| 15.11.2012, 06:01 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
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![]() v.l.: Dr. Michael Thielen (bioplastics MAGAZINE), Udo Gaumann (Takata), Prof. Hans-Josef Endres (IfBB Hannover - (Bild: European Bioplastics). Der 7. Bioplastics Award, präsentiert vom Branchenorgan bioplastics MAGAZINE, geht an die Takata AG und an das IfBB Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe. Die begehrte Trophäe wurde am im Rahmen der 7. European Bioplastics Conference in Berlin übergeben (siehe auch plasticker-News vom 8.11.2012). Der jährliche Bioplastics Award wurde im Jahr 2006 vom englischen Fachmagazin European Plastics News ins Leben gerufen. Er zeichnet Innovationen, Erfolge und Leistungen von Unternehmen und Institutionen im Bereich der Biokunststoffe aus. In diesem Jahr hat die fünfköpfige Jury aus Hochschule, Presse und Verbänden aus Amerika, Europa und Asien gleich zwei erste Preise vergeben. Beide Vorschläge kommen aus dem Bereich Automotive und lagen in der finalen Entscheidung gleichauf. Für die Juroren war von besonderer Bedeutung, dass beide Automobil-Entwicklungen das große Potenzial biobasierter Kunststoffe aufzeigen. Mit der Zielsetzung Gewicht zu reduzieren und den Verbrauch fossiler Energie und somit den Beitrag zur globalen Erwärmung zu minimieren, werden beide Projekte als hervorragende und wegweisende Beispiele für innovative Ansätze hervorgehoben. Beide zeigen demnach die Vielseitigkeit, die biobasierte Kunststoffe mit und ohne Naturfaserverstärkung heute und in Zukunft bieten. Takata AG: Lenkrad- und Airbag Demonstrator komplett aus Biokunststoffen Der vorgeschlagene Demonstrator ist ein komplettes reales Lenkrad-System, das entwickelt wurde, um die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Biokunststoffen in derart sensiblen Produkten wie Airbag und Lenkrad-Systemen zu präsentieren. Um eine integrierte Lösung zu erhalten wurden die verfügbaren Biokunststoffe den Anforderungen entsprechend verglichen (Benchmark) und die am besten geeigneten Biokunststoffe ausgewählt und Bauteile gefertigt. Anschließend wurden die Komponenten nach den Spezifikationen der Autoindustrie geprüft, um die Eignung der Materialien für den Einsatz in Lenkradsystemen zu verifizieren. Einige der Komponenten sind inzwischen gemäß dieser Spezifikationen freigegeben, andere werden derzeit noch geprüft. Für bestimme Anwendungen müssen die Spezifikationen der Automobilindustrie ggf. angepasst werden, natürlich ohne die Sicherheitsaspekte zu vernachlässigen. Die haptischen und optischen Anforderungen an den Schaum des Lenkradkranzes könnten aber zum Beispiel geringfügig an die Eigenschaften geeigneter Biokunststoffe angepasst werden. Mit diesem Projekt unterstreicht Takata seine Kompetenz bei der Entwicklung biobasierter Lenkrad- und Airbagsysteme und unterstützt seine Kunden, die technischen Grenzen von Biokunststoffen zu identifizieren. Über die Takata AG Takata begann 1933 als Hersteller von gewebten Textilien. In den 1950ern began man mit der Entwicklung von Sicherheitsgurten für Automobile, es folgten Airbags, Kinderrückhaltesysteme und weitere Sicherheitsprodukte. Heute hat Takata 46 Standorte in 17 Ländern weltweit. Takata betreibt integrierte Systeme für Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Das Unternehmen ist spezialisierter Lieferant für Automotive Sicherheits Systeme und versorgt seine Kunden mit Automotive Sicherheits Komponenten. IfBB - Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe: Biobasierte Heckklappe eines Rennwagens Die biobasierte Heckklappe des ´Bioconcept Car´-Rennwagen des Rennteams Four Motors ist ein Teil eines gemeinsamen vom deutschen BMELV/FNR unterstützten Vorhabens, so viele Autobauteile wie möglich in biobasierten Kunststoffen darzustellen. Der Fokus liegt auf der Entwicklung nachhaltiger Teile für die Automobilindustrie im Hinblick auf eine zukunftssichere Mobilität. Die Heckklappe, wird nun aus Leinen (Flachs-Faser) und Epoxidharz aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Der Anteil biobasierter Komponenten im Harz liegt derzeit bei 30 - 35% (zusammen mit den Fasern bei ca. 65%), wobei das IfBB bestrebt ist, dieses Verhältnis mit Blick auf die Materialeigenschaften zu erhöhen. Die Flachsfasern werden in einer speziellen Köper-Bindung verwoben, die es erlaubt, den Stoff relativ genau in die gewünschten 3D-Formen zu drapieren. Derzeit noch von Hand laminiert, da nur einige wenige Teile für den Rennwagen benötigt werden, untersucht das IfBB natürlich auch serientaugliche Fertigungsmethoden wie den Spritzguss für thermoplastische naturfaserverstärkte Biocomposites. Zu den weiteren Komponenten (bereits existierend, in der Entwicklung oder geplant) gehören Türen, Motorhaube, Unterboden (Diffusor) Front-End (Diffusor), Spiegelgehäuse, verschiedene technische Boxen, Tankdeckel, Abdeckung der Lenksäule, Lampengehäuse und vieles mehr. Über das IfBB Hannover Das IfBB - Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe gehört zur Fakultät II - Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik der Hochschule Hannover am Standort Ahlem und wurde am 1. November 2011 gegründet. Die Forschungsschwerpunkte am IfBB sind die Entwicklung, Verarbeitung und industrielle Nutzung von Biokunststoffen und Bioverbundwerkstoffen. Das Team um Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres arbeitet dabei eng mit der Industrie zusammen. Entlang der gesamten Prozesskette, d.h. von der chemischen Werkstoff- und Rezepturentwicklung über die Maschinenhersteller und Prozessoptimierung bis zu den Biokunststoff verarbeitenden Betrieben und den Anwendern, wie beispielsweise die Automobilindustrie sowie Unternehmen im Bereich der Entsorgungswirtschaft, findet eine intensive Kooperation statt. Weitere Informationen: www.bioplasticsmagazine.de, www.ifbb-hannover.de, www.takata.com |
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