| 22.11.2012, 06:01 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Wie der Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. im GKV (GKV/TecPart) mitteilt, wurde die DIN-Norm 16901 auf Basis des TecPart-Leitfadens überarbeitet und soll im Frühjahr 2013 als DIN 16742 mit vielen praxisgerechten Formulierungen für Konstrukteure von Kunststoffteilen erscheinen (siehe auch plasticker-News vom 26.10.2012). Die DIN 16901 hat fast vierzig Jahre die Größe der zulässigen Toleranzen für Kunststoff-Formteile festgelegt. "Diese basierte auf Untersuchungen, die Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts durchgeführt worden sind", erläutert Dipl.-Ing. Dirk Falke, Sachverständiger für Kunststofftechnik und Obmann des Arbeitsausschusses zur Schaffung der Nachfolgenorm der DIN 16901, den Hintergrund. Die fehlende Überarbeitung der Norm führte laut TecPart schließlich zu diversen Verwerfungen. Industriezweige wie beispielsweise die Automobilindustrie hätten sich von der Norm vor rund zwanzig Jahren abgewendet und einzelne Länder führten eine Weiterentwicklung der Norm durch, um sie anwendbar zu halten. Dies sei schon damals mit dem Hinweis auf den veralteten Inhalt der Norm geschehen. Das Fehlen der CAD-Techniken, nur 43 Materialien als Grundlage und das Fehlen der heutigen Kenntnisse der Messmöglichkeiten seien nur die wichtigsten Merkmale, die es zu überarbeiten bzw. integrieren gab. Anlass für GKV/TecPart, sich vor mehr als sieben Jahren an die Überarbeitung der Norm zu machen, nachdem mehrere Anläufe des DIN gescheitert seien. Anfang 2009 hat der Trägerverband des GKV (Gesamtverband der Kunststoff verarbeitenden Industrie) einen Verbandsstandard "Formteilentwicklung und Werkzeugbau – Grundsätze zur Konzeption und Tolerierung" veröffentlicht, worauf im Oktober 2009 die alte Norm zurückgezogen wurde. Der nun vorliegende Normentwurf E DIN 16742 hat diesen Leitfaden im Wesentlichen als Grundlage. Die DIN 16901 mit zuletzt fünf Seiten konnte die heutigen Anforderungen längst nicht mehr abdecken. Allein der Umfang der neuen Norm mit 32 Seiten macht deutlich, dass sich in den letzten 15 Jahren in der Kunststoffverarbeitung und in der Kunststoffteilekonstruktion einiges getan hat. Mit der neuen Norm seien zwei Ziele verfolgt und nun verwirklicht worden. Erstens einen anerkannten Standard für die Konstruktion, Tolerierung und Vermaßung von Kunststoffteilen zu schaffen und zweitens auf die Besonderheit des Materials einzugehen und damit auch dem nicht so kunststoffnahen Konstrukteur ein Verständnis für das zukünftige Produkt zu geben. Zum Beispiel sei die völlig veraltete Formstofftabelle durch ein einfaches Einstufungsverfahren ersetzt worden, das Material- und Verfahrenseinflüsse berücksichtige und von jedem Nutzer selbst durchgeführt werden könne. Damit werde einerseits die Größe der technologisch machbaren Toleranz bestimmt und andererseits der mobilisierbare Fertigungs- und Prüfaufwand bei kleineren Toleranzen eingestuft. Erstmals finde auch die für Kunststoff typische Schwindung Berücksichtigung in der Norm. Weiterhin enthalte die Norm eine Vielzahl von Hinweisen zur reproduzierbaren Produktion von maßhaltigen Kunststoffteilen. Fachlich fundiert arbeitende Besteller von Kunststoffteilen, Kunststoffverarbeiter und Werkzeugmacher sollen qualifizierte Unterstützung ihrer Argumente in dieser Norm finden können. Das sei dem Arbeitsausschuss bei der DIN wichtig gewesen und spiegele sich auch in der Zusammensetzung wieder. So seien u.a. Praktiker aus allen großen, in Deutschland ansässigen Fahrzeugherstellern, bedeutenden Zulieferern der Tier 1- und Tier 2-Ebene mit eigener Kunststoffverarbeitung, Unternehmen aus dem Bereich der Elektrotechnik sowie renommierte Spezialisten von Instituten an der Überarbeitung beteiligt gewesen. Weitere Informationen: www.gkv.de, www.tecpart.de |
GKV-TecPart - Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V., Frankfurt a.M.
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