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Saugrohr mit integriertem Ladeluftkühler macht Motoren spritziger Marco Barbolini, Röchling Automotive AG & Co. KG Das Saugrohr mit integriertem Ladeluftkühler macht Motoren spritziger, weil über 40 Prozent Luftvolumen entfallen. Entsprechend sinkt der Bauraumbedarf. Ferner spart die Integration über 20 Prozent an Teilen, Gewicht sowie an den entsprechenden Kosten. Die Fehleranfälligkeit geht ebenfalls zurück. Dichtigkeit, Gleichverteilung der Luft, Temperatur- und Berstdruckbeständigkeit sowie die unterschiedliche Temperaturausdehnung von Metall und Kunststoff stellten bei der Realisierung für Röchling Automotive eine große Herausforderungen dar. ![]() Konventionelle Ansaugstrecke mit Ladeluftrohren, heiße und kalte Seite, sowie weit abgesetztem Ladeluftkühler ![]() Neue Topologie der Ansaugstrecke mit Ladeluftkühler in Saugrohr integriert spart 40 Prozent Luftvolumen und Bauraum sowie 20 Prozent an Teilen, Gewicht und Kosten Die Gleichverteilung der Luft wird bei der Saugrohrentwicklung mit leistungsfähigen CFD-Programmen optimiert. Die Computational-Fluid-Dynamics-Berechnungen sind mit integriertem Wärmetauscher allerdings noch um ein Vielfaches komplexer als bei einem konventionellen Saugrohr. Gleichzeitig ist der Anspruch an die Gleichverteilung höher. Es muss nicht nur eine für alle Zylinder gleiche Luftmenge, sondern auch eine weitgehend übereinstimmende Lufttemperatur erreicht werden. Unabhängig von Umgebungs-, Motor- und Kühlmitteltemperatur. Die hohen Temperaturen gehen mit hohen Drücken einher, beides aber nicht konstant, sondern mit den Lastwechseln veränderlich. Mittels aufwändiger Berechnungsmodelle simulierten die Ingenieure von Röchling Automotive die dynamischen Belastungen. Für Saugrohr und Wärmetauscher gleichermaßen. Druckwechseltests bestätigten die Konstruktion. "Am Ende hatten wir für alle Extremfälle Sicherheit. Ohne Mehrgewicht", erinnert sich Barbolini. "Das zeigt wie viel mit intelligenter Geometrie möglich ist. Verstärkungen und Ausdünnungen folgen möglichst genau den an jedem Punkt vorherrschenden Lastpfaden. Genau wie in der Natur, beispielsweise bei Vogelknochen." Die schnell wechselnden Umgebungs- und Betriebsbedingungen belasten das Kunststoffgehäuse und den Aluminiumwärmetauscher aufgrund ihrer unterschiedlichen, materialspezifischen Temperaturausdehnung zusätzlich. "Wir kompensieren die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten größtenteils mit einem Luftspalt“, erläutert Barbolini. „Aber an den Kontaktflächen bleibt das Problem bestehen. Nachdem sich auch das als beherrschbar erwiesen hat, ist der Trend zu diesem Konstruktionsprinzip überall zu verzeichnen. Das war ein echter Durchbruch." Röchling Automotive AG & Co. KG Richard-Wagner Str. 9 Tel.: +49 (0) 621 44055 0 Internet: www.roechling.de |
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