| 20.04.2026, 06:06 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Ein Jahr nach der Projektankündigung haben Nextek und Coveris ihre gemeinsam entwickelte Versuchsanlage „COtooClean“ am ReCover-Standort von Coveris in Lincolnshire vollständig in Betrieb genommen (siehe auch plasticker-News vom 24.03.2025). Unterstützt wird das Vorhaben von der Alliance to End Plastic Waste (AEPW). Mit der Inbetriebnahme erreichen die Partner einen weiteren Entwicklungsschritt beim Recycling von flexiblen Kunststofffolien aus dem Post-Consumer-Bereich. Die Anlage ist darauf ausgelegt, gebrauchte Polyolefinfolien aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) zu einem Rezyklat aufzubereiten, das für Anwendungen im Lebensmittelbereich geeignet sein soll. Im Mittelpunkt steht dabei ein Reinigungs- und Dekontaminationsverfahren, das nach Angaben der Beteiligten auch tief im Material eingebettete Verunreinigungen entfernt. Ziel ist es, eine zentrale Hürde beim Recycling flexibler Verpackungen zu überwinden: die sichere und regulatorisch belastbare Aufbereitung von Post-Consumer-Folien für den erneuten Einsatz in Lebensmittelverpackungen. Grundlage ist die von Nextek entwickelte „COtooClean“-Technologie, die gemeinsam mit Coveris für den industriellen Einsatz skaliert wird. Das Verfahren nutzt überkritisches Kohlendioxid, um in die Polymerstruktur einzudringen und dort Verunreinigungen wie Öle, Gerüche und Altsubstanzen zu entfernen, die mit herkömmlichen mechanischen Recyclingverfahren nur eingeschränkt beseitigt werden können. Überkritisches CO₂ befindet sich dabei in einem Zustand, der Eigenschaften von Gas und Flüssigkeit kombiniert und so sowohl eine tiefe Durchdringung als auch eine Reinigungswirkung ermöglicht. Nach Angaben der Projektpartner soll das Verfahren dazu beitragen, die Verfügbarkeit hochwertiger Rezyklate für sensible Anwendungen zu erhöhen. Gleichzeitig soll es die Einhaltung regulatorischer Anforderungen unterstützen und den Bedarf an Primärkunststoffen verringern. Die Versuchsanlage dient nun dazu, die Technologie unter praxisnahen Bedingungen zu validieren und ihre industrielle Übertragbarkeit zu untersuchen. Ab April 2026 ist eine industrielle Erprobungsphase am Coveris-Standort in Louth vorgesehen. Dort wollen die Partner Erfahrungen aus dem Betrieb in größerem Maßstab sammeln und die Datenbasis schaffen, die für ein Zulassungsverfahren in Europa erforderlich ist. Die Versuche sollen über einen Zeitraum von zwei Jahren laufen. Neben den regulatorisch relevanten Nachweisen geht es dabei auch um die technische Umsetzbarkeit und die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Verfahrens im industriellen Maßstab. Die Anlage wurde mit finanzieller Unterstützung der AEPW errichtet. Nach Angaben der Beteiligten handelt es sich um die erste Anlage dieser Art weltweit. Die AEPW versteht sich als global tätige Non-Profit-Organisation, die Projekte zur Vermeidung von Kunststoffabfällen und zur Entwicklung zirkulärer Materialsysteme unterstützt. Nextek ist ein auf Nachhaltigkeitstechnologien spezialisiertes Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt auf Recyclinglösungen. Coveris verfolgt mit dem Projekt den Ausbau seiner Recyclingaktivitäten am Standort ReCover, wo bereits Technologien zur Wiederaufbereitung von Kunststoffen eingesetzt werden. Mit der jetzt in Betrieb genommenen Versuchsanlage wollen die Partner die Grundlage für ein weiterentwickeltes Recycling flexibler Folien für den Lebensmittelbereich schaffen. Weitere Informationen: www.coveris.com, www.nextek.org |
Coveris Management GmbH, Wien, Österreich
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