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14.10.2026, 06:02 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

Fakuma 2026: Ersten Innovation Award in sechs Kategorien verliehen

Im Rahmen der 30. Fakuma in Friedrichshafen wurde am 12. Oktober 2026 erstmals der „Fakuma Innovation Award“ verliehen. Der Messeveranstalter P. E. Schall und der Medienpartner K-Zeitung zeichneten insgesamt 18 Unternehmen und Entwicklungspartner in sechs Kategorien aus. Die Preisverleihung fand am ersten Messetag im Foyer Ost statt.

Mit dem neuen Innovationspreis sollen technische Entwicklungen gewürdigt werden, die einen besonderen Beitrag zur Weiterentwicklung der Kunststofftechnik leisten. Bewertet wurden unter anderem Innovationsgrad, technischer und wirtschaftlicher Nutzen sowie Nachhaltigkeitsaspekte. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass die eingereichten Entwicklungen auf der Fakuma als Serienprodukt, funktionsfähiger Prototyp oder Live-Demonstration vorgestellt werden können.

Spritzguss
Den ersten Platz in der Kategorie Spritzguss belegte die Anybrid GmbH. Das Unternehmen hat mit seiner „Flying Injection Molding Machine“ eine besonders kompakte und mobile Spritzgießmaschine entwickelt, die sich unmittelbar in automatisierte Fertigungsabläufe integrieren lässt. Die rund 150 Kilogramm schwere Einheit ermöglicht es beispielsweise, Kunststoffbauteile direkt mit angespritzten Funktionselementen zu versehen, ohne sie dafür in eine konventionelle Spritzgießmaschine überführen zu müssen.

Extrusion
In der Kategorie Extrusion sicherte sich die Maag Germany GmbH den ersten Platz. Zu den aktuellen Entwicklungen des Unternehmens gehört die speziell für Hart-PVC konzipierte Zahnradpumpe „extrex⁶ EC“. Durch eine Konstruktion ohne Toträume sollen Materialablagerungen und thermische Schädigungen der temperaturempfindlichen PVC-Schmelze vermieden werden. Zugleich kann die gleichmäßige Schmelzeförderung den Extruder entlasten und die Energieeffizienz verbessern.

Recycling
Den ersten Platz in der Kategorie Recycling erhielt die Untha Deutschland GmbH. Das Unternehmen präsentiert auf der Fakuma unter anderem seine neue Zerkleinererklasse MR für anspruchsvolle Kunststoffabfälle. Die Maschinen sind für unterschiedliche Ausgangsmaterialien wie dickwandige Kunststoffteile, Folienballen und weitere schwer zu zerkleinernde Abfälle ausgelegt. Ziel ist eine robuste und energieeffiziente Aufbereitung als Vorbereitung für nachfolgende Recyclingprozesse.

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Werkzeug- und Formenbau / Thermoformen
Den ersten Platz in dieser Kategorie erreichte Leonhardt e.K. mit einer Entwicklung zur Miniaturisierung von Faltkernwerkzeugen. Das Unternehmen präsentiert auf der Fakuma einen Faltkern mit lediglich drei Millimetern Durchmesser. Damit lassen sich auch sehr kleine Spritzgussteile mit innenliegenden Hinterschneidungen entformen. Anwendungsmöglichkeiten bestehen insbesondere bei technischen Präzisionsbauteilen und in der Medizintechnik.

Compounding & Werkstoffe
In der Kategorie Compounding & Werkstoffe gewann Syensqo den ersten Platz mit dem Hochleistungskunststoff „Ryton PPS XE3500 OR“. Das orange eingefärbte Polyphenylensulfid wurde speziell für die elektrische Isolierung von Stromschienen in Hochvolt-Gleichstrom-Schnellladesystemen entwickelt. Der Werkstoff kombiniert nach Herstellerangaben eine hohe Temperaturbeständigkeit, Durchschlagfestigkeit und Schlagzähigkeit. Seine Verarbeitung demonstriert Syensqo anhand einer von Standard-Metallwerke hergestellten extrudierten Stromschiene.

Enabler der Kunststofftechnik (Peripherie)
Den ersten Platz in der Kategorie Enabler der Kunststofftechnik erhielt die österreichische royos joining solutions GmbH. Das Unternehmen hat mit dem „Polymer Stir Welding“ ein Fügeverfahren für unterschiedliche Werkstoffkombinationen entwickelt. Dabei können Kunststoffe mit Metallen oder Holz ohne zusätzliche Klebstoffe, Schrauben oder aufwendige Oberflächenvorbehandlungen verbunden werden. Das Verfahren soll insbesondere für hybride Leichtbaustrukturen neue Möglichkeiten eröffnen und den Energie- und Materialeinsatz bei Fügeverbindungen reduzieren.

Unabhängige Fachjury aus Wissenschaft, Industrie und Fachmedien
Über die Vergabe der Preise entschied eine unabhängige sechsköpfige Fachjury. Ihr gehörten Univ.-Prof. Dr.-Ing. Christian Bonten vom Institut für Kunststofftechnik (IKT) der Universität Stuttgart, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Christian Hopmann vom Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen, Dr. Christine Bunte von Plastics Europe Deutschland, Dr.-Ing. Magnus Orth von igus, Simone M. Fischer vom Ingenieurbüro Fischer sowie Dominik Bechlarz von der K-Zeitung an.

Die Bewertung erfolgte nach festgelegten Kriterien, die unter anderem den technischen Nutzen, die wirtschaftliche Relevanz und den Beitrag zur Nachhaltigkeit berücksichtigten.

Mit der erstmaligen Verleihung des Fakuma Innovation Award wollen die Veranstalter die Innovationsleistungen der Kunststoffbranche stärker sichtbar machen und den Austausch zwischen Entwicklern, Herstellern und Anwendern fördern.

Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.–16. Oktober 2026

Weitere Informationen:
www.fakuma-messe.de, www.schall-messen.de, www.anybrid.de, www.maag.com, www.untha.com, www.leonhardt-tooling.de, www.syensqo.com, www.royos.at

P.E. Schall GmbH & Co. KG Messeunternehmen, Frickenhausen

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