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08.06.2007 | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

Malaysia: Kunststoffbranche setzt auf hochwertige Produkte

Ausländische Investoren 2006 im Vordergrund / Weiterhin Einfuhrbedarf

Die malaysische Kunststoffindustrie hat sich für 2007 vorgenommen, ihre Umsätze von 15,4 Mrd. im Vorjahr auf 17,4 Mrd. Malaysische Ringgit (RM; etwa 3,9 Mrd. Euro; 1 Euro = 4,49 RM) zu steigern. Die Branche sieht ihre Zukunft vor allem im Verkauf hochwertiger Kunststofferzeugnisse, beispielsweise moderne Verpackungsmaterialien und technische Teile - nicht zuletzt im Export. Obwohl Nettoexporteur von Kunststoffen, muss Malaysia diese auch weiterhin in beträchtlichem Umfang importieren.

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Die Kunststoffindustrie Malaysias umfasst ungefähr 1.500 Hersteller mit zusammen über 95.000 Beschäftigten. Von der Gesamtzahl der Unternehmen werden an die 900 als kleine und mittelgroße Betriebe eingestuft. Über 800 der Unternehmen befinden sich mehrheitlich in malaysischer Hand. Den kleineren Betrieben fehlt es oft zu sehr an Kapital und Markterfahrung, als dass sie sich auf den Weltmarkt begeben könnten. Kenner des Industriesektors vermuten deshalb einen Konsolidierungsbedarf in Gestalt von Zusammenschlüssen von Unternehmen und Übernahmen, Joint Ventures und anderen Formen der Zusammenarbeit mit multinationalen Unternehmen. Damit solle der Zugang zu neuer Technologie und erweiterten Märkten erleichtert werden.

Die hauptsächlichen Absatzsegmente der lokalen Kunststoffindustrie liegen in den Bereichen Kunststoffverpackung, Komponenten für die elektrotechnische und elektronische Industrie (E&E-Industrie), Haushaltsartikel, Kfz-Industrie, Bauwesen und Landwirtschaft. Haupttypen der in Malaysia verbrauchten Harze sind Polyethylen, Polypropylen, Polyvynylchlorid und Polystyren. Der Verbrauch an Harzen erhöhte sich von 1,72 Mio. (2005) auf 1,85 Mio. t (2006). Somit ergab sich ein Pro-Kopf-Verbrauch von 75 kg.

Auf dem Vormarsch befinden sich der Verbrauch und die inländische Erzeugung von technischen Kunststoffen, wie Acrylnitril-Styrol, Polyacetyl, Polyester-Copolymer und Polybutylen-Terephtalat. Andere technische Kunststoffe müssen importiert werden, was auch für die Zukunft gilt, so etwa Polyamid und Polycarbonat. Die technischen Kunststoffe werden insbesondere für die Fertigung von Teilen für die E&E-Industrie, die Produktion von Kfz-Teilen sowie von medizinischer Ausrüstung benötigt. Gerade im Bereich der Kunststoffteile und -komponenten für die Medizintechnik zeigt sich Malaysia interessiert an ausländischen Investitionen.

Im Verpackungssektor kommen ferner zunehmend abbaubare Kunststoffe in Gebrauch, da vermehrt die Bedeutung des Umweltschutzes erkannt wird. Neue Bestimmungen der EU und anderer Staaten im Umweltschutz - zum Beispiel zu gefährlichen Substanzen, aber auch zu elektrotechnischen und elektronischen Abfällen - zwingen die Kunststoffindustrie zu Anpassungsmaßnahmen, wenn sie ihre ausländische Kundschaft nicht verlieren will.

Das Ministerium für Internationalen Handel und Industrie genehmigte 2006 in der Kunststoffindustrie insgesamt 85 Projekte im Gesamtwert von 1,1 Mrd. RM (2005: 81 Projekte, 1,2 Mrd. RM). Die ausländischen Investitionen machten dabei mit einer Summe von 757 Mio. RM mehr als 68% aller genehmigten Investitionen aus. Insgesamt das meiste Geld, nämlich rund 369 Mio. RM, war für Vorhaben der Sparte Kunststoffkomponenten bestimmt. In die Fabrikation von Verpackungsprodukten sollten gut 325 Mio. RM fließen.

Schließlich waren Investitionen in Höhe von 242 Mio. RM für die Sparte technische Kunststoffe, Spezialpolymere und Verbundstoffe vorgesehen. Zu den größeren Projekten rechnete eine Investition der singapurischen Firma Allied Speciality Compounds Sdn. Bhd., wo es um die Herstellung von Spezialpolymeren und Verbundstoffen ging. Dazu soll im Senawang-Industriepark in Seremban (Negeri Sembilan) eine Produktionsanlage hochgezogen werden.

Die Ausfuhr von Kunststofferzeugnissen erreichte 2006 einen Wert von 7,9 Mrd. RM und lag damit um 18% höher als ein Jahr zuvor. Hauptabnehmer malaysischer Kunststoffe waren die VR China, Hongkong (SVR), Singapur, Japan und Thailand. Vornehmlich wurden Verpackungsmaterialien exportiert, so etwa flexible Folien, Platten, Taschen, Flaschen und Container, darüber hinaus Kunststoffkomponenten. Die Einfuhr von Kunststofferzeugnissen kletterte von 5,2 Mrd. (2005) auf 6,5 Mrd. RM (2006). Die importierten Kunststoffe stammten großenteils aus Ländern wie Japan, Singapur, VR China, USA und Thailand. Auf der Importliste standen vorrangig Artikel aus Kunststoff, darunter Platten und Folien. (G.Z.)

Weiterführende Informationen

bfai Bundesagentur für Außenwirtschaft, Köln

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