| 17.03.2026, 10:05 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Der finnische Kraftstoff- und Rohstoffhersteller Neste hat an seinem Raffineriestandort Porvoo eine neue Aufbereitungsanlage für verflüssigte Kunststoffabfälle in Betrieb genommen. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um die weltweit größte Anlage dieser Art. Die Investitionssumme beträgt demnach 111 Millionen Euro. Die Jahreskapazität liegt bei bis zu 150.000 Tonnen verflüssigter Kunststoffabfälle. Die Produktion soll schrittweise hochgefahren werden. Mit der Inbetriebnahme erweitert Neste seine Aktivitäten im chemischen Recycling von Kunststoffen im industriellen Maßstab. Das Unternehmen verarbeitet nach eigenen Angaben bereits seit 2020 verflüssigte Kunststoffabfälle, darunter Pyrolyseöl. Der Bau der neuen Anlage begann 2023, die Integration in die bestehende Raffinerie wurde Ende 2025 abgeschlossen. Der Produktionsanlauf startete 2026. Die weitere Auslastung der Anlage soll von der Marktentwicklung und den regulatorischen Rahmenbedingungen abhängen. Ziel der neuen Anlage ist es, verflüssigte Kunststoffabfälle so aufzubereiten, dass sie als qualitativ geeigneter Rohstoff für die Kunststoff- und Chemieindustrie eingesetzt werden können. Nach Unternehmensangaben schließt die Anlage damit die Qualitätslücke zwischen roh anfallenden verflüssigten Kunststoffabfällen und den Rohstoffanforderungen petrochemischer Anwendungen. Verarbeitet werden sollen insbesondere Abfallströme, die sich für das mechanische Recycling nur eingeschränkt eignen, etwa mehrschichtige Verpackungen, gemischte Kunststoffabfälle und verunreinigte Kunststoffe. Neste betont, dass mechanisches Recycling weiterhin eine wichtige Rolle spielt, bei bestimmten Abfallqualitäten jedoch an Grenzen stößt. Die neue Anlage ist deshalb auf Rohstoffe ausgelegt, die aus schwer recycelbaren Kunststoffabfällen gewonnen werden und andernfalls häufig in die Verbrennung oder Deponierung gehen würden. Im Verfahren werden die verflüssigten Kunststoffabfälle zusammen mit Rohöl verarbeitet. Die Zuordnung des Rezyklatanteils zu den daraus entstehenden Produkten erfolgt über einen Massenbilanzansatz. Auf dieser Grundlage weist Neste für sein Produkt „Neste RE“ eine Einsparung von mehr als 70 Prozent beim Verbrauch fossiler Primärressourcen sowie eine Reduktion der Treibhausgasemissionen von mehr als 35 Prozent aus. Diese Werte beziehen sich auf den Vergleich chemisches Recycling statt Verbrennung sowie den Ersatz fossiler Rohstoffe in der Kunststoffherstellung. Darüber hinaus verweist Neste auf regulatorische Herausforderungen in Europa. Nach Einschätzung des Unternehmens könnten die derzeitigen Berechnungsregeln der Europäischen Kommission zum Rezyklatanteil in der Einwegkunststoff-Richtlinie die Rolle von Raffinerien bei der Erreichung europäischer Recyclingziele einschränken. Neste fordert daher eine Anpassung der Regeln im Zusammenhang mit der EU-Verpackungsverordnung, damit Raffinerien bei der Anrechnung recycelter Inhalte berücksichtigt werden. Neben dem Betrieb der neuen Anlage ist Neste nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Partnern Alterra und Technip Energies auch an der Lizenzierung von Verflüssigungstechnologien für das chemische Recycling schwer recycelbarer Kunststoffe beteiligt. Weitere Informationen: www.neste.com, neste.de |
Neste Corporation, Espoo, Finnland + Neste Germany GmbH, Düsseldorf
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