| 08.08.2024, 11:00 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Abfälle aus Polyolefinen werden größtenteils nur thermisch verwertet. Dabei dominiert das werkstoffliche Downcycling, also der Einsatz in minderwertigen Produkten wie Müllsäcken oder Parkbänken. Ein verstärktes Upcycling, also der Einsatz in gleich- oder höherwertigen Produktkategorien, ist aus ökonomischer und gesetzgeberischer Sicht dringend erforderlich. Dazu fehlen bisher Informationen über die molekulare Struktur von Polyolefin-Rezyklaten (PORez). Diese bestehende Technologielücke wollen Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF mit dem Projekt „Quantitative molekulare Charakterisierung von Polyolefin-Rezyklaten“ schließen, das durch das Programm Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert wird. Grundlage ist die 2-dimensionale Hochtemperaturflüssigkeitschromatographie (HT-2D-LC). Sie stellt eine der am weitesten entwickelten flüssigchromatographischen Methoden zur Charakterisierung von Polyolefinen dar und ist bei verarbeitenden KMU der Kunststoffindustrie weit verbreitet. Im neuen Forschungsprojekt „PORez“ werden die Fraunhofer-Experten die etablierte HT-2D-LC-basierte Arbeitsweise zu einer effizienten Methode zur Gewinnung der notwendigen Informationen für Polyolefin-Rezyklate weiterentwickeln. Neue Methode für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die Entwicklung von Protokollen für die repräsentative Probenahme und Probenvorbereitung, die Anpassung der Methodenparameter an die Durchsatzanforderungen von KMU und die Behandlung von Nebenschritten werden im Mittelpunkt stehen. Die entwickelte Methode soll anhand von realen Proben verfeinert werden. Dabei wird eine repräsentative Datenbasis über den Zusammenhang molekularer Parameter mit der Herkunft und den Verarbeitungseigenschaften von Polyolefin-Rezyklaten für den Einsatz in KMU generiert und zur Verfügung gestellt. Abgerundet wird das Paket durch Best-Practice-Beispiele, um die Implementierung der neuen Methode so weit wie möglich zu vereinfachen. Die Ergebnisse werden den Einsatz von Polyolefin-Rezyklaten als alternative Rohstoffquelle in KMU deutlich vereinfachen und damit auch den Recyclingmarkt stärken. Die Kenntnis der Zusammensetzung von Rezyklaten bzw. eines daraus hergestellten Compounds ist nicht nur für Wareneingangs- und Warenausgangskontrollen essentiell, sondern steigert auch deutlich den Wert von Waren und Halbzeugen. Bei vorhandener Geräteinfrastruktur ist die Umsetzung der Ergebnisse niederschwellig. Auch analytische Dienstleister profitieren von den Ergebnissen, wenn sie diese in ihr eigenes Methodenportfolio integrieren und die verarbeitenden KMU gezielt unterstützen. Damit wird der Transformationsprozess hin zu einem verstärkten Einsatz von Polyolefin-Rezyklaten zusätzlich gefördert. Weitere Informationen: |
Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Darmstadt
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