| 20.07.2026, 11:53 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
|
|
Das prägendste Merkmal der ersten fünf Monate des Jahres 2026 war die deutlich höhere Stabilität der europäischen Märkte für LDPE-Regranulate gegenüber dem Primärgranulatmarkt. Während geopolitische Spannungen im Nahen Osten und zeitweise beeinträchtigte Schifffahrtsrouten für die internationale Rohölversorgung erhebliche Preisaufschläge bei Neuware auslösten, reagierten die Preise für rLDPE-Regranulate wesentlich moderater. Dies sind die zentralen Aussagen der aktuellen Marktanalyse von Recycario. Grundlage der Marktanalyse sind Spotpreisindikationen sowie die monatlich gehandelten Mengen eines großen europäischen Handels- und Transaktionsportals mit Sitz in Deutschland. Die Auswertung umfasst den Zeitraum von Oktober 2025 bis Mai 2026 und unterscheidet die Regranulate nach Farbqualität, die als Indikator für Sortenreinheit, Aufbereitungsaufwand und Marktwert dient. Im Segment "Farbe nicht hell" verlief die Preisentwicklung über weite Strecken vergleichsweise stabil. Erst im April und Mai wurden Preisaufschläge von insgesamt rund 100 Euro pro Tonne verzeichnet. Die geringeren Qualitätsanforderungen ermöglichen einen flexibleren Einsatz unterschiedlicher Inputmaterialien und begrenzen dadurch die Preisvolatilität. Auch die Handelsmengen entwickelten sich – mit Ausnahme der außergewöhnlich hohen Nachfrage im März 2026 – relativ konstant. Deutlich dynamischer verlief die Entwicklung bei den höherwertigen Qualitäten "Farbe hell" sowie "Farbe weiß + natur". Nach einer saisonal schwächeren Phase zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 setzte bereits im März eine spürbare Erholung ein. Besonders helle Qualitäten erreichten bis Mai wieder Preisniveaus von knapp 950 Euro pro Tonne. Gleichzeitig nahmen die tatsächlich gehandelten Mengen deutlich zu, was auf eine steigende physische Nachfrage nach hochwertigen Regranulaten hinweist. Die Analyse zeigt zudem, dass insbesondere helle Qualitäten frühzeitig auf die Marktverwerfungen infolge des Iran-Konflikts reagierten. Die eingeschränkte Verfügbarkeit von Primärmaterial führte dazu, dass Verarbeiter verstärkt auf hochwertige Regranulate auswichen. Mit zeitlicher Verzögerung profitierte auch das Segment "weiß + natur" von dieser Substitutionsnachfrage. Die Entwicklung der Handelsvolumina bestätigt diesen Zusammenhang und verdeutlicht, dass sich Marktveränderungen sowohl in den Preisnotierungen als auch in der tatsächlichen Handelsaktivität widerspiegeln. Für die weitere Preisentwicklung wurde erstmals ein geopolitisches Stressszenario entwickelt, das internationale Rohölpreise und mögliche Auswirkungen zeitlich begrenzter Störungen im Nahen Osten berücksichtigt. Damit ergänzt das Modell die bisherigen markt- und konjunkturbasierten Prognosen. Im Best-Case-Szenario wird bis zum dritten Quartal 2026 ein kumulierter Preisanstieg von 4,1 Prozent erwartet. Bis Mitte des vierten Quartals könnte sich dieser auf 7,08 Prozent erhöhen. Voraussetzung dafür ist der Abbau der während der Nahost-Krise aufgebauten Sicherheitsbestände sowie eine Rückkehr zu saisonal und langfristig orientierten Einkaufsstrategien. Mit sinkendem Druck durch Lagerwertberichtigungen verbessert sich zudem die Verhandlungsposition der Recycler. Im Worst-Case-Szenario bleibt die Preisentwicklung bis Ende des dritten Quartals mit einem Plus von lediglich 0,12 Prozent nahezu unverändert. Ausschlaggebend wären anhaltend hohe Lagerbestände bei Verarbeitern sowie preisgünstige Primärimporte, insbesondere aus China. Bis Mitte des vierten Quartals könnte daraus ein kumulierter Preisrückgang von 2,11 Prozent resultieren. Bilanzbereinigungen und die Vermeidung weiterer Lagerabwertungen würden in diesem Fall die Nachfrage nach hochwertigen Sekundärrohstoffen zusätzlich dämpfen. Weitere Informationen: www.recycario.com, www.prognostica.de |
Recycario Data Science Institut für wirtschaftliches Kunststoffrecycling, Erlensee
» insgesamt 5 News über "Recycario" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
BASF: Vorläufige Quartalszahlen übertreffen Erwartungen – Ergebnisausblick für 2026 angehoben
RJG: Niiko Rautiola übernimmt Position des CEO
VBI Plastic: Vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet
Bruchsaler Kunststoffe: Insolvenzantrag gestellt
Festo: Verlagerung der Spritzgussfertigung in die Türkei
Capmont: Übernahme von Dyneon von 3M - Wiederaufnahme der Fluorpolymerproduktion in Planung
Meist gelesen, 10 Tage
VBI Plastic: Vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet
Festo: Verlagerung der Spritzgussfertigung in die Türkei
Bruchsaler Kunststoffe: Insolvenzantrag gestellt
Capmont: Übernahme von Dyneon von 3M - Wiederaufnahme der Fluorpolymerproduktion in Planung
Meist gelesen, 30 Tage
Celanese: Preiserhöhungen für technische Kunststoffe
Kebo: Zusammenschluss mit Plastisud
Leuna-Polyamid: Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt
VBI Plastic: Vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet
Meist gelesen, 90 Tage
Durotherm: Übernahme durch swissplast group sichert Fortführung der Standorte Haiterbach und Lindlar
Dreher: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
Grünstoff: Kunststoffrecycler mit strategischer Neuausrichtung
Evonik: Stellenabbau und Ausstieg aus dem Polyester-Geschäft angekündigt
Dann veräußern Sie diese kostenlos
in der Rohstoffbörse.
| Physikalischer Schaumspritzguss - Grundlagen für den industriellen Leichtbau
|