| 09.08.2011, 06:01 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Dr. Franc Zimmermann, Insolvenzverwalter der Fenotec Gesellschaft für Industrieerzeugnisse mbH mit Sitz in Beelitz bei Potsdam, meldet den Verkauf der Sparte Fenopreg Faserverbundstoffe an die Umeco plc. – University Motor and Engineering Company, ein Unternehmen der Composite-Branche aus Großbritannien. Übernommen werden alle Vermögenswerte des Geschäftsbereichs, über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Die Gläubiger haben auf ihrer Versammlung am 5. August 2011 dem Verkauf an Umeco einstimmig zugestimmt. Fenopreg werde in Umeco integriert, die bereits Faserverbundstoffe für Kunden wie Boeing, Airbus, BAE Systems und weitere Prepreg-verarbeitende Unternehmen produziert. Außer mit Produktionsstandorten in Europa, ist Umeco auch in China, Nordamerika, Brasilien, Singapur und Südafrika aktiv. Der Investor will alle im Prepreg-Produktionsbereich tätigen Mitarbeiter des übernommenen Unternehmensbereichs, dessen Produktion von Zimmermann erstmalig im Insolvenzverfahren angefahren wurde, üernehmen. Zum Zeitpunkt der Insolvenzantragstellung war diese noch in der Testphase. Umeco plane, den Standort Beelitz deutlich auszubauen. So sollen zu der bestehenden Prepreg-Produktionsmaschine weitere drei neue Maschinen aufgebaut sowie eine neue Distributionshalle geschaffen werden. Nach eigenen Angaben will Umeco mit dieser Investition drei- bis viermal so viele Arbeitsplätze am Standort Beelitz schaffen, wie derzeit bei Fenopreg vorhanden sind. Ziel von Umeco sei es, von Beelitz aus das europäische Festland schneller und effektiver bedienen zu können. Auch die osteuropäischen Marktanteile wolle man von hier ausbauen. Die Investitionsbank des Landes Brandenburgs (ILB) könne trotz Insolvenz der Fenotec ihre Ziele erfüllen und erhalte noch Geld zurück, das vor der Insolvenz als Fördermittel an Fenotec gezahlt wurde. In der Regel müssen diese Fördergelder nicht zurückgezahlt werden, wenn die Haltefristen eingehalten werden. Durch die vor Ablauf der Haltefristen eingetretene Insolvenz hat die ILB allerdings Forderungen gegen das Unternehmen und ist eine der Hauptgläubigerinnen. Hintergrund Fenotec hatten Ende Dezember 2010 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Der am Markt etablierte Bereich Tankinnenhüllen-Produktion und -vertrieb des Unternehmens wurde bereits kurz vor Insolvenzantragstellung ausgegliedert. Das Amtsgericht Potsdam hatte daraufhin Dr. Franc Zimmermann von der Kanzlei Mönning und Georg zunächst zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Im Zuge der im Insolvenzverfahren vorgenommenen Umstrukturierung wurde für den verbliebenen Geschäftsbereich Fenopreg ein Investorenprozess im geordneten Bieterverfahren eingeleitet. In diesem Bereich hat das Unternehmen eine neue Produktionsanlage zur Imprägnierung von Glas- und Kohlefasern und Aramid entwickelt und installiert. Ende Dezember 2010 war diese Prepreg-Produktionsanlage noch im Forschungs- und Entwicklungsstadium. Es gelang den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten, die neue Produktionsanlage in den Alltagsbetrieb zu führen und Aufträge zu akquirieren. Die Anlage zählt laut Unternehmen zu den modernsten in Europa. Das von Fenotec entwickelte Produktionsverfahren sei nicht auf Standardmaße festgelegt sondern könne hinsichtlich der Maße und Kombinationen unterschiedlicher Gewebe flexibel auf Kundenwünsche reagieren. Zudem härten die getränkten Faserverbundstoffe erst aus, wenn Wärme zugeführt wird. Die bislang erforderlichen langen Kühlketten mit Temperaturen von minus 20 Grad Celsius sind nicht notwendig. Das spare Energie- und Lagerkosten. Trotzdem sei die Prepreg-Produktionsmaschine in Beelitz auch dazu in der Lage, herkömmliche Prepregs herzustellen. |
Umeco plc, Warwickshire, Großbritannien
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