| 05.10.2015, 09:31 Uhr | Lesedauer: ca. 1 Minute |
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Mit rund 70 Teilnehmern, kann die erste bio!CAR Konferenz über biobasierte Materialien im Automobilbau, organisiert vom bioplastics MAGAZINE zusammen mit dem nova-Institut, als echter Erfolg bezeichnet werden. Die neue Konferenz, die sich ausschließlich auf Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen im Automobilbau konzentriert, fand im Rahmen der Composites Europe 2015 in Stuttgart am 24. und 25. September statt (siehe auch plasticker-News vom 10.06.2015). Die bio!CAR zog Teilnehmer der gesamten Wertschöpfungskette, von Rohstoffherstellern bis hin zu OEM, Tier 1 und anderen Zulieferern sowie Wissenschaftlern aus verschiedenen Instituten an. Die Themen der bio!CAR Konferenz orientierten sich am aktuellen Trend der zunehmenden Nutzung von biobasierten Kunststoffen und Naturfasern in der Automobilindustrie: immer mehr Hersteller und Lieferanten setzen auf organische Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Flachs, Hanf, Sisal, Baumwolle oder Kokos als Verstärkungsmaterialien, sowie biobasierte Thermoplaste, Duromere oder Monomere. Laut nova-Institut (Hürth) verarbeitete die Europäische Autoindustrie 2012 rund 80.000 Tonnen Holz und Naturfasern in Verbundwerkstoffen. Das Gesamtvolumen der Biocomposites im Automobilbau betrug 150.000 Tonnen. Biokunststoffe eignen sich durchaus auch für Premium-Anwendungen in der Autoindustrie. So werden Rizinusöl-basierte Polyamide bereits in anspruchsvollen Motorraum-Komponenten, Polymilchsäure (PLA) in Türverkleidungen, Soja-basierte Schaumstoffe in Sitzen und Armlehnen sowie biobasierte Epoxy Harze in Verbundwerkstoffen eingesetzt. Die bio!CAR Konferenz bot eine Vielzahl von Fachvorträgen über neue Entwicklungen, die Marktsituation und rechtliche wie politische Rahmenbedingungen auf dem Gebiet der biobasierten Materialien. Das aktuelle Portfolio dieser Materialien reicht von Naturfaser verstärkten konventionellen Kunststoffen über biobasierte Drop-in Kunststoffe wie biobasierte Polyamide, Polyethylen, PET oder biobasiertes Epichlorhydrin für Epoxidharze bis hin zu biobasierten EPDM-Elastomeren. Und obwohl eine Sprecherin kommentierte, dass diese Drop-ins ´irgendwie langweilig seien, da man sie von ihren Erdöl-basierten Äquivalenten nicht unterscheiden könne‘, war sich die Mehrheit der Teilnehmer einig, dass die Tatsache, dass diese Drop-ins teilweise oder vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden können, einen erheblichen Vorteil darstellt. Aber auch neuartige Biokunststoffe, z.B. Furfurylalkohol oder Isosorbid-basiertes Bio-Polycarbonat, und PLA wurden vorgestellt. Während einer Podiumsdiskussion, wurde das Thema angesprochen "Was ist wichtig für automobile Interieur-Anwendungen - geringes Gewicht, leicht zu recyceln, biobasiert oder gar biologisch abbaubar? Wohin geht die Reise?". Ein Aspekt in der Diskussion war, dass Performance und Nachhaltigkeit von größter Bedeutung sind und "nicht biobasiert nur um der Biobasiertheit willen", wie Maira Magnani (Ford) es formulierte. Ein abendliches Get-Together, zu dem das bioplastics MAGAZINE und Fraunhofer WKI eingeladen hatten, bot den Teilnehmern eine weitere Gelegenheit zum Netzwerken im Umfeld des ausgestellten Bioconcept Car, eines Rennwagens, der sich durch eine Reihe verschiedener Biokunststoff und Biocomposite Teile auszeichnet. Zusätzlich zu der von Delegierten, Referenten und Ausstellern hoch gelobten Konferenz hatten alle Teilnehmer freien Zugang zur Messe Composites Europe 2015, wo über 20 Aussteller im Rahmen eines speziellen Biocomposites Pavillon ihre Produkte zeigten. |
Polymedia Publisher GmbH, Mönchengladbach
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