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06.10.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten    

EMS-Grivory: Hochleistungspolyamid ersetzt Aluminium in ABS-Magnetventil für Nutzfahrzeuge

Vergleich der bisherigen Aluminium-Ausführung mit der neuen EMS-Kunststofflösung - (Bild: Ems-Grivory).
Vergleich der bisherigen Aluminium-Ausführung mit der neuen EMS-Kunststofflösung - (Bild: Ems-Grivory).
Die EMS-Chemie AG setzt bei einem ABS-Magnetventil für Nutzfahrzeuge auf das Hochleistungspolyamid "Grivory HT" als Ersatz für eine bisherige Aluminiumausführung. Wie das Unternehmen im Vorfeld der Fakuma 2026 weiter mitteilt, sinkt das Bauteilgewicht dadurch um 33 Prozent, der CO₂-Fußabdruck um rund 60 Prozent und die Herstellkosten um etwa 30 Prozent.

Das Magnetventil ist Bestandteil eines ABS-Modulators und regelt den Luftdruck zu den Bremszylindern. Damit trägt es dazu bei, ein Blockieren der Räder bei starken Bremsvorgängen zu verhindern. Für die sicherheitsrelevante Anwendung muss das Bauteil über die gesamte Lebensdauer eine hohe Funktions- und Dauerfestigkeit gewährleisten und zugleich Temperaturen von -40°C bis +80°C sowie weiteren Umwelteinflüssen standhalten.

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Konstruktion für den Spritzguss
Mit dem Wechsel von Aluminium auf "Grivory HT" wurde die Bauteilgeometrie auf eine kunststoffgerechte Spritzgusskonstruktion ausgelegt. Verrippungen stellen die erforderliche Steifigkeit sicher. Gleichzeitig lassen sich komplexe Geometrien in einem Fertigungsschritt herstellen. Nachbearbeitungsschritte, die bei der Aluminiumversion erforderlich waren, entfallen.

Explosionsdarstellung des ABS-Magnetventils mit den einzelnen Komponenten - (Bild: Ems-Grivory).
Explosionsdarstellung des ABS-Magnetventils mit den einzelnen Komponenten - (Bild: Ems-Grivory).
Für die Anwendung war eine Mindestlebensdauer von einer Million Bremszyklen vorgegeben. Im Dauerlauftest erreichte die Kunststoffkomponente nach Unternehmensangaben mehr als sieben Millionen Bremszyklen und überschritt damit die geforderte Mindestlebensdauer um mehr als das Siebenfache.

Niedrigere Verarbeitungstemperatur reduziert Energiebedarf
Auch im Fertigungsprozess unterscheidet sich die Kunststofflösung von der Aluminiumausführung. "Grivory HT" wird bei rund 340°C verarbeitet, während für Aluminium etwa 650°C erforderlich sind. Die niedrigere Verarbeitungstemperatur soll den Energiebedarf der Fertigung um bis zu 25 Prozent reduzieren.

Die Anwendung zeigt, wie sich Metallbauteile in sicherheitsrelevanten Nutzfahrzeuganwendungen durch technische Thermoplaste ersetzen lassen, wenn Werkstoffauswahl, Bauteilkonstruktion und Spritzgussprozess aufeinander abgestimmt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Gewichtsreduzierung, Dauerfestigkeit, Energiebedarf und Fertigungskosten.

Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle B2, Stand 2113

Weitere Informationen: www.ems-group.com, www.emsgrivory.com

EMS-Chemie Holding AG, Herrliberg und Domat/Ems, Schweiz

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