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Bottle-to-Bottle-Recycling mit dem SuperCleaning Prozess Dr. Thomas Friedlaender, KRONES AG Aus Krones Magazin 3/2012 Während bislang ein ganz wesentlicher Teil von gesammelten PET-Kunststoffen ein Downgrade zu Nonfood-Grade-rPET erlebte und speziell in China zu Textilfasern oder sonstigen Gebrauchsgegenständen weiterverarbeitet wurde, nimmt jetzt die Tendenz zu, das wertvolle Material erneut im Lebensmittelbereich einzusetzen. Deshalb gewinnt das PET-Recycling zur Wiederverwendung als lebensmitteltaugliches „Food-Grade“-Verpackungsmaterial weltweit an Dynamik. Krones hat dazu ein Bottle-to-Bottle-Recycling mit integriertem SuperCleaning Prozess entwickelt, das bereits mehrfach weltweit erprobt ist. Eine Krones Bottle-to-Bottle-Recycling Anlage besteht im Wesentlichen aus zwei großen Modulen mit jeweils mehreren Verfahrensschritten: Dem Waschmodul und dem Dekontaminationsmodul.
Lebensmittelechtes Rezyklat ![]() Die lebensmitteltauglichen Flakes sind in ihren optischen und physikalischen Eigenschaften mit Neuware vergleichbar. Der vorangeschaltete Krones Waschprozess hat entscheidende Bedeutung für die spätere Qualität. Das so gereinigte Material wird in einer Heizschnecke schonend und gleichmäßig erwärmt, bevor es in einem weiteren Schritt getrocknet und auf die endgültige Dekontaminations-Temperatur gebracht wird, die deutlich unterhalb der PET-Schmelztemperatur liegt. Daraus resultiert ein wesentlicher energetischer Vorteil gegenüber den Prozessen der Pellet-Herstellung, die generell höhere Temperaturen benötigen. Die eigentliche Reinigung von migrierten Inhaltsstoffen findet bei optimaler Temperaturführung im Vakuumreaktor der Krones Recyclinganlage statt. Danach liegen lebensmitteltaugliche Flakes vor. Vorteile dieses Verfahrens sind seine niedrige Prozesstemperatur mit optimaler Temperaturkontrolle, die kurze Prozesszeit sowie der hohe Reinheitsgrad und die hohe Farbqualität der gewonnenen PET-Flakes. Trockene Vorreinigung Vor der Dekontamination kommt das Krones Waschmodul zum Einsatz. Hier werden die vorsortierten Flaschen zunächst gemahlen. Die so gewonnenen Flakes durchlaufen eine trockene Vorreinigung. Wesentlich für die Qualität des recycelten PET ist die rückstandslose Entfernung von Fremdmaterialien – hauptsächlich Etiketten und Folien. Moderne Etikettenmaterialien aus Kunststofffolie, oftmals mit aufwändigem Druck ausgestattet, sorgen zwar für einen guten Auftritt der Produkte, fallen aber im Waschprozess unter die Kategorie der Störstoffe. Gelangen Etiketten in die Nasswäsche, kann die Druckfarbe heraus gewaschen werden und im Waschwasser gelöst mit dem PET in Verbindung kommen. Und genau dies muss bei der Verwendung von PET für Lebensmittelverpackungen verhindert werden. Die Bearbeitung von Etiketten in der Nasswäsche hat zudem den Nachteil, dass die dabei freigesetzten Substanzen das Abwasser belasten. Deshalb war bei der Entwicklung der Krones PET-Recyclinganlage von Anfang an klar: Bereits bei der Bearbeitung des Eingangsmaterials an PET-Flaschen müssen sämtliche Möglichkeiten genutzt werden, um beste und lebensmitteltaugliche Qualität des PET sicherzustellen. Daher setzt das Verfahren auf die trockene Vorreinigung und Vermahlung des Eingangsmaterials. Das trockene Mahlgut, ein Gemisch aus PET, Polyolefinen (Deckel) und Etiketten, wird im Trockenmischer vorgereinigt. Mit diesem fein abgestimmten Trockenreinigungs-Konzept ist sichergestellt, dass nur verwertbare Bestandteile des Inputmaterials (PET, PO) in der Nasswäsche verarbeitet werden. Waschmodul als Vorstufe Das Krones Waschmodul ist verantwortlich für den gesamten Reinigungsprozess der gebrauchten PET-Flaschen.
