| 07.09.2004 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Das Umweltbundesamt (www.umweltbundesamt.de) hat den derzeitigen Stand der getrennten Sammlung von Abfällen aus den Haushalten (ohne den Sperrmüll) aus technisch-wissenschaftlicher Sicht dokumentiert und zukünftige Perspektiven im Rahmen eines Sachstandspapieres erörtert. Im Ergebnis hält das UBA eine stärker auf stoffstromorientierte Ressourcenschonung ausgerichtete Neuorientierung der Abfallwirtschaft für erforderlich. Wesentliche Bausteine dieser ressourcenschonenden Abfallwirtschaft sind weiterhin die weitgehende und hochwertige Verwertung sowie die Ausschleusung schadstoffhaltiger Abfallströme oder -produkte. Die getrennte Sammlung von Verpackungskunststoffabfällen ist nach Ergebnissen aktueller umweltbezogener Vergleiche von Entsorgungsvarianten in jedem Falle dann sinnvoll, wenn die getrennt erfassten Kunststoffabfälle einer werkstofflichen Verwertung zugeführt werden, bei der Primärkunststoffe substituiert werden. Die rohstofflichen Verfahren, die zur Verwertung des überwiegenden Anteils der DSD-Mischkunststofffraktion derzeit zum Einsatz gelangen, sind im Hinblick auf ihre Umweltwirkungen der energetischen Verwertung ungefähr gleichzusetzen, weisen aber geringere ökologische Vorteile als die werkstoffliche Verwertung auf. Es zeichnet sich die technische Option ab, dass weitere Kunststoffabfallmengen - aus der bisher überwiegend rohstofflich verwerteten Mischkunststofffraktion der Gelben Tonne - durch Trennung mittels neuer Sortier- und Aufbereitungstechniken der hochwertigen werkstofflichen Verwertung zugeführt und damit größere Mengen an Primärrohstoffen substituiert werden könnten. Über die - aus Umweltschutzsicht - günstigsten Entsorgungswege für Nichtverpackungskunststoffabfälle und für die in den Restabfall gelangenden Verpackungskunststoffe liegen gegenwärtig noch keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Die Antwort auf diese Frage ist Gegenstand eines zur Zeit laufenden UBA-Forschungsprojektes. Das UBA prüft in diesem Zusammenhang unter anderem, inwieweit es unter Umweltschutzgesichtspunkten sinnvoll ist, weitere Kunststoffabfälle gemeinsam mit Verpackungskunststoffen zu erfassen. Darüber hinaus beobachtet das UBA mit großem Interesse Aktivitäten, die darauf zielen, Kunststoffe mittels neuer Sortierverfahren aus dem Restabfall zu gewinnen. Orientierende Untersuchungen zeigen die Möglichkeit, dass sich sowohl die Verpackungskunststoffe als auch die stoffgleichen Nichtverpackungskunststoffe direkt aus dem Restmüll mit ähnlicher Qualität, aber deutlich höherer Gesamtmenge an Kunststoffabfällen als bei getrennt gehaltenen Verpackungskunststoffen zurückgewinnen lassen. Das UBA wird deshalb Großversuche zu Möglichkeiten und Grenzen der Optimierung der wertstofflichen Verwertung von Kunststoffabfällen durch direkte Sortierung aus dem behandelten oder unbehandelten Restmüll beobachten und auswerten. Das komplette Sachstandspapier finden Sie hier zum Download (130 kB). |
Umweltbundesamt, Berlin
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