| 03.07.2003 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Keine guten Nachrichten konnte der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V. (bvse, www.bvse.de) anläßlich der jüngst in Berlin abgehaltenen Halbjahrespressekonferenz aus den Bereichen Umsatz und Beschäftigung in der Recycling- und Entsorgungsbranche berichten. bvse-Präsident Hans Jürgen Cierzon beklagte verschärfte Auftrags- und Umsatzrückgänge. In der Halbjahres-Umfrage des bvse schlägt sich dies auch in Zahlen nieder: Sowohl beim Umsatz als auch bei der Beschäftigung erwarte die Branche Rückgänge um 2 Prozent. „Es gehen in diesem Jahr tausende von Arbeitsplätzen verloren oder sind gefährdet, ohne dass momentan eine Trendwende erkennbar wäre.“ Angesichts der schlechten konjunkturellen Rahmenbedingungen zeigte sich Cierzon verärgert über die Einführung der Straßenmaut zum 1. September 2003: „Wir brauchen Entlastungen für unsere Betriebe, nicht ständig neue finanzielle und bürokratische Belastungen!“ Zum Thema „Pflichtpfand“ machte der bvse deutlich, dass die mittelständischen Recycler flexibel genug seien, auch ohne einheitliches Rücknahmesystem dem Handel die erforderlichen Dienstleistungen anbieten zu können. Der bvse unterstütze seine Unternehmen und den Handel, um den nach Verpackungsverordnung erforderlichen Nachweis der Mengenströme zu erbringen. Dazu habe der bvse in den vergangenen Monaten alle Voraussetzungen geschaffen, um ein unabhängiges, mittelständisches Selbstentsorgersystem nach den Vorgaben der Verpackungsverordnung im Markt anzubieten. Erfreut zeigte sich der bvse, dass die Novelle der Verpackungsverordnung einen klaren Vorrang der stofflichen Verwertung festgeschrieben habe. „Das ist eine wichtige Weichenstellung“, so Cierzon, der jedoch bemängelte, dass es leider immer noch keine klaren und transparenten Kriterien gebe, wann eine Verpackung ökologisch vorteilhaft sei und wann nicht. Die neuen, erheblich wettbewerbsfreundlicheren DSD-Vergabebedingungen, die durch Einwirkungen des Bundeskartellamtes zustande kamen, haben nach Ansicht Cierzons die Chancen regional verankerter Recycling-Unternehmen verbessert. Von daher sei man zuversichtlich, dass bei diesem aktuellen Ausschreibungsverfahren etwaige wettbewerbsfeindlichen Absprachen nicht geduldet würden. Der DSD AG (www.gruener-punkt.de) wünsche sein Verband, dass die Neuausrichtung und die Vorbereitung des Unternehmens auf einen echten Wettbewerb gelinge. Der bvse spreche sich eindeutig dafür aus, die DSD AG als einen der zentralen Dienstleister in der Recyclingbranche zu erneuern und zu erhalten. Allerdings erteilte Cierzon allen Bestrebungen, vom „ökologischen Pfad der hochwertigen stofflichen Verwertung“ abzukommen, eine „klare Absage“. Der „Grüne Punkt“ werbe derzeit in einer teuren TV-Kampagne um das Engagement der Bürgerinnen und Bürger bei der Vorsortierung der Verpackungen in den Haushalten. Es würde viel Vertrauen verspielt, wenn jetzt ein Zungenschlag in die Diskussion hineinkäme, dass das DSD „ausgerechnet die primitive Lösung des Verbrennens von Verpackungen“ propagiere. |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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