| 01.06.2026, 13:57 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. beteiligt sich als Projektpartner am Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Dialycycle“. Ziel des Vorhabens ist es, erstmals eine durchgängige Prozesskette für das werkstoffliche Recycling kunststoffbasierter Einwegprodukte aus der Dialyse zu entwickeln und unter Praxisbedingungen zu erproben. Der Förderantrag wurde am 3. April durch das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bewilligt. Das Projekt startet am 1. Juni 2026 und ist auf 36 Monate angelegt. Koordiniert wird das Verbundprojekt vom Circular MTC e.V. in Chemnitz. Ausgangspunkt des Projekts sind die erheblichen Abfallmengen, die insbesondere bei der Hämodialyse entstehen. Pro Behandlung fallen mindestens 2,5 Kilogramm kunststoffbasierte Abfälle an, vor allem gebrauchte Dialysatoren und Blutschlauchsysteme. In Deutschland summiert sich dieses Abfallaufkommen auf rund 35.000 Tonnen pro Jahr. Diese Materialien werden bislang in der Regel thermisch verwertet. „Dialycycle“ soll prüfen, wie sich diese Stoffströme künftig für ein werkstoffliches Recycling erschließen lassen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer technisch, organisatorisch und wirtschaftlich tragfähigen Prozesskette. Dazu gehören die Analyse der anfallenden Materialströme, Konzepte für eine recyclinggerechte Erfassung und Sammlung sowie Verfahren zur Desinfektion und Aufbereitung kontaminierter medizinischer Kunststoffabfälle. Die daraus gewonnenen Rezyklate sollen perspektivisch wieder in geeigneten Anwendungen eingesetzt werden. Nach Angaben der Projektbeteiligten könnten durch den Einsatz solcher Rezyklate im Vergleich zu Primärkunststoffen erhebliche CO₂-Einsparungen erreicht werden. Das KfH bringt seine Erfahrung als einer der großen Dialyseanbieter in Deutschland insbesondere in den Bereichen Stoffstromanalyse, Abfallerfassung und Sammellogistik ein. In ausgewählten KfH-Nierenzentren sollen klinische Materialströme untersucht und neue Sammel- und Desinfektionskonzepte praktisch erprobt werden. Im Bereich der Umverpackungen erreicht das KfH nach eigenen Angaben bereits eine Recyclingquote von 95 Prozent. Das Projekt zielt nun auf bislang nicht recycelte klinische Kunststoffabfälle aus der Dialyse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für das Recycling kontaminierter medizinischer Abfälle. Der Umgang mit solchen Abfällen ist reguliert und erfordert in der Praxis häufig abfallspezifische Genehmigungen. Das Projekt soll daher auch Praxiserfahrungen zu bestehenden Verfahren liefern und mögliche Ansatzpunkte für deren Weiterentwicklung aufzeigen. Sicherheits- und Umweltstandards sollen dabei nach Angaben der Projektpartner gewahrt bleiben. Am Ende der Projektlaufzeit sollen neben technischen Demonstratoren auch ein übertragbares Geschäftsmodell und ein Konzept für die Skalierung vorliegen. Die Ergebnisse sollen perspektivisch auf weitere Dialysezentren sowie andere medizinische Einrichtungen übertragbar sein. Neben dem KfH sind PHV – Der Dialysepartner Patienten Heimversorgung Gemeinnützige Stiftung, Beos Polymer GmbH, PolyM Manufaktur GmbH und Gerflor Mipolam GmbH am Projekt beteiligt. Als assoziierter Partner bringt Remondis Medison GmbH Expertise im Bereich der Dekontamination medizinischer Abfälle ein. Der Circular MTC e.V. koordiniert das Verbundprojekt. Der Verein befasst sich mit der Transformation zu kreislaufgeführten Wirtschaftsprozessen, der Entwicklung nachhaltiger Werkstoffe, Produkte und Verfahren sowie dem Transfer entsprechender Technologien in industrielle Anwendungen. Das KfH wurde 1969 gegründet, um die Versorgung dialysepflichtiger Patienten in Deutschland zu verbessern. Heute betreibt das KfH rund 200 Zentren und versorgt mehr als 17.400 Dialysepatienten sowie über 80.000 Sprechstundenpatienten. Weitere Informationen: www.kfh.de |
KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V., Neu-Isenburg
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