bvse-Marktbericht Kunststoffe - Januar 2010

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Für die Kunststoffhersteller war 2009 ein sehr schwieriges Jahr. Der Konjunkturabsturz von Oktober 2008 mit seinen Auswirkungen auf die Preise und die Nachfrage ist immer noch nicht überwunden. Die weltweiten Maßnahmen die Kunststoffproduktion zu vermindern, haben weitergehende Preisabstürze verhindert. Die asiatischen Märkte haben den weltweiten Einbruch bei Kunststoffen deutlich abgefedert. Die Märkte in Indien und China erholen sich wesentlich schneller als in Europa und Nordamerika.

Der Dezemberpreisspiegel zeigt für alle in EUWID notierten Standardkunststoffe eine Preisstabilisierung. Beispielhaft sei aufgeführt LDPE-Folie, die mit 990-1040 €/t notiert wird, LLDPE-Folie mit 990-1040 €/t oder PVC-Rohrqualität mit 930-970 €/t. Verpackungs-PET notiert im Mittel um 45 €/t höher als im Vormonat, nämlich bei 1150-1190 €/t. PVC notiert um 20-40 €/t niedriger.

Der Dezember-Preisspiegel in EUWID notiert die Technischen Kunststoffe nahezu unverändert. PA 66 zeigt Preiserhöhungen um 100 €/t im Mittel; alle anderen Technischen Kunststoffe bleiben unverändert. Die Preiskonstanz in den Zweimonatsnotierungen ist jetzt zum dritten Mal, also ab August 2009 festzustellen. Die Technischen Kunststoffe haben hinsichtlich Preis und Nachfrage ein stabiles Niveau erreicht. Die Aussichten für das 1. Quartal 2010 werden insgesamt als positiv eingeschätzt.

Die Europa-Notierungen der London Metal Exchange Börse (LME) zeigen eine leichte Preiserhöhung an. In der KW 1 liegen die Januar-, Februar- und März-Einkaufspreise von PP bei jeweils 1085 US $. Die Januar-, Februar- und März-Einkaufspreise von LLDPE erreichen jeweils 1145 US $. Damit erhöhen sich die Januar-Notierungen gegenüber denen, die hierfür im Vormonat notiert wurden, bei PP und bei LLDPE um jeweils 30 US $/t.

Die Nachfrage nach Kunststoffen war im Dezember gut. Allerdings führen Experten die hieraus resultierende Preisstabilisierung auf vorgezogene Käufe zurück. Einige Experten prognostizieren steigende Preise im Januar. Die andauernde Winterkälte führt zu höheren Rohölpreisen, denen die Vorprodukte zeitversetzt folgen. Letztlich könnten durch diesen Effekt auch die Kunststoffpreise steigen. Leicht steigende Kunststoffpreise signalisieren auch die LME-Trends.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Im Jahresrückblick muss das Jahr 2009 als sehr schwierig bezeichnet werden. Die Kunststoffrecycler haben Insolvenzen zu verzeichnen. Dennoch bleibt anzumerken: die Kunststoffaufbereiter und Kunststoffverwerter haben bisher diese schwierige Phase mit großer Umsicht gemeistert. In der Krise werden die Märkte neugeordnet; u.a. wird das Produktportfolio angepasst, die Betriebsgröße verändert, die Anlagen- und Verfahrenstechnik optimiert sowie das Unternehmen umstrukturiert. Um es ganz deutlich zu sagen: Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist aber noch nicht überwunden. Auch das Jahr 2010 bleibt schwierig. Neben der Wirtschaftskrise geraten die Kunststoffrecycler auch durch weltweite Überkapazitäten weiter unter Druck. Dennoch das Kunststoffrecycling ist weltweit etabliert. Kunststoffqualitäten werden erzeugt, die einerseits die Primärmärkte ergänzen und anderseits ökonomisch und ökologisch vorteilhaft Zweitmärkte bedienen.

