| 30.08.2016, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
|
Endlosfasern, kurze Zykluszeiten, Schweiß- und Recyclingfähigkeit: Das Verfahren T-RTM von Kraussmaffei soll die Vorteile von Reaktionstechnik, thermoplastischen Werkstoffen und der Formgebung im Spritzpress-Verfahren (Resin Transfer Molding, RTM) verbinden und so die perfekte Kombination für den Leichtbau bilden. Zur K 2016 wird die Herstellung eines automobilen Faserverbund-Strukturbauteils mit Metalleinlegern unter Serienbedingungen gezeigt.Ein vorgeformtes Halbzeug aus Faserlagen wird in einem Presswerkzeug mit Caprolactam infiltriert, das unmittelbar zuvor aus zwei Komponenten (Caprolactam-Grundstoff plus Aktivator beziehungsweise Katalysator) aufgeschmolzen und gemischt wurde. In einer chemischen Reaktion härtet es in der Kavität zum Thermoplast Polyamid 6 aus. Der Roadster-Dachrahmen entsteht in hybrider Bauweise aus Fasern in Verbindung von Kunststoff und Metall. Das soll in der Demonstration am Messestand zur K 2016 rund zwei Minuten dauern. Die Anlage zielt auf Großserienprojekte und ist für den Mehr-Schicht-Betrieb ausgelegt. Die Vorzüge von T-RTM erschließen sich im Vergleich mit den Nachbarverfahren der Kunststoffverarbeitung, etwa dem bekannten RTM mit Epoxidharz oder Polyurethan (PUR). Dank seiner niedrigen Viskosität von 5 mPA s – ähnlich wie Wasser – durchdringt das Caprolactam das Fasergelege auch bei geringen Werkzeug-Innendrücken. So genügt laut Unternehmen bei der Messeanwendung eine Schließkraft von etwa 3.500 kN, was vergleichsweise geringe Investitions- und Energiekosten bedeute. Zudem seien dank hoher Fließfähigkeit niedrige Mindestwanddicken und ein Faservolumengehalt um die 60 Prozent möglich. Weniger Material und einfachere Nachbearbeitung ![]() Premiere zur K 2016: Der im T-RTM Verfahren hergestellte Rahmen für die Dachschale des Sportwagens Roding Roadster R1 - (Bild: Forward Engineering). Gegenüber dreidimensional vernetzenden Duroplasten lassen sich die Thermoplaste erneut erwärmen und umformen, was sie schweiß- und recyclingfähig macht. Das Material des Dachrahmens könne regranuliert und mit seinem Faseranteil für die Herstellung von Teilen im Spritzgießverfahren genutzt werden. Auch die mechanischen Eigenschaften von PA6 sind für Strukturbauteile interessant. Der Thermoplast verfüge über eine höhere Schlagzähigkeit und zeige ein duktileres Bruchverhalten als Duroplaste, das heißt vor einem Bruch können Kräfte durch die Verformung des Materials absorbiert werden. Vergleicht man T-RTM mit dem Spritzgießen, dem klassischen Einsatzgebiet von Thermoplasten, zeige es seine Vorteile ebenfalls bei hohen Fasergehalt sowie der niedrigen Viskosität, durch die Teile sehr geringen Wanddicken hergestellt werden können. An der Fertigung des Technologiedemonstrators Roding Roadster R1 waren neben Kraussmaffei Forward Engineering (Bauteildesign, Hybridkonzept), Alpex Technologies (TRTM-Werkzeug), Dieffenbacher (Herstellung der Preforms, Handling), Saertex (Fasergelege), Henkel (Verklebung), Handtmann (Aluminium-Einleger), TUM / LCC (Faserauswahl) und Keller (Absaugtechnik) beteiligt. Weitere Informationen: www.kraussmaffei.com K 2016, Düsseldorf, 19.-26.10.2016, Halle 15, Stände B27, C24, C27, D24 |
KraussMaffei Technologies GmbH, München
» insgesamt 473 News über "KraussMaffei" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
Mutares: Übernahme von zwei Magna-Automobilzuliefergeschäften zur Erweiterung von Amaneos und HiLo
EMS-Gruppe: Währungsbedingter Umsatzrückgang im ersten Quartal
Meist gelesen, 10 Tage
Moretto: Peripheriespezialist startet europäische Roadshow für Kunststoffverarbeiter
Borouge Group International: Gründung abgeschlossen
Tramaco: Neuer Haftvermittler für TPO- und PP-Beschichtungen
Engel: Spritzgießmaschinenhersteller mit eigener Niederlassung in Spanien
Trinseo: Deutliche Preiserhöhungen für Polystyrol, ABS und SAN
Meist gelesen, 30 Tage
Domo: Leunaer Werk durch Übernahme gesichert - Künftige Firmierung unter Leuna-Polyamid GmbH
ASS Maschinenbau: Dr. Andreas Külschbach neuer Geschäftsführer
Evosys: Vertriebspartnerschaft mit Schaeffler für Medizintechniklösungen im Osten der USA
BASF: Neuen Verbundstandort in Zhanjiang offiziell in Betrieb genommen
FACC: Rekordumsatz und Ergebnissteigerung im Geschäftsjahr 2025
Röhm: Chemisches Recycling in MMA-Anlage in Worms integriert
Meist gelesen, 90 Tage
Playmobil: Produktion in Dietenhofen wird verlagert
Terbrack Kunststoff: Insolvenzverfahren eröffnet
HydroDyn Recycling: Sanierungsverfahren eingeleitet
Ceresana: Slight market recovery for plastic pipes in Europe expected from 2026
Dom Polymer-Technik: Insolvenzverfahren eröffnet
Fischer Werkzeugbau: Einstellung des Geschäftsbetriebs – Produktionsstätte wird versteigert
Tupperware: Verkauf der Produktionsstandorte in Lateinamerika
Dann veräußern Sie diese kostenlos
in der Rohstoffbörse.
| Experimentelle und simulative Analyse der Mischwirkung in Einschneckenextrudern
|