| 20.09.2022, 06:06 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Der US-amerikanische Chemiekonzern Dow und die britische Mura Technology planen den Bau einer Kunststoffrecyclinganlage im sächsischen Böhlen. Laut Pressemitteilung soll die Anlage auf dem Areal des Dow-Standorts in Böhlen entstehen. Mit der endgültigen Investitionsentscheidung für das Projekt wird Ende kommenden Jahres gerechnet, 2025 könnte der Komplex dann in Betrieb genommen werden. Die bisherigen Planungen sehen Kapazitäten für das Recycling von jährlich bis zu 120.000 Tonnen Kunststoffabfall vor. Der aktuellen Aussendung zufolge wäre die Anlage in Böhlen damit die größte ihrer Art in ganz Europa. In dem Komplex soll das von Mura Technology entwickelte Recyclingverfahren HydroPRS genutzt werden. HydroPRS (Hydrothermal Plastic Recycling Solution) basiert auf der CatHTR-Technologie des australischen Unternehmens Licella Holdings und nutzt Wasser, Hitze und Druck für das Recycling von gemischten Kunststoffabfällen. Dow und Mura Technology hatten im vergangenen Jahr eine Partnerschaft für den Ausbau des Kunststoffrecyclings vereinbart. Ziel ist dabei, die weltweiten Kapazitäten und finanziellen Ressourcen von Dow mit dem technologischen Know-how von Mura zu kombinieren, um mit der Anwendung von HydroPRS im industriellen Maßstab ein umfassendes Kreislaufmodell im Kunststoffsektor zu etablieren. Im Juli dieses Jahres informierten beide Unternehmen dann über Pläne zur Errichtung mehrerer neuer Kunststoffrecyclinganlagen an verschiedenen Standorten in den USA und Europa bis 2030 (siehe auch plasticker-News vom 29.07.2022). Mura Technology errichtet derzeit am britischen Standort Teesside den weltweit ersten großen HydroPRS-Komplex. Die erste Anlage soll dort im kommenden Jahr mit einer Kapazität von 20.000 Jahrestonnen in Betrieb genommen werden und Dow mit recycelten Ausgangsstoffen für die Produktion neuer Kunststoffe beliefern. Langfristig sind an dem Standort bei Middlesbrough in Nordostengland laut früheren Angaben jedoch Kapazitäten für das Recycling von jährlich insgesamt 80.000 Tonnen Kunststoffabfall geplant. Mura Technology kooperiert bei der weiteren Entwicklung und Kommerzialisierung des HydroPRS-Verfahrens u.a. auch mit der US-amerikanischen KBR, die als Engineering-Partner auch am Bau entsprechender Anlagen beteiligt ist. Weitere Kooperationspartner von Mura sind u.a. Chevron Phillips Chemical (CPChem), der südkoreanische Chemiekonzern LG Chem und das deutsche Kunststoffunternehmen Igus. Dow wiederum verfolgt im Bereich Kunststoffrecycling u.a. auch gemeinsame Projekte mit dem US-Unternehmen Nexus Circular und der französischen Valoregen. Weitere Informationen: www.dow.com, www.muratechnology.com |
Dow, Midland, Michigan, USA + Mura Technology, Großbritannien
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