Der gesamte Waschprozess integriert die Rückführung verbrauchter Medien. Dazu gehören die kontinuierliche Aufbereitung des Waschwassers und das zweistufige Filtrationssystem der Lauge. Die Heißwasserspülung der Flakes basiert auf einem Kaskaden-Prinzip mit mehrfacher Nutzung des kontinuierlich aufbereiteten Wassers. So ist optimale Qualität der eingesetzten Medien und die konsequente Schonung der Ressourcen garantiert. Besonders die Kombination aus Intensivwäsche, Laugenreinigung und mehrstufiger Nachreinigung führt zu der hohen Farbqualität des gewaschenen Mahlguts. Spezielle Filtrationssysteme sorgen für eine sichere Reinigung Bei der Nassreinigung der verwertbaren Bestandteile (PET, PO) entsteht eine Schmutzfracht, die zur Aufrechterhaltung der Reinigungsleistung kontinuierlich aus dem Prozess entfernt werden muss. Krones setzt hierfür spezielle Filtrationssysteme ein. ![]() Krones hat ein Bottle-to-Bottle-Recycling mit integriertem SuperCleaning Prozess entwickelt, das bereits mehrfach weltweit erprobt ist. Die zu entfernenden Schmutzpartikel, wie gelöste Farbpartikel und Klebstoffe, befinden sich also als Rückstand in der Lauge des Reinigungsprozesses und können bei ungenügender Separation die Reinigungswirkung vermindern. Sind die Waschmedien zu stark kontaminiert, könnten die zu reinigenden PET-Flakes durch die Waschlauge erneut verschmutzt werden. Um diese Gefahr zu vermeiden, setzt Krones einen erprobten Filtrationsprozess aus der Flaschenreinigungstechnik ein: das Parcival Prinzip mit Membrantrennverfahren. Bei der Cross-Flow-Filtration im Parcival fließt die zu reinigende Flüssigkeit parallel an der Membran entlang - durch den Überdruck im System strömt ein Teil der Lauge durch die Membran. Dieses Permeat wird der Waschlauge wieder zugeführt. Weiterhin sind zur Abtrennung grober Schmutzpartikel zusätzliche Filtrationseinheiten integriert. Mit der Abscheideleistung feinster Partikel sorgt der Krones Aufbereitungsprozess für Waschlaugen von konstant höchster Qualität im Bottle-to-Bottle-Recycling. Gleichzeitig arbeitet das Verfahren wirtschaftlich durch den sparsamen Einsatz von Natronlauge und Frischwasser sowie durch geringe Wärme- und Energieverluste und sorgt für eine sichere Reinigung der PET-Flakes mit der inline filtrierten Reinigungsflüssigkeit. Effektiver Prozess ![]() Eine Krones Bottle-to-Bottle-Recycling Anlage besteht im Wesentlichen aus zwei großen Modulen mit jeweils mehreren Verfahrensschritten: Dem Waschmodul und dem Dekontaminationsmodul. Das Verfahren ist sehr effektiv. Zum einen sorgt die optional erhältliche, integrierte Dick-Dünn-Trennung von Rumpf- und Neck-Teilen vor der Dekontamination dafür, dass nur PET mit gleichmäßiger Materialstärke und -größe in den Dekontaminierungsprozess eingeschleust wird. So ist sichergestellt, dass die PET-Flakes im Dekontaminationsreaktor gleichen Behandlungsbedingungen unterzogen werden. Zum anderen werden mit dem Trocknungsreaktor die PET-Flakes auf ein gleichmäßiges Temperaturniveau eingestellt – damit sind kurze Prozesszeiten und eine homogene Temperaturverteilung im Behandlungsreaktor verwirklicht. Das Resultat ist ein