| 28.07.2017, 12:29 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
|
|
Der Markt für Kunststoffabfälle ist weltweit im Umbruch und hat sich von einem Anbietermarkt zu einem Nachfragemarkt gewandelt. Das für 2018 angekündigte chinesische Importverbot für Kunststoffabfälle wird diesen Trend weiter verstärken. Während die Kunststoffrecyclingunternehmen diese Entwicklung naturgemäß begrüßen, werden sich insbesondere für Sammler und Sortierer in nächster Zeit neue Herausforderungen stellen, so die Prognose des bvse-Fachverbands Kunststoffrecycling. Kunststoffabfälle: Viel Quantität – wenig Qualität Die guten konjunkturellen Bedingungen, ausgelastete Verbrennungsanlagen und deren daraus resultierendes hohes Preisniveau sorgen demzufolge dafür, dass große Mengen von Altkunststoffen in den Verarbeitungsmarkt drängen. Zusätzlich wird in vielen europäischen Nachbarländern derzeit das bestehende Kunststoffrecycling ausgebaut. Deren Verarbeitungsabfälle gelangen ebenfalls vermehrt nach Deutschland. Infolgedessen ist ein Preisverfall für Kunststoffabfälle festzustellen. Gleichzeitig seien die Kunststoffrecyclingunternehmen nun besser in der Lage, ihre Qualitätsanforderungen für das benötigte Input-Material ihrer Anlagen durchzusetzen. „Die Recycler akzeptieren nur noch die Ware, die die Obergrenzen für Fremdstoffe einhält. Problematisch ist hier auch der teilweise recht hohe Feuchtigkeitsgehalt der Kunststoffe. Stark verschmutzte Folien oder vermischte Kunststoffabfälle, die keine Abnehmer finden, können dann nur noch zu Ersatzbrennstoffen aufbereitet werden oder gelangen in die Müllverbrennung“, so die Beobachtung von bvse-Kunststoffexperte Dr. Thomas Probst. Chinesisches Importverbot wird Situation verschärfen Die Situation der Überschussmengen wird sich den weiteren Erwartungen zufolge fortsetzen und verstärken, wenn die angekündigten chinesischen Importverbote tatsächlich umgesetzt werden, da zu den hiervon betroffenen 24 Abfallarten insbesondere die Kunststoffabfälle gehören. In Fortführung ihrer Green Fence Politik hatte die chinesische Regierung schon in den letzten Jahren die Einfuhrbedingungen und Überwachungen immer weiter verschärft. Nun reagieren die Behörden mit weiteren Restriktionen und Verboten darauf, dass die zugesagten Qualitäten in den letzten Jahren kaum noch eingehalten wurden. China gilt als der wichtigste Absatzmarkt für Kunststoffabfälle; das sind vor allem die Folienabfälle und die für Kunststoffe aus der E-Schrottaufbereitung. Allein im vergangenen Jahr soll die Volksrepublik rund 7,3 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle aus den USA, Japan und Europa im Wert von rund 3,7 Mrd. US $. Importiert haben. Eine Beschränkung dieses Marktes hätte nach Einschätzung des bvse erhebliche Auswirkungen auf das weltweite Marktgeschehen und würde auch in Deutschland nicht ohne Folgen bleiben. „Es wird nahezu unmöglich sein, diese Mengen in andere Märkte umzulenken. Es ist aber nicht auszuschließen, dass es nach einiger Zeit wieder Phasen geben wird, in denen die Einfuhrverbote gelockert werden. Dies wird spätestens dann geschehen, wenn China feststellt, dass es bestimmte Materialien benötigt, weil die eigenen Sammelstrukturen noch nicht ausreichen“, erläutert Probst. Zufriedenstellende bis gute Aussichten für Recyclate und Erzeugnisse Im Gegensatz zur Sammlung und Sortierung von Kunststoffabfällen befinden sich die Kunststoffrecycler hinsichtlich Absatz- und Preissituation in ungleich besserer Lage. Sie garantieren der Kunststoff verarbeitenden Industrie Versorgungssicherheit. Auf diese Weise können Fehlmengen bei Neuware vermindert werden. Zusätzlich stabilisiert das Kunststoffrecycling Preisschwankungen bei der Primärware. In Anbetracht des anhaltenden Trends der Kunststoff verarbeitenden Industrie zu höheren Qualitäten, sind die Aufbereiter und Recycler auf eine gute Inputqualität angewiesen. Große Nachfrage gibt es nach qualitativ hochwertigen Mahlgüter und Regranulaten aus HDPE, PP und PS seitens der Kunststoff verarbeitenden Industrie. Der Absatz von Kunststofferzeugnissen, die in den Bereichen Hoch- und Tiefbau sowie Landschafts- und Gartenbau oder Wassereinbauten eingesetzt werden, profitiert von der guten Inlandsnachfrage, resümiert der bvse abschließend. Weitere Informationen: www.bvse.de |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
» insgesamt 263 News über "bvse" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
Mol Gruppe: Hauptversammlung beschließt Dividende von rund 600 Mio. Euro
Mutares: Übernahme von zwei Magna-Automobilzuliefergeschäften zur Erweiterung von Amaneos und HiLo
EMS-Gruppe: Währungsbedingter Umsatzrückgang im ersten Quartal
Meist gelesen, 10 Tage
Trinseo: Deutliche Preiserhöhungen für Polystyrol, ABS und SAN
Feddersen Group: Gebündelte Recyclingkompetenz
EMS-Gruppe: Währungsbedingter Umsatzrückgang im ersten Quartal
Mutares: Übernahme von zwei Magna-Automobilzuliefergeschäften zur Erweiterung von Amaneos und HiLo
Uhde Inventa-Fischer: Neue PET-Anlage für türkischen Verpackungshersteller Köksan
Meist gelesen, 30 Tage
Domo: Leunaer Werk durch Übernahme gesichert - Künftige Firmierung unter Leuna-Polyamid GmbH
ASS Maschinenbau: Dr. Andreas Külschbach neuer Geschäftsführer
Evosys: Vertriebspartnerschaft mit Schaeffler für Medizintechniklösungen im Osten der USA
BASF: Neuen Verbundstandort in Zhanjiang offiziell in Betrieb genommen
FACC: Rekordumsatz und Ergebnissteigerung im Geschäftsjahr 2025
Röhm: Chemisches Recycling in MMA-Anlage in Worms integriert
Meist gelesen, 90 Tage
Playmobil: Produktion in Dietenhofen wird verlagert
Terbrack Kunststoff: Insolvenzverfahren eröffnet
HydroDyn Recycling: Sanierungsverfahren eingeleitet
Dom Polymer-Technik: Insolvenzverfahren eröffnet
Ceresana: Slight market recovery for plastic pipes in Europe expected from 2026
Fischer Werkzeugbau: Einstellung des Geschäftsbetriebs – Produktionsstätte wird versteigert
Tupperware: Verkauf der Produktionsstandorte in Lateinamerika
Dann veräußern Sie diese kostenlos
in der Rohstoffbörse.
| Experimentelle und simulative Analyse der Mischwirkung in Einschneckenextrudern
|