| 28.06.2023, 10:04 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Kunststoffe werden auch im Automobilbau von morgen unverzichtbar sein. Gefragt sind daher nachhaltige Technologien, die zur Ressourcenschonung und Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen beitragen. Über technologische Trends und Innovationen diskutierten mehr als 750 Teilnehmende zwei Tage lang im Zuge des VDI-Fachkongresses „PIAE – Kunststoffe im Automobilbau“ am 21. und 22. Juni 2023 in Mannheim (siehe auch plasticker-News vom 05.05.2023). Rezyklate und optimierte Materialauswahl Lösungswege zu mehr Nachhaltigkeit beim Kunststoffeinsatz im Automobilbau gibt es viele: Die intensivere Nutzung von Rezyklaten zählt ebenso dazu wie die Materialauswahl, neuartige Verarbeitungsverfahren oder das Bauteildesign. Der Kongressleiter Thomas Drescher (Volkswagen AG) verwies in seiner Eröffnungsrede auf aktuelle Diskussionen wie zur Altfahrzeugrichtlinie der EU (End of Life Vehicle-Direktive) sowie auf die zunehmende Verwendung von Post-Consumer-Rezyklaten. Auf dem Weg zur Circular Economy Der Automobilbau befinde sich damit auf dem Weg zur Circular Economy – sollte dies aber auch offensiver kommunizieren, appellierte Drescher an die Kongressbesucher: „Lassen Sie uns gemeinsam über unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten informieren und Kunststoffe in der öffentlichen Wahrnehmung aus der vermeintlichen Schmuddelecke herausholen!“ Zahlreiche OEMs Die 46 handverlesenen Keynotes und Vorträge gaben wertvolle Impulse für weitergehende Diskussionen. Zahlreiche OEMs wie Audi, Porsche, Mercedes-Benz, Volkswagen, Ford sowie MAN Nutzfahrzeuge stellten Serienprojekte von heute und morgen vor. In der begleitenden Fachausstellung zeigten über 80 Aussteller innovative kunststofftechnische Lösungen. ”Krise als Normalfall begreifen“ Die Krise ist kein Ausnahmezustand, sondern der Normalfall – so lautete die These von Prof. Dr. Armin Nassehi, Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München. Nach seinen Worten ermöglichen es häufig erst unsichere Zeiten, unkonventionelle Entscheidungen zu treffen und damit Innovation zu ermöglichen. Statt der Entscheidung zwischen A und B gebe es tatsächlich oft viel mehr Alternativen, die erst durch die Unsicherheit einer Krise nicht mehr gedanklich ausgeschlossen werden. Diese ließen sich am besten gemeinsam erschließen: „Um neue Lösungswege zu finden, ist ein vernetztes Denken in multiprofessionellen Teams erforderlich.“ Mit Technologieoffenheit zur CO2-Reduktion Wie wichtig das vernetzte Entwickeln und die gemeinsame Arbeit an Problemlösungen ist, bestätigten auch Dipl.-Ing. Bernhard Staudt und Dr.-Ing. Martin Schneebauer (beide BMW Group) in ihrer Keynote. Sie berichteten über die Strategien eines nachhaltigen Kunststoffeinsatzes bei der BMW Group. Um das selbstgesteckte Ziel einer 40-prozentigen CO2-Reduktion pro Fahrzeug-Lebenszyklus bis zum Jahr 2030 zu erreichen, ist nach ihren Worten insbesondere Offenheit für jede nachhaltige Technologie notwendig. Mechanisches oder chemisches Recycling spiele ebenso eine Rolle wie die verstärkte Nutzung von Biopolymeren und Bio-Rohstoffen: „Direkte CO2-Einsparungen sind in jedem Fall besser als Zertifikate oder eine Massenbilanz.“ Der nächste VDI-Fachkongress PIAE findet am 19. und 20. Juni 2024 in Mannheim (Congress-Center Rosengarten) statt. Weitere Informationen: www.vdi-wissensforum.de/piae |
VDI Wissensforum GmbH, Düsseldorf
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