| Erschienen am 26.02.2009 | Optionen:
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Am 1. Februar 2009 hat Frau Dr. Bärbel Naderer (Bild) die Geschäftsführung des Vereins kunststoffland NRW (www.kunststoffland-nrw.de) übernommen. In einem Interview stellt sie ihre wichtigsten Ziele für die Branche dar. Die großen Herausforderungen im Rahmen der Wirtschaftskrise rücken dabei in den Fokus. Welche Ziele haben Sie für die Branche bzw. für "kunststoffland NRW"? Das oberste Ziel ist aus meiner Sicht ganz klar: Die Kunststoffindustrie in Nordrhein-Westfalen soll national und international die Nummer eins sein. Die Voraussetzungen dafür sind ausgezeichnet. Nirgendwo sonst gibt es eine solch geballte Kompetenz von international agierenden Großunternehmen der Kunststofferzeugung, innovativen mittelständischen Kunststoffverarbeitern und -maschinenbauern sowie renommierten Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen. Anzeige Welche Rolle spielt die Kunststoffindustrie im Rahmen der Clusterpolitik des Landes? Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang Ihr Wechsel vom Ministerium zur Geschäftsführung des Vereins? Im März 2007 hat die Landesregierung 16 sogenannte "profilbildende Cluster" ausgewählt und damit deutlich gemacht, wo sie die besonderen Stärken von Nordrhein-Westfalen sieht. Die Kunststoffindustrie konnte hier durch das Engagement des Vereins kunststoffland NRW eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Landesregierung steht damit eindeutig zur Kunststoffindustrie am Standort NRW und sieht dort enorme Zukunftschancen. In diesem Zusammenhang ist auch mein Wechsel vom Ministerium in den Verein zu sehen. Das wachsende Kunststoffcluster benötigt alle Kompetenzen und Kräfte. Ich bin davon überzeugt, dass gerade in der aktuellen Krisensituation meine volkswirtschaftlichen Kenntnisse, mein strategisches Know-how sowie meine intensiven Kontakte zur Landesregierung für die Kunststoffindustrie sehr hilfreich sind. Welche Erfahrungen und Kompetenzen werden Sie in Ihre künftige Arbeit als Geschäftsführerin einbringen? Seit 2004 habe ich für das Wirtschaftsministerium aktiv die Aktivitäten der Kunststoffindustrie begleitet, die schließlich Ende 2006 in die Gründung des Vereins kunststoffland NRW gemündet sind. Deshalb verfüge ich inzwischen über ein umfangreiches Netzwerk in der Wertschöpfungskette Kunststoff. Die Probleme, aber auch die Chancen dieser Branche sind mir mittlerweile sehr vertraut. Die Wertschöpfungskette Kunststoff umfasst viele unterschiedliche Glieder mit durchaus verschiedenen Zielsetzungen, gibt es so trotzdem so etwas wie einen "gemeinsamen Nenner"? Der gemeinsame Nenner der verschiedenen Gruppen, von Hochschulen über Unternehmen bis zur Politik ist das Interesse an einer dauerhaften Stärkung der Wertschöpfungskette am Standort Nordrhein-Westfalen. Aufgabe des Vereins kunststoffland NRW muss es demzufolge sein, die unterschiedlichen Interessen mit Blick auf dieses Ziel zu bündeln - eine anspruchsvolle, aber höchst reizvolle Herausforderung! Welche Vision haben Sie für das Jahr 2020? Meine Vision für 2020: • eine starke, weltweit konkurrenzfähige Kunststoffindustrie und -forschung am Standort NRW • viele zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Kunststoffindustrie, die den Beschäftigten individuelle Möglichkeiten der Weiterentwicklung bieten • Eine höhere Akzeptanz des Werkstoffs und eine stärkere Attraktivität der Kunststoffunternehmen als potentielle Arbeitgeber. Wie schätzen Sie die Chancen ein, mit dem Verein kunststoffland NRW die Kunststoffindustrie am Standort dauerhaft zu stärken? Ich habe mich bewusst für das kunststoffland NRW entschieden, d.h. ich sehe auch die Entwicklungsmöglichkeiten unseres Netzwerks positiv. Natürlich ist mir dabei klar, dass die aktuelle Krisensituation manche Unternehmen in Versuchung führen wird, aus Kostengründen auf eine Mitgliedschaft bei kunststoffland NRW zu verzichten. Genau dies ist aber doch der falsche Weg! Gerade in Krisenzeiten ist es umso nötiger zusammenzustehen, um alle Kräfte zu bündeln. Jetzt kommt dem offenen Erfahrungsaustausch und gemeinsamen zukunftsorientierten Projekten zentrale Bedeutung zu. Wir haben als kunststoffland NRW zusätzlich die einmalige Chance, durch unsere direkten Kontakte zur Landesregierung wirksam Einfluss auf deren Programme und Hilfsangebote zu nehmen. Abschließend noch eine persönliche Frage: Welche Erfahrungen haben Sie als Frau in der Kunststoffwelt gemacht? Da gibt es nichts zu beschönigen: Die Kunststoffwelt ist nach wie vor - leider - eine Männerdomäne. Dies gilt im Unternehmensbereich ebenso wie in der Kunststoffforschung. Als Frau in dieser Männerwelt ist man mit sehr unterschiedlichen Reaktionen konfrontiert. So gibt es tatsächlich einerseits immer noch massive Vorbehalte gegenüber Frauen, die aber sicher oft auf Unsicherheit basieren. Andererseits finden es aber viele Männer auch richtig gut, dass in dieser doch sehr einseitigen Welt "endlich" einmal weibliche Gesichter auftauchen - und damit zugleich auch andere Herangehens- und Sichtweisen. Das vollständige Interview gibt es unter: www.kunststoffland-nrw.de |
kunststoffland NRW e.V., Düsseldorf
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