| 04.09.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Envalior stellt auf der Fakuma 2026 die Zusammenarbeit mit Secara zur Entwicklung von kreislauffähigem PA6 für Automobilanwendungen vor. Im Mittelpunkt steht ein chemisches Recyclingverfahren, mit dem Kunststoffabfälle aus Altfahrzeugen in Caprolactam zurückgeführt und anschließend erneut für die PA6-Produktion genutzt werden sollen. Grundlage ist ein von Secara entwickeltes katalytisches Depolymerisationsverfahren. Es soll technische Polymere aus gemischten und verunreinigten Abfallströmen selektiv in ihre Ausgangsmoleküle zerlegen. Nach Angaben des Unternehmens kann das Verfahren auch Stoffströme verarbeiten, die Glasfasern, Flammschutzmittel, weitere Additive oder Verunreinigungen enthalten. Damit adressiert Secara insbesondere Abfälle aus Altfahrzeugen, die aufgrund ihrer Zusammensetzung für das werkstoffliche Recycling nur eingeschränkt geeignet sind. Der zunächst auf PA6 ausgerichtete Prozess soll Caprolactam aus Post-Consumer-Abfällen in einer Qualität erzeugen, die einen direkten Einsatz in bestehenden Polymerisationsprozessen ermöglicht. Envalior und Secara verfolgen dabei einen "Drop-in"-Ansatz: Das zurückgewonnene Monomer soll ohne Änderungen an den vorhandenen Produktionsanlagen in die PA6-Herstellung einfließen können. Auch Anpassungen an Bauteilkonstruktionen oder Qualifizierungsverfahren sollen möglichst vermieden werden. Die beiden Unternehmen arbeiten nach eigenen Angaben bereits seit rund einem Jahr an der Entwicklung. Mit einer Absichtserklärung wurde die Zusammenarbeit nun formalisiert. Im nächsten Schritt sollen Verfahren zur Integration des zurückgewonnenen Caprolactams in technische PA6-Werkstoffe getestet und validiert werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Verhältnis zwischen erforderlicher Monomerreinheit, Materialeigenschaften und Prozesskosten. Anforderungen der Altfahrzeugverordnung im Blick Mit dem vorgestellten Ansatz reagieren die Unternehmen auf die geplanten Vorgaben der europäischen "End-of-Life Vehicles Regulation" (ELVR). Nach Angaben von Envalior soll sechs Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung ein Anteil von mindestens 15 Prozent der in Neufahrzeugen eingesetzten Kunststoffe aus Recyclingquellen stammen. Nach zehn Jahren soll dieser Anteil auf 25 Prozent steigen. Zusätzlich sollen 20 Prozent des vorgeschriebenen Recyclinganteils aus geschlossenen Kreisläufen stammen. Gemeint sind Kunststoffe, die aus Altfahrzeugen oder aus während der Nutzungsphase ausgebauten Fahrzeugteilen zurückgewonnen werden. Gerade bei technischen Kunststoffen mit hohen Anforderungen an mechanische und thermische Eigenschaften sehen Envalior und Secara chemische Recyclingverfahren als Ergänzung zum werkstofflichen Recycling. Ziel der Kooperation ist deshalb, zurückgewonnenes Caprolactam für technisch anspruchsvolle PA6-Anwendungen im Automobilbereich nutzbar zu machen, ohne die Eigenschaften der daraus hergestellten Werkstoffe gegenüber konventionellem PA6 wesentlich einzuschränken. Perspektivisch soll das Ausgangsmaterial über das PA6-Portfolio von Envalior für Automobilanwendungen eingesetzt werden können. Neben dem Polymeranteil adressiert das Secara-Verfahren auch weitere Bestandteile der Abfallströme. So sollen enthaltene Glasfasern zurückgewonnen und als Sekundärrohstoff genutzt werden können. Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle B4, Stand 4302 Weitere Informationen: envalior.com, www.secara.tech |
Envalior GmbH, Düsseldorf
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