niedrigerer Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Technologien, was den Dekontaminationsprozess wirtschaftlicher macht. Die Dekontamination der Flakes erfolgt in einem Vakuumreaktor ohne mechanische oder thermische Überbeanspruchung des Materials. Pellets oder Flakes? Pellets aus rPET werden aus rPET Flakes extrudiert und bilden nach der Extrusion Spaghetti-ähnliche Stränge, die gekühlt und geschnitten werden. Das Pellet-Verfahren wurde bisher gewählt, wenn eine zusätzliche Sicherheit für das Entfernen von Fremdstoffen gewünscht war, da hier im Extrusionsschritt Fremdstoffe ausgeschieden werden. Diese Verfahrensweise hat den Nachteil, dass Pellets zwei Extrusionsschritte durchlaufen, d. h. das Material wird pro Zyklus zweimal geschmolzen: bei der Pellet-Herstellung sowie bei der Preform-Herstellung. Ein unnötig hoher Energieverbrauch und längere Prozesszeiten sind die Folge. Flakes aus rPET sind als Endprodukt nach dem Recycling-Prozess verfügbar. Das flockenähnliche PET-Recyclat kann unmittelbar zur Produktion von Preforms mit „Virgin-PET“ beigemischt werden. Bisher verbreitete Techniken zur Herstellung von rPET-Flakes erreichten oft die im Lebensmitteleinsatz geforderten Qualitätsmerkmale nicht. Mit dem Krones PET-Recycling-Verfahren werden PET-Flakes in höchster Reinheit zur direkten Verarbeitung im Bottle-to-Bottle-Verfahren produziert. EU-gefördertes SuperPET Projekt Im Rahmen des EU-Programms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation unterstützt die Europäische Kommission Krones seit Juli 2011 bei der Einführung ihres FDA-konformen Flake-Recycling-Prozesses. Der Krones Recycling-Prozess im SuperPET Projekt ermöglicht es, Ressourcen durch die Reduktion von Abfall, Emissionen und Schadstoffen zu schonen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt. Ausschlaggebend für die Förderungswürdigkeit des Krones PET-Recycling-Verfahrens waren u. a. die Wirtschaftlichkeit des Anlagenbetriebs und die Hochwertigkeit des gewonnenen Rezyklats. Dieser innovative Prozess spart elektrische und thermische Energie, Wasser und neues Rohmaterial und damit Erdöl. Die Reduktion der CO2-Emission ist beträchtlich. Beim Krones Dekontaminationsprozess kann der Anwender vorab definieren, ob Flakes, Pellets oder sogar Preforms hergestellt werden sollen. Das Krones Verfahren bietet diese Wahlfreiheit, denn der für den Lebensmitteleinsatz erforderliche Dekontaminationsschritt wird grundsätzlich nur mit Flakes ausgeführt. Erst danach wird entschieden, welches Endprodukt erzeugt werden soll. Entweder werden die Flakes direkt verwendet oder es folgt eine Pelletisierung mit anschließender Aufbereitung zu sphärischen oder zylindrischen Pellets. Eine weitere, überaus energieeffiziente Verwendung der dekontaminierten Flakes ergibt sich, wenn man das Material direkt der Preform-Extrusion zuspeist – ein Highlight der Verarbeitung von rPET, das Krones mit dem Prozess bietet. Diese Wahlmöglichkeit und die hohe Effizienz des Verfahrens sind starke Perspektiven für die Nutzung von rPET im Bottle-to-Bottle-Recycling. KRONES AG Böhmerwaldstraße 5 Tel.: +49 (0) 9401 70–0 Internet: www.krones.de |
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