| 14.03.2008 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Das EU-Projekt Pro4Plast ist einen entscheidenden Schritt weiter. Mit dem Projekt sollen die Entwicklungskosten sowie die Entwicklungszeit komplexer Kunststoffteile deutlich reduziert werden. Nun ist es gelungen, neben den Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) auch deren Abnehmer – die OEM – mit in das Projekt einzubinden. Die Entwicklung komplexer Kunststoffteile: bis zur Serienreife sind viele unterschiedliche Spezialisten mit den Entwicklungsstufen betraut. Dabei ist die Entwicklung der Kunststoffteile stärker zerklüftet als die Entwicklungsprozesse anderer Disziplinen. Heute entwickelt der OEM ein komplexes Kunststoffprodukt auf dem Papier und gibt dann die Zeichnung an den Formenbau weiter. Die Form wiederum wird weitergegeben an den Spitzgießer. Unter Umständen kommen Fehler und Probleme erst in diesem Stadium zum Vorschein, wenn Entwicklung und Formenbau bereits hohe Kosten verursacht haben und die Zeit bis zur Marktreife knapp wird. Es müssen Nachbesserungen gemacht werden und Iterationsschleife folgt auf Iterationsschleife. Hier setzt das EU-Projekt Pro4Plast an: Mit Frontloadings wird der Entwicklungsprozess verbessert und gestrafft – Informationen, aber auch Investitionen und Aufwendungen, die erst im späten Stadium eines Entwicklungsprozesses fällig werden, sollen an den Anfang verlagert werden. So können Kosten für Iterationsschleifen und Nachbesserungen eingespart und zugleich die Zeit bis zur Marktreife deutlich verkürzt werden. Eine solche Verbesserung des Entwicklungsprozesses ist nur möglich, wenn schon im Anfangsstadium des Entwicklungsprozesses partnerschaftlich alle an einen Tisch gebracht werden: der OEM, der Materialhersteller des Kunststoffs, der Formenbauer, aber vor allem auch der Spritzgießer. Im Pro4Plast Projekt ist es gelungen, neben den Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) der Kunststoffverarbeitung und des Formenbaus auch deren Abnehmer – die OEM – mit einzubinden. Komplexe Teile mit hoher Funktionsintegration schnell und kostengünstig zu produzieren, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im Wettbewerb mit Niedriglohnländern. Gerade die Entwicklung solcher Teile muss auf einer systematischen Vorgehensweise basieren. Pro4Plast zielt auf eine Reduzierung der Entwicklungszeiten und Kosten bei komplexen Produkten mit hoher Funktionalität ab. Dazu entwickeln die Projektteilnehmer ein Produktentwicklungssystem (PDGS – Product Development Guidance System) - ein erweitertes Simulationsverfahren für Mehrkomponententeile und Produkte mit Inserts sowie ein für Verarbeiter anwendbares Verfahren zur Messung rheologischer Daten für die Simulation. Das Ergebnis wird eine signifikante Verkürzung der Zeit bis zum Serienstart und somit eine Verringerung der Entwicklungskosten für komplexe Kunststoffteile sein. Über Pro4Plast Pro4Plast ist ein Projekt, das im Rahmen des Collective Research des Sechsten Rahmenprogramms der Europäischen Kommission unterstützt wird. Collective Research ist ein System, in dem Forschungsinstitute wissenschaftliche und technologische Forschung im Auftrag der Industrieverbände betreiben, um die Wissensbasis der großen Gemeinschaft der KMU zu erweitern. Das Projekt-Konsortium besteht aus 28 Partnern, darunter acht führende europäische Forschungsinstitute, elf KMU aus dem Bereich Formenbau und Kunststoffverarbeitung sowie den nationalen Verbänden der europäischen Kunststoffindustrie, so dem TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. (www.tecpart.de). |
TecPart-Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V., Frankfurt
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