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12.06.2026, 06:05 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten    

Interzero: Neuer Standort in Dessau soll Produktion von lebensmitteltauglichem PP-Regranulat ermöglichen

Interzero eröffnet in Dessau einen neuen Standort zur Herstellung von mechanisch recyceltem Polypropylen für kontaktsensitive Anwendungen. Die Pilotanlage soll zunächst eine Produktionskapazität von 5.000 Tonnen mrPP-Granulat pro Jahr erreichen. Der eingesetzte Rohstoff stammt aus Leichtverpackungen aus dem Gelben Sack beziehungsweise der Gelben Tonne.

Das Verfahren wurde über fünf Jahre für den PP-Wertstoffstrom aus der deutschen Haushaltssammlung entwickelt. Die Wertstoffballen aus Interzero-eigenen LVP-Sortieranlagen werden in Dessau zerkleinert, gewaschen, nachsortiert und zu Flakes aufbereitet. Anschließend erfolgt die Verarbeitung zu Regranulat. Die für kontaktsensitive Anwendungen erforderliche Dekontamination wird vor Ort gemeinsam mit einem Partner umgesetzt.

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Ziel ist ein Rezyklat für Anwendungen mit hohen Anforderungen, darunter Heißabfüllung, Mikrowellenprodukte sowie Lebensmittel mit hohem Fett- oder Säureanteil. Erste Tests des Sortier- und Recyclingprozesses sowie Materialtests für Lebensmittelverpackungen wurden nach Unternehmensangaben erfolgreich abgeschlossen. Das Zulassungsverfahren bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit für food-grade-, near-food-grade- und Cosmetic-Anwendungen wird derzeit eingeleitet.

Hintergrund ist die europäische Verpackungsverordnung PPWR. Sie sieht ab 2030 verbindliche Mindestquoten für den Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat in Kunststoffverpackungen vor. Für Lebensmittel- und Kosmetikverpackungen aus Kunststoffen außerhalb von PET sollen mindestens zehn Prozent PCR eingesetzt werden, ab 2040 sollen es 25 Prozent sein.

Interzero verweist auf bislang fehlende Mengen geeigneter Rezyklate für kontaktsensitive Anwendungen. Gleichzeitig stehen Sortierung und Aufbereitung aufgrund hoher Energie- und Investitionskosten, schwankender Preise sowie einer gedämpften Nachfrage nach Rezyklaten unter wirtschaftlichem Druck.

Das Unternehmen sieht das Verfahren als skalierbare Lösung für den mengenmäßig bedeutenden PP-Anteil in der Haushaltssammlung. Laut einer Verpackungsstudie der Hochschule Pforzheim aus dem Jahr 2024 entfallen rund elf Prozent der Kunststoffverpackungen im Gelben Sack beziehungsweise in der Gelben Tonne in Deutschland auf Polypropylen.

Weitere Informationen: www.interzero.de

Interzero Holding GmbH & Co. KG, Berlin + Köln

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