| 28.03.2014, 06:03 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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![]() VAW Betriebsleiter Johannes Schmidt (l.) bildet derzeit vier Gefangene der Justizvollzugsanstalt Heimsheim an einem Allrounder 320 C Golden Edition zum Maschinen- und Anlagenführer aus. "Unser oberstes Ziel lautet Resozialisierung", erklärt Lars Klapper, Geschäftsführer des Vollzuglichen Arbeitswesens (VAW) in der Justizvollzugsanstalt Heimsheim. "Wir haben hier rund 460 Insassen; möglichst viele davon wollen wir als potenzielle neue Mitarbeiter entlassen." Ein Problem sei jedoch, dass viele Häftlinge keine Berufsausbildung abgeschlossen haben. JVA bildet zum Maschinen- und Anlagenführer aus Deshalb wird in Heimsheim neben der Möglichkeit, Deutsch zu lernen und den Hauptschulabschluss nachzuholen, z.B. auch eine Teilausbildung zum Gabelstaplerfahrer, ein Schweiß- oder einen Tischler-Schreiner-Maschinenkurs angeboten. "Wir sind stolz darauf, die erste Niederlassung des Landesbetriebs Vollzugliches Arbeitswesen zu sein, die seit September 2013 eine zweijährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer Metall- und Kunststofftechnik anbietet", ergänzt VAW Werkdienstleister Wolfgang Wenzelburger. Für den Theorieunterricht kommen mehrmals wöchentlich Berufsschullehrer in die Haftanstalt. Der Praxisteil wird von eigenen Mitarbeitern mit Techniker- oder Meisterausbildung übernommen. Neue Maschinentechnik im Einsatz Der Maschinenpark in Heimsheim ist gut bestückt. Denn als Dienstleister und Lohnfertiger nimmt der nach ISO 9001 zertifizierte Betrieb auch zahlreiche Aufträge von regionalen Industrieunternehmen und Privatleuten entgegen. Auf rund 7.300 Quadratmetern Produktionsfläche sind z.B. eine Schlosserei, Schreinerei, Druckerei und ein Montagebereich untergebracht. In der Metallausbildung steht u.a. ein modernes CNC-Bearbeitungszentrum zur Verfügung. Für die Fertigung von Kunststoffteilen wurde im vergangenen Jahr eine neue Spritzgießmaschine von Arburg angeschafft. "Wir haben uns für einen kompakten Allrounder 320 C der Baureihe Golden Edition entschieden, mit dem wir Teile bis zu einem Schussgewicht von 50 Gramm fertigen können", führt Johannes Schmidt aus, der viele Jahre eine eigene Spritzerei betrieb. Ein Plus sei die räumliche Nähe von Arburg im Nordschwarzwald. "Für Inbetriebnahme, Service und Wartung kommen kompetente Techniker in unseren Ausbildungsbetrieb. In dieser Hinsicht unterscheiden wir uns von keinem anderen Unternehmen", betont Johannes Schmidt. Die vier Auszubildenden im Alter zwischen 25 und 30 Jahren lernen nun Schritt für Schritt das Rüsten und Einstellen der Spritzgießmaschine. Zwei weitere Häftlinge, die in Kürze entlassen werden, nutzen ebenfalls die Gelegenheit, sich am Allrounder ausbilden zu lassen. Kunststoffteile: Eigenproduktion und Lohnfertigung ![]() Auf der neuen Spritzgießmaschine werden z. B. Briefklammern, Schlüsselanhänger und Kunststoffbehälter produziert. Da zur Ausbildung auch die Metallbearbeitung gehört, fertigen die angehenden Maschinen- und Anlagenführer das Werkzeug für eine Notizzettelbox größtenteils selbst - (alle Bilder: Arburg). Ende März steht für die vier Auszubildenden die erste Zwischenprüfung an. Im September 2015 erhalten die Häftlinge, wenn alles klappt, ihren von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zertifizierten Gesellenbrief. Damit haben sie später auf dem freien Markt einen beruflichen Vorsprung vor ungelernten Hilfskräften und die Option, sich zum Industriemechaniker weiterzubilden. Weitere Informationen: www.arburg.com |
Arburg GmbH + Co KG, Loßburg
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