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08.09.2026, 06:06 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten    

Leuna-Polyamid: Investorenprozess ohne Angebote – Anlagen sollen ab Oktober geordnet heruntergefahren werden

Die Leuna - Polyamid GmbH bereitet nach dem erfolglosen Investorenprozess das geordnete Herunterfahren ihrer Produktionsanlagen am Standort Leuna vor. Wie es in einer Presseaussendung weiter heißt, gingen innerhalb der bis Ende August gesetzten Frist keine belastbaren Angebote ein. Auch die zuletzt noch beteiligten zwei Interessenten sagten demnach ab. Die für September vorgesehene Produktion soll nach Unternehmensangaben noch umgesetzt werden, um bestehende Kundenaufträge zu erfüllen.

Das Unternehmen war im Frühjahr 2026 nach der Übernahme von Vermögenswerten der insolventen Domo Caproleuna GmbH gegründet worden. Kurz nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit belasteten deutliche Preissteigerungen und Engpässe bei wesentlichen Rohstoffen die Liquidität. Zusätzlichen Finanzierungsbedarf verursachten Vorkasseforderungen von Lieferanten. Im Juni stellte die Gesellschaft einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung.

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Mit der Suche nach einem Investor wurde Deloitte beauftragt. Ziel war ein finanzstarker Partner, der die Rohstoffbeschaffung absichert, eine höhere Auslastung der Anlagen ermöglicht und damit die wirtschaftliche Basis des Standorts verbessert. Nach Angaben von Leuna - Polyamid scheiterte der Prozess vor allem an den Risiken auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten.

Als wesentlicher Kostenfaktor wird die Entwicklung der Erdgaspreise genannt, die für Energie-, Wasserstoff- und Ammoniakkosten relevant sind. Seit dem Antrag auf Eigenverwaltung seien die maßgeblichen Erdgasmarktpreise nochmals um rund 80 Prozent gestiegen. Auf der Absatzseite belasteten eine schwache Nachfrage und Unsicherheiten über zunehmende Importe aus China die Perspektiven. Versuche, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gemeinsam mit Unterstützern so anzupassen, dass ein Einstieg der verbliebenen Interessenten möglich wird, blieben ohne Ergebnis.

Mit der erwarteten Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang Oktober soll der Abfahrbetrieb beginnen. Für das kontrollierte Herunterfahren der Anlagen sind nach Unternehmensangaben etwa 15 bis 20 Tage vorgesehen. Danach folgen Maßnahmen zum Entleeren und Reinigen der Anlagen. Der weitere Ablauf hängt insbesondere von behördlichen Anforderungen ab.

Für diese Arbeiten soll die Belegschaft zunächst weiter eingesetzt werden. Parallel will das Unternehmen gemeinsam mit der Arbeitsagentur und Unternehmen am Chemiestandort Leuna nach Anschlussbeschäftigungen für die Mitarbeiter suchen.

Die Entwicklung betrifft einen Standort der Polyamid-6-Wertschöpfungskette in Deutschland. Die frühere Domo Caproleuna GmbH betrieb in Leuna eine integrierte Produktion von chemischen Zwischenprodukten bis hin zu Caprolactam. Das geplante Herunterfahren ist daher nicht nur insolvenzrechtlich, sondern auch mit Blick auf die europäische Versorgung mit Vorprodukten für Polyamid 6 von Bedeutung.

Leuna-Polyamid GmbH, Leuna/Halle (Saale)

» insgesamt 45 News über "Leuna-Polyamid GmbH" im News-Archiv gefunden

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