| 29.07.2026, 08:46 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Gerresheimer veräußert die US-Tochter Centor sowie sein weltweites Geschäft mit Primärverpackungen aus Kunststoff an von Apax Partners beratene Fonds. Der vereinbarte Gesamtkaufpreis basiert auf einem kombinierten Unternehmenswert von rund 1,5 Milliarden Euro. Mit den erwarteten Erlösen will der Düsseldorfer Verpackungs- und Medizintechnikhersteller vor allem seine Verschuldung reduzieren und seine Kapital- und Finanzierungsstruktur neu ausrichten. Die endgültigen Vereinbarungen wurden von der Gerresheimer Glass Inc., der Gerresheimer Glas GmbH, der Gerresheimer Group GmbH und der Gerresheimer AG mit einer Tochtergesellschaft der Apax-Fonds geschlossen. Zu den weiteren Vertragsbedingungen machten die Unternehmen keine Angaben. Die Verkäufe von Centor und des globalen Geschäftsbereichs Primary Packaging Plastics werden rechtlich unabhängig voneinander vollzogen. Beide Transaktionen stehen noch unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen und weiteren Vollzugsbedingungen. Der Abschluss des Centor-Verkaufs ist bis zum Ende des Gerresheimer-Geschäftsjahres 2026 vorgesehen. Für das globale Kunststoffverpackungsgeschäft wird der Vollzug im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 erwartet. 16 Werke und rund 2.400 Beschäftigte betroffen Centor stellt in den USA Verpackungssysteme für die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente her. Zum ebenfalls veräußerten Bereich Primary Packaging Plastics gehören Kunststoffverpackungen für pharmazeutische und medizinische Anwendungen. Die Transaktion umfasst neben dem Centor-Werk in den USA insgesamt 15 Produktionsstandorte des Kunststoffverpackungsgeschäfts in neun Ländern. In den beiden Geschäftseinheiten waren 2025 rund 2.400 Menschen beschäftigt. Der kombinierte Jahresumsatz belief sich nach Angaben von Gerresheimer auf rund 570 Millionen Euro. Unter der neuen Eigentümerschaft sollen Centor und Primary Packaging Plastics zu einem eigenständigen Unternehmen zusammengeführt und weiterentwickelt werden. Apax kündigte Investitionen unter anderem in Produktionskapazitäten, Produktentwicklung und den Ausbau des Geschäfts in den USA an. Konkrete Angaben zum künftigen Unternehmensaufbau, zum Sitz oder zur Leitung wurden zunächst nicht gemacht. Stärkere Konzentration auf Pharma- und Biotechprodukte Gerresheimer begründet die Veräußerung mit einer stärkeren strategischen Fokussierung. Das verbleibende Geschäft soll sich insbesondere auf Verabreichungssysteme für Arzneimittel, Medizinprodukte und Primärverpackungen für injizierbare Medikamente konzentrieren. Dazu zählen unter anderem Drug-Delivery-Systeme und hochwertige Verpackungslösungen für die Pharma- und Biotechnologieindustrie. Durch den Verkauf trennt sich Gerresheimer von einem wesentlichen Teil seines Geschäfts mit standardisierten Kunststoffverpackungen. Erlöse sollen Verschuldung deutlich senken Ein zentraler Zweck der Transaktion ist die finanzielle Entlastung des Konzerns. Gerresheimer will die erwarteten Mittelzuflüsse zur Rückführung von Verbindlichkeiten einsetzen. Dadurch soll der Verschuldungsgrad erheblich sinken. Nach Angaben des Unternehmens ist der Verkauf Teil einer umfassenderen Neuordnung der Finanzierung. In Verbindung mit einer geplanten Refinanzierung sollen die Zinskosten reduziert und die Kapitalstruktur langfristig stabilisiert werden. Ergänzend setzt Gerresheimer ein Transformationsprogramm um, das den operativen Cashflow und den frei verfügbaren Mittelzufluss verbessern soll. Zur Höhe des erwarteten Nettozuflusses nach Abzug von Transaktionskosten, Steuern und weiteren Verpflichtungen machte Gerresheimer keine Angaben. Der genannte Unternehmenswert von rund 1,5 Milliarden Euro entspricht daher nicht zwangsläufig dem Betrag, der dem Konzern nach Abschluss der Verkäufe tatsächlich zur Verfügung stehen wird. Weitere Informationen: www.gerresheimer.com, www.apax.com |
Gerresheimer AG, Düsseldorf
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