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11.06.2026, 10:55 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten    

ifo: Materialengpässe bremsen Industrieproduktion und treiben Verbraucherpreise

Der Materialmangel wirkt sich negativ auf die Industrieproduktion aus und erhöht die Preise langfristig. Dies zeigt eine neue Studie des ifo Instituts. Demnach führen unerwartete Materialengpässe zu einem kurzfristigen Rückgang der Industrieproduktion um 2,4 Prozent. „Unerwartete Störungen von Lieferketten können Unternehmen und Wirtschaft erheblich belasten. Besonders lange spüren es die Verbraucher, da die Preise auch Jahre nach dem Engpass steigen“, sagt ifo-Forscherin Lara Zarges. Besonders stark ist der Einbruch der Produktion in der Automobilindustrie. Die stärksten Preiseffekte sind in der Holz- und Pharmaindustrie zu beobachten.

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Mit Blick auf die Produktion bremsen zunehmende Materialengpässe die Produktion sofort, sie steigt aber bei verfügbarem Material erst langsam wieder auf das frühere Niveau. „Kurzzeitige Entspannungen in der Materialverfügbarkeit reichen daher nicht aus, um die Produktionsverluste auszugleichen“, sagt ifo-Forscherin Friederike Fourné. Noch zwei Jahre nach einem negativen Schock liegt die Industrieproduktion insgesamt 0,5 Prozent unter dem Niveau, das in einem Szenario ohne Materialengpassschock eingetreten wäre.

Die Erzeugerpreise und Rohstoffpreise erreichen ihren stärksten Preisanstieg etwa ein Jahr nach dem Schock mit etwa 0,3 Prozent (Erzeugerpreise) und 0,6 Prozent (Rohstoffpreise). Am längsten spürbar bleibt der Materialengpass bei den Verbraucherpreisen. Selbst zwei Jahre nach den Engpässen steigen die Verbraucherpreise um rund 0,1 Prozentpunkte pro Quartal.

Die Autorinnen nutzen die monatlichen ifo-Unternehmensbefragungen im Verarbeitenden Gewerbe für den Zeitraum 2002 bis Mitte 2025. Monatlich beantworten zwischen 2.000 und 5.000 Betriebe die Umfrage. Die Studie betrachtet dabei nur unerwartete und kurzfristige Schocks durch Materialmangel. Die Auswirkungen dieser Schocks wurden mit Blick auf Industrieproduktion, Erzeugerpreisindex, Rohstoffpreisindex und Verbraucherpreisindex untersucht.

Weitere Informationen: www.ifo.de

ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V., München

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