststoffe vermarktet werden, preislich jedoch auf dem Niveau von Neuware liegen. Der Sektor umfasst laut Bericht rund 350 Unternehmen, darunter Sammel- und Sortierbetriebe, mehr als 240 Hersteller von Sekundärrohstoffen sowie 88 spezialisierte Anlagen für die Aufbereitung von Post-Consumer-Kunststoffabfällen. Assorimap fordert von der italienischen Politik zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung des Marktes. Dazu zählen spezifische Zolltarifcodes zur besseren Kontrolle von Recyclingmaterialien, die Wiederaufnahme des nationalen Krisengremiums für die Recyclingwirtschaft sowie verbindliche Branchenvereinbarungen zur Abnahme von Rezyklaten. Als weitere Instrumente nennt der Verband die Einführung von CO₂-Gutschriften für Recyclingkunststoffe und verbindliche Mindestquoten für den Einsatz von Rezyklaten in Produkten und Verpackungen. Weitere Informationen: www.assorimap.it |
Assorimap, Rom, Italien
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