| 25.10.2021, 13:18 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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![]() Marmorierte Rucksack Schnalle aus 100 Prozent Post-Consumer Rezyklat von HolyPoly - (Bild: HolyPoly). Die mehrfach ausgezeichnete Technologie des Robotised Injection Moulding („Robin“) von Anybrid setzt auf minimalistische Werkzeugsysteme und eine ressourceneffiziente Verarbeitung der Kunststoffe. Jan Luft, Mitgründer und Leiter Forschung und Entwicklung bei Anybrid: „Unser Anlagenkonzept basiert darauf, mit minimalem Energieeinsatz möglichst viel Output zu generieren. Deshalb setzen wir im lasttragenden Schließsystem unserer Anlage auf Leichtbautechnologien und -werkstoffe.“ In einer ersten orientierenden Pilotstudie wurde das „Robin“-System verwendet, um verschiedene fasergefüllte Thermoplaste sowie deren Recyclingmaterial nach mehrfachen Aufbereitungen zu verarbeiten und Prüfkörper herzustellen. Nach dem Testen der entsprechenden Prüfkörper am ILK wurden die Materialien bei HolyPoly wieder zerkleinert und zu Mahlgut aufbereitet. So konnten zum Beispiel die mechanischen und rheologischen Eigenschaften in Abhängigkeit der Anzahl an Aufbereitungszyklen durch das umfangreiche Equipment des ILK zur Materialprüfung bewertet werden. Diese zirkuläre Testserie wurde sowohl an einer klassischen schneckenbasierten Spritzgießmaschine als auch mit dem „Robin“ System, welches ein energieeffizientes Kolbenspritzaggregat verwendet, durchgeführt. Wesentliches Ergebnis der Studie ist die Quantifizierung des Degradationsverhaltens der Rezyklate, das vorwiegend auf die geringeren Faserlängen zurückzuführen ist. Dies verursacht wiederum eine verbesserte Fließfähigkeit des Kunststoffs und eine Reduzierung der mechanischen Eigenschaften. So konnte etwa bei einem glasfasergefüllten Polyamid 6 nach zehn Verarbeitungszyklen eine Degradation der mechanischen Eigenschaften (Festigkeit und E-Modul) um ca. 43,8 Prozent ermittelt werden, während die Fließfähigkeit sich etwa um den Faktor 4 verbessert hat. Bei der Gegenüberstellung der beiden Maschinentechniken konnte zudem festgestellt werden, dass die Degradation mit dem „Robin“ System um bis zu 15 Prozent geringer ist. Auch bei der näheren Analyse der Faserlängen nach mehreren Verarbeitungen konnte herausgestellt werden, dass die Länge bei der zweiten Verarbeitung stark reduziert wird, während die weiteren Verarbeitungszyklen nur geringfügig Einfluss haben. Dieses Vorgehen soll nun systematisch auf weitere Materialien übertragen werden, um ein umfangreiches Verständnis über das Verhalten der Thermoplaste bei mehrfachen Aufbereitungen zu haben. Prof. Maik Gude vom ILK: „Gerade auf dem Weg hin zu einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe gilt es zu verstehen, wie die einzelnen Prozess- und Recyclingschritte die Eigenschaften beeinflussen, um Unsicherheiten zu quantifizieren und bei der industriellen Anwendung abzubauen.“ Genau in diesem Umfeld entwickeln die Ingenieure von HolyPoly für ihre Kunden nachhaltige Kunststoffprodukte, die aus Rezyklaten hergestellt werden. Ein aktuelles Beispiel ist die Entwicklung einer Gurtbefestigung für eine Tragetasche, die neben allen notwendigen mechanischen Eigenschaften zusätzlich durch die moderne Optik punktet. Pascal Haaf, Geschäftsführung von HolyPoly: „Wir arbeiten für eine Welt von morgen, in der das Recycling von Kunststoffen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel ist. Unser Ziel sind nachhaltige Kunststoffprodukte: 100 Prozent recycelt und 100 Prozent recyclingfähig.“ Weitere Informationen: |
Anybrid GmbH + HolyPoly GmbH + Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik, Dresden
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