| 24.04.2026, 08:55 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Der von der EU-Kommission genehmigte Industriestrompreis wird vom bvse grundsätzlich als wichtiger Schritt zur Entlastung energieintensiver Industrien in Deutschland bewertet. Kritisiert wird jedoch, dass die Kunststoffrecyclingbranche von der konkreten Ausgestaltung der Förderung kaum profitiert. Nach Einschätzung des Verbandes wird dabei die tatsächliche Energieintensität des Kunststoffrecyclings nicht ausreichend berücksichtigt. Insbesondere die Aufbereitung von Post-Consumer-Abfällen durch Waschen, Trocknen und weitere Verarbeitungsschritte erfordert erhebliche Strommengen. Wettbewerbsfähige Energiepreise seien daher eine wesentliche Voraussetzung dafür, Sekundärrohstoffe wirtschaftlich am Markt anbieten zu können. Während Branchen wie Stahl oder Chemie gezielt entlastet werden, bleiben Kunststoffrecycler nach Angaben des bvse weitgehend außen vor. Der Verband sieht darin eine Benachteiligung der Recyclingwirtschaft gegenüber der Primärindustrie. Dies sei auch klimapolitisch problematisch, da Kunststoffrecycling zur Ressourcenschonung, zur Substitution von Primärrohstoffen und zur Einsparung von Emissionen beitrage. Als zentralen Grund für die geringe Berücksichtigung nennt der bvse die weiterhin angewendete Wirtschaftszweigklassifikation WZ 2008. Diese bilde die heutigen Strukturen der Kunststoffrecyclingbranche nicht ausreichend ab. Die aktuellere WZ 2025 ordne hingegen Teile der Branche ausdrücklich als förderfähig ein. Durch das Festhalten an der älteren Klassifikation würden zahlreiche Unternehmen formal von der Förderung ausgeschlossen, unabhängig von ihrer tatsächlichen Energieintensität. Der Verband warnt vor wirtschaftlichen Folgen für die betroffenen Unternehmen. Ohne Zugang zu wettbewerbsfähigen Strompreisen könnten Kunststoffrecycler zunehmend unter Kostendruck geraten. Als mögliche Konsequenzen nennt der bvse Standortverlagerungen und Betriebsschließungen. Der bvse fordert deshalb eine kurzfristige Umstellung der Fördersystematik auf die WZ 2025. Kunststoffrecycling müsse als energieintensive Branche innerhalb einer nachhaltigen Industriepolitik anerkannt werden. Ziel sei es, Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden und die Recyclingwirtschaft in Deutschland langfristig zu sichern. Weitere Informationen: www.bvse.de |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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