Die Märkte für Sekundärkunststoffe zeigen nur sehr wenige Veränderungen gegenüber dem Vormonat. Einzelne Verarbeiter klagen über mangelnden Input an ausreichend und qualitativ guten Kunststoffen. Insbesondere fehle das Aufkommen an Kunststoffen aus Produktion und Gewerbe, da wegen der Krise weniger produziert und umgeschlagen werde, melden die Recycler. Geringere Umsätze sind auf die ruhigere Weihnachts- und Neujahrzeit zurückzuführen. Die Fernostnachfrage war auch im Dezember marktbestimmend. Bei bestimmten Kunststoffen erfolgten Exportvorkäufe, um nach den Feiertagen schnell wieder die Produktion aufnehmen zu können. Die Winterpause wird allerdings bis einschließlich Februar, wegen des Chinesischen Neujahrs, andauern.


2.1 Preisspiegel EUWID

PE: Folie wird im Fernostexport nachgefragt. Allerdings werden hier jetzt deutlich bessere Qualitäten gehandelt. So resultieren hieraus leichte Preiserhöhungen bzw. Abschlüsse zu den hier angegebenen höheren Preisen aus der Preisspanne.

Die PE-Produktionsabfälle zeigen keine Veränderungen gegenüber dem Vormonat. Auch der Preisspiegel für PE post user erweist sich als preisstabil. Die beiden Veränderungen sind moderat: Folie transparent natur notiert um +5 €/t bis +10 €/t höher. HDPE-Kastenware farbsortiert notiert im unteren Bereich um 10 €/t niedriger.

PP: Keine Preisveränderungen bei PP. Die Situation bei den post user-Märkten und bei den Märkten für Produktionsabfälle hat sich nicht verändert. PP folgt den Trends aus den PE-Märkten.

PS: Die PS-Märkte beleiben im Dezember unverändert gegenüber dem Vormonat. Der Preisverfall aus dem Vormonat konnte gestoppt werden. Leichte Preiserhöhungen könnten aus den steigenden Neuwarepreisen resultieren.

PVC: Im Dezemberpreisspiegel gibt es nur eine Preisänderung zu melden, nämlich bei der Fensterware und hier für die Typware weiß mit 590-740 €/t. Die weitere Entwicklung nach der Winterpause wird spannend, da der öffentliche Baubereich weiterhin stagniert. Die Nachfrage aus dem privaten Baubereich ist im Winter unterbrochen. Die PVC-Mengen, die aus Abbruch und Bau zurückgewonnen werden, sind rückläufig, da billige Beseitigungsmöglichkeiten konkurrieren.

PET post user: Im PET-Markt gab es positive Bewegung im November und Dezember. Die Inputnachfrage steigt und auch der Outputabsatz, also von Qualitätsmahlgut und Granulat, war zufrieden stellend. Im November und Dezember war die Fernostexportnachfrage nach PET-Flaschen gut. Die Preisfindung bei gebrauchten Flaschen bleibt weiterhin schwierig. Auch außerhalb des Sommers ist der PET-Verbrauch inzwischen auf gutem Niveau. In Europa bestehende Überkapazitäten für das Aufbereiten und Verarbeiten von Getränkeflaschen führten in 2009 zu Anlagenstilllegung und auch zu Insolvenzen. Darüber hinaus beeinflussen die Preise und die Mengen an Primärmaterial die Preise und Mengen für Recyclate. Auch die Primärmärkte sind immer noch durch Produktionsverknappung gekennzeichnet.


2.2 Preisspiegel plasticker

Der Preisspiegel von plasticker zeigt im Dezember für die Standardkunststoffe eine uneinheitliche Preisentwicklung. Die Abweichungen reichen von - 30 €/t bis + 60 €/t. In der Gesamtschau lässt sich ein Trend zu leicht höheren Preisen ausmachen. Die Anzahl der eingestellten Angebote ist deutlich rückläufig. Ein erster Blick in die Januar-Notierungen ergibt eine weitere Preisstabilisierung. Für die Standardkunststoffe sind die folgenden Preisveränderungen größer/kleiner 40 €/t von Dezember gegenüber November zu melden: HDPE-Ballenware + 60 €/t, PS-Granulat + 50 €/t und PET-Granulat + 60 €/t.

Standardkunststoffe

Die Technischen Kunststoffe notieren im Dezember nur wenig höher als im Vormonat. Die Abweichungen reichen dabei von - 10 €/t bis + 70 €/t. Die Notierungen für Mahlgüter steigen um 10 €/t bis 70 €/t. Die Vorschau in die Januar-Notierungen zeigt bisher eher nachgebende Preise.

Technische Kunststoffe

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen

Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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