bvse-Marktbericht Kunststoffe - September 2006

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Markt für Primärkunststoffe

Die prognostizierten Preiserhöhungen wurden bei den Standardkunststoffen durchgesetzt; nur PVC notiert unverändert. Im August verteuern sich alle Standardkunststoffe, gemittelt über die zehn hier angegebenen Kunststoffe, um durchschnittlich 20,50 €/t. Pro Tonne gelten nun die folgenden EUWID-Preise: LDPE-Folie 1210-1250 €, LLDPE-Folie 1180-1240 €, HDPE-Spritzguss 1200-1240 €, HDPE-Blasware 1180-1220 €, PS-glasklar 1300-1340 €, PS-schlagfest 1350-1400 €, PP-Homopolymer 1190-1220 €, PP-Copolymer 1240-1270 €, PVC-Rohrqualität 870-880 € und PVC-Folien/Kabel 920-930 €. Eine gute Nachfrage bestimmt weiterhin den Markt der Standardkunststoffe. Deutliche Preiserhöhungen sind für September angekündigt. Der Kunststoffabsatz boomt in Folge des nationalen und weltweiten Konjunkturaufschwungs.

Im August notieren die PET-Polymerpreise um durchschnittlich 70 €/t höher: Westeuropa 1340-1400 €/t und Asien 1150-1250 €/t. Die Lager der Verarbeiter sind gut gefüllt. Durch Produktionssausfälle auf Grund von Wartungen, durch Verteuerungen bei den Vorprodukten und auf Grund der anhaltend hohen Nachfrage sind im September weitere Preissteigerungen bei PET wahrscheinlich.

Die August-Notierungen für die Technischen Kunststoffe zeigen keinerlei Veränderungen: Der EUWID-Preisspiegel lautet: PMMA glasklar 2500-2700 €/t, ABS natur 1500-1600 €/t, ABS w/S 1600-1700 €/t, ABS farbig 2200-2300 €/t, PC glasklar 2900-2950 €/t, PC GF verstärkt 3150-3200 €/t, POM natur 2100-2200 €/t, PA 6 natur und schwarz 2550-2700 €/t, PA 6 GF 2800-2950 €/t, PA 66 natur 2800-2990 und PA 66 GF 3050-3240 €/t. Höhere Nachfrage wird bei den Polyamid-Sorten berichtet. Ansonsten sind Angebot und Nachfrage bei den Technischen Kunststoffen ausgeglichen. Der Marktanteil der Technischen Kunststoffe wächst stetig.

An der London Metal Exchange Börse (LME) notieren in der KW 38 die Oktober-, November- und Dezember-Preise für Käufer von PP bei 1130 US $, 1140 US $ und 1140 US $ sowie von LLDPE bei 1150 US $, 1160 US $ und 1190 US$. Damit geben die Oktober-Notierung von PP um 205 €/t sowie von LLDPE um 165 €/t nach! Die im Oktober stark fallenden LME-Notierung für PP und LLDPE weichen deutlich von deren steigenden Preisen im August-Preisspiegel ab. Diese Diskrepanz kann nicht vollständig aufgelöst werden. Dennoch wird hieraus gefolgert, dass für September gleich bleibende oder gering steigende Preise bei den Standardkunststoffen zu erwarten sind, während Preisnachlässe im Oktober wahrscheinlich werden.


Markt für Sekundärkunststoffe

Der Markt für Sekundärkunststoffe zeigt sich auch im August und September als relativ stabil. Preiserhöhungen ergeben sich bei ausgesuchten PE-Sorten und in der Breite bei PP. Der Sekundärmarkt für sortierte Kunststoffe ist, mit Ausnahme von PET, nachfrageorientiert. Gute Inputqualitäten finden schell ihren Absatz im Inland. Die Produkte des Sekundärmarkts behaupten sich sehr gut im Wettbewerb mit denen des Primärmarkts. Der Fernostexport verläuft in geordneten Bahnen auf einem stabilen Niveau, wobei auch hier vorwiegend die besseren Qualitäten gefragt sind. Ein Anziehen des Exports wird im letzten Quartal erwartet.

Bei den PE-Produktionsabfällen bleibt hochwertiges Mahlgut gesucht. Trotz der guten Nachfrage erweist sich der Markt für PE-Produktionsabfälle als relativ stabil. Folgende Preiserhöhungen haben sich im August ergeben: HDPE bunt 420-550 €/t, HDPE natur 450-600 €/t. Im PE post user–Bereich ist nur über eine Änderungen zu berichten, nämlich LLDPE-Stretchfolie (E70) 270-350 €/t. Die Notierungen für PE-Folien erweisen sich als stabil. Bunte Folien geben in der Tendenz nach. Dünne Naturfolien werden eher zw. 350-390 €/t und in der Spitze um 460 €/t gehandelt. HDPE-Hohlkörper tendieren ebenfalls zu höherern Preisen. Bei den Kunststoffmischungen notiert PE/PP-Windelfolie weiß (V01) mit 190-350 €/t in der Spitze um 20 €/t höher.

Das PP-Mahlgut ist weiterhin knapp und es notiert daher um durchschnittlich 20 €/t höher, nämlich bei Homopolymer bunt 420-550 €/t, Homopolymer natur 450-650 €/t, Copolymer bunt 420-550 €/t, Copolymer natur 480-650 €/t und Spritzgussware schwarz 400-550 €/t. Die PS-Produktionsabfällen notieren unverändert. Im Zug der gestiegen Neuwarepreise für die Polystyrole werden auch bei der Sekundärware Preiserhöhungen erwartet. Die Preisspanne über alle PS-Produktionsabfälle beträgt 400-680 €/t. Beste Qualitäten werden in der Spitze mit 800 €/t gehandelt. Die PVC-Produktionsabfälle notieren im Preisspiegel unverändert. Über alle angebotenen Typen und Qualitäten hinweg beträgt hier die Preisspanne zwischen 300-550 €/t. Ebenso unverändert ist der Markt für PVC-Fensterware. Insgesamt ist der PVC-Markt von guten Umsätzen bei weitgehend ausgeglichenem Angebot und Nachfrage gekennzeichnet.

Der PET-Markt passt sich sehr schnell den Realitäten an. Er ist immer noch durch ein hohes Angebot gekennzeichnet. Der erhöhte Konsum an PET-Flaschen sowie der deutlich erhöhte Pfandrücklauf bewirken ein hohes Angebot und damit weiter nachgebende Inputpreise. Bisher kann sich die Getränkedose nicht gegenüber der PET-Flasche durchsetzen. Die Nachfrage aus Fernost stagniert weiter, so dass häufig nur noch relativ gute Qualitäten, meisten sogar unter den Inlandspreisen, absetzbar sind. Die PET-Flaschen notieren im August-Preisspiegel niedriger, und zwar wie folgt: Mehrweg natur 280-350 €/t, Mehrweg hellblau 240-280 €/t, Einweg natur 240-300 €/t und Einweg bunt 50-150 €/t. Die Lager der Lieferanten und auch die der Verarbeiter sind übervoll. Auch der Absatz an PETCycle-Ware stagniere, berichten Experten. Der Absatz an Textilfaser stagniert. Weitere Preisnachlässen werden daher für September prognostiziert.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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