| 12.10.2026, 09:51 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Der niederländische Chemietechnologieanbieter Avantium N.V. hat die Ausgliederung seiner "Parana"-Technologie in die neu gegründete Parana Materials B.V. abgeschlossen. Die Gesellschaft mit Sitz auf dem Brightlands Chemelot Campus in Geleen, Niederlande, entwickelt und vermarktet biobasierte Polyester für Verpackungen, Konsumgüter und technische Anwendungen. Avantium bleibt als Minderheitsgesellschafter beteiligt und richtet seine Investitionen stärker auf die Herstellung von 2,5-Furandicarbonsäure (FDCA) und Polyethylenfuranoat (PEF) aus. Die bestehende FDCA- und PEF-Technologie einschließlich der Marke "releaf" verbleibt vollständig bei Avantium. Portfolio für biobasierte Hochleistungspolyester Zum ausgegliederten Portfolio gehören die Polyester "PISOX", "PISA", "PEIT" und "PEIF". Ihre Herstellung soll mit kommerziell verfügbaren Monomeren wie Isosorbid, Bernstein- und Oxalsäure sowie biobasiertem Monoethylenglykol (Bio-MEG) und unter Nutzung vorhandener Industrieanlagen möglich sein. Das Technologiekonzept umfasst neben der Synthese auch die Verarbeitung und das Recycling der Polymere. Die auf Oxalsäure basierenden "PISOX"-Polyester sollen nach Unternehmensangaben unter marinen Bedingungen abbaubar sein und das Potenzial für eine negative CO₂-Bilanz besitzen. Prüfbedingungen und quantitative Ergebnisse nennt Avantium hierzu nicht. Bei "PISA", "PEIT" und "PEIF" stehen mechanische und thermische Materialeigenschaften in Verbindung mit biobasierten Rohstoffanteilen im Vordergrund. Als Einsatzbereiche werden Verpackungen, Konsumgüter und Spezialanwendungen genannt. Übertragung von Personal, Schutzrechten und Pilottechnik Mit der Transaktion wurden geistiges Eigentum, technisches Know-how, Entwicklungsprojekte und ein zugehöriges Team auf Parana Materials übertragen. Avantium behält eine Minderheitsbeteiligung. Die Beteiligungshöhe und finanzielle Transaktionsbedingungen wurden nicht veröffentlicht. Parana Materials übernimmt außerdem den Betrieb der bisherigen Polymerisationspilotanlage von Avantium im Rahmen eines Mietvertrags. Die Anlage bleibt im Eigentum von Avantium und soll für Entwicklungsarbeiten, die Skalierung neuer Materialien, Kundenversuche und die Lohnfertigung für Dritte eingesetzt werden. Avantium kann die Polymerisationskapazitäten weiterhin für seine FDCA- und PEF-Aktivitäten nutzen. Mit dem neuen Betriebsmodell verbindet das Unternehmen eine Verringerung seiner laufenden Kosten. Leitung und Finanzierung Die Leitung von Parana Materials übernimmt Willem-Jan Meijer, der zuvor Führungsaufgaben in der Strategieentwicklung, Lizenzierung und Vermarktung nachhaltiger Technologien wahrgenommen hat. Gert-Jan Gruter, Entwickler der "Parana"-Technologie und bisheriger Technologievorstand von Avantium, wechselt als Chief Technology Officer zu dem neuen Unternehmen und gehört zu dessen Gründern. An der Finanzierung beteiligen sich die Gründer und der niederländische Regionalentwicklungsfonds LIOF Participatiefonds. Hinzu kommen Förderzusagen aus dem Just Transition Fund (JTF) und dem Programm Demonstration Energy and Climate Innovation (DEI+). Die Höhe der Beteiligungen und Fördermittel wurde nicht angegeben. Die Mittel sollen die Weiterentwicklung, industrielle Skalierung und kommerzielle Erprobung der Polyestertechnologien unterstützen. Weitere Informationen: www.avantium.com, www.paranamaterials.com, liof.nl |
Avantium, Amsterdam, Niederlande
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