| 18.01.2018, 10:56 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die österreichische Kunststoffindustrie begrüßt die Vorhaben aus der kürzlich veröffentlichten EU Kunststoff-Strategie.„Kunststoff ist der am meisten verwendete Werkstoff der Welt. Wir alle arbeiten an einer nachhaltigen und innovativen Kunststoffindustrie, die einerseits Umweltbelastungen minimiert und andererseits international wettbewerbsfähig ist. Dafür ist es notwendig, dass alle Stakeholder an einem Strang ziehen“, kommentiert Helmut Schwarzl, Obmann der Berufsgruppe Kunststoffindustrie die Ziele der EU-Kommission. So wird demnach Nachhaltigkeit vielfach in der Kunststoffbranche bereits jetzt gelebt. Dies zeige sich etwa darin, dass die Industrie mit der gemeinsamen Initiative von Umweltministerium und Fachverband, dem Pakt „Zero Pellet Loss“, erfolgreich Maßnahmen zur Reduktion von Kunststoff in Gewässern umgesetzt habe (siehe auch plasticker-News vom 12.03.2015). Nachhaltiges Wirtschaften braucht richtige Rahmenbedingungen „Um die ambitionierten Ziele der Strategie umzusetzen, braucht es nun praxistaugliche Lösungen und auch die technische Machbarkeit darf nicht aus den Augen verloren werden“, fordert Schwarzl für die Umsetzung. Beispielsweise müsse man für die in der Strategie vorgesehene Erhöhung der Recyclingquoten erst den geeigneten Rechtsrahmen schaffen und die vorhandenen administrativen Hindernisse beseitigen. Außerdem gelte es, Anreize für Investitionen und Innovationen zu bieten, um Recyclingtechnologien für neue Kunststofftypen wie etwa Kunststoffe aus biobasierten Rohstoffen entwickeln zu können. Bekämpfung von Marine Litter erfordert globale Maßnahmen Vielen Umweltproblemen, die in anderen Ländern bestehen, begegnet man in Österreich bereits sehr effektiv: Eine Deponierung von Kunststoffabfällen ist schon lange verboten und ein ausgereiftes Extended Producer Responsibility System für Verpackungen sorgt mit 58 Prozent für die dritthöchsten Recyclingraten in der EU. „Daher begrüßen wir den Ansatz der Kommission, Marine Litter global zu bekämpfen“, so Schwarzl. Über 80 Prozent des Kunststoffeintrags in die Meere stammen aus Asien. „Hier gilt es, diese Länder zu unterstützen, funktionierende Abfallwirtschaftssysteme aufzubauen.“ „Bioplastik ist nur bei positiver Ökobilanz wirklich bio“ Wichtig ist Schwarzl auch die Unterscheidung zwischen Bio-Kunststoff und biologisch abbaubarem Kunststoff: „Der Begriff „Bio-Plastik“ ist für Konsumenten oft irreführend, da er sich lediglich auf den Rohstoff bezieht und keinesfalls mit Kompostierbarkeit einhergeht.“ Und selbst wenn Kompostierbarkeit gegeben ist, sei damit meist nur jene in industriellen Anlagen gemeint und nicht im eigenen Garten oder gar von achtlos in der Natur weggeworfenen Müll. Der Umstieg auf andere Rohstoffquellen oder Werkstoffe sei nur dann sinnvoll, wenn die Ökobilanz tatsächlich positiv ausfalle. Dafür müsse der Ressourcenverbrauch beim gesamten Produktlebenszyklus betrachtet werden: Vom Anbau bei Bio-Kunststoffen bis zum Materialeinsatz beispielsweise bei Papiersackerln, der für die gleiche Reißfestigkeit doppelt so hoch sei. „Sonst ist gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht“, so Schwarzl abschließend. Österreichs Kunststofferzeuger und –verarbeiter setzten 2016 Produkte im Wert von 7,3 Mrd Euro ab und hielten damit einen Anteil von ca. sieben Prozent an der Industrieproduktion. Mit Forschungsausgaben von 194 Millionen Euro im Jahr 2015 gehört die Kunststoffbranche zu den forschungseifrigsten. Weitere Informationen: www.fcio.at, www.fcio.at |
FCIO - Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs, Wien, Österreich
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