| 22.03.2018, 09:21 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die ELS Europäische LizenzierungsSysteme GmbH hat am 15. März 2018 einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, ordnete das zuständige Amtsgericht Bonn am 19. März 2018 die vorläufige Sachwaltung über das Vermögen des Unternehmens an. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Düsseldorfer Sanierungsspezialist Rechtsanwalt Rüdiger Weiß von der Kanzlei WallnerWeiß bestellt. ELS, gegründet im Jahr 2008 als Komplettanbieter von Lösungen zur Umsetzung der Verpackungsverordnung, ist seit dem Jahr 2015 als duales System im Markt für Verpackungsentsorgung tätig. Als Full-Service-Dienstleister bei der Verpackungslizenzierung bietet sie ihren Kunden mit dem eigenen dualen System ELS Dual eine umfassende und rechtssichere Beratung, Lizenzierung und Dokumentation in allen europäischen Märkten zur rechtskonformen Erfüllung der jeweiligen Gesetze und Verordnungen. Nach der Verpackungsverordnung sind Unternehmen, die Verpackungen in Verkehr bringen, dazu verpflichtet, sich an einem flächendeckenden System zur Entsorgung von Verpackungen zu beteiligen. Diese Systeme werden auch als duale Systeme bezeichnet, weil sie zusätzliche Entsorgungssysteme neben der kommunalen Abfallentsorgung sind. Im deutschen Markt gibt es zehn bundesweit zugelassene duale Systeme. Diese Unternehmen schließen mit den kommunalen Abfallentsorgern Verträge zur Sammlung, Sortierung und Verwertung der Verpackungen. Die Hersteller von Gütern zahlen für jede Verkaufsverpackung Lizenzgebühren an das jeweilige duale System, das dann mit diesen Gebühren die Gelben Tonnen und Säcke sowie die Sammlung, Sortierung und Verwertung der Wertstoffe finanziert. Als wesentliche Krisenursache sieht Geschäftsführer Sascha Schuh das Versagen des Marktes für Verpackungsentsorgung in Deutschland: „Von Beginn an hat es erhebliche finanzielle und strukturelle Probleme bei der Erfassung und Verwertung von Verkaufsverpackungen gegeben. Da in Deutschland nur die dualen Systeme und nicht die Inverkehrbringer streng kontrolliert werden, tragen insbesondere Trittbrettfahrer des Systems seit Jahren zu enormen Liquiditätsproblemen der dualen Systeme bei. Das sind diejenigen Unternehmen, die nicht lizenzierte Verpackungen in den Markt bringen, für deren Entsorgung also nicht gezahlt wurde. Ein Konzept, bei dem die Ausgaben höher sind als die Einnahmen, kann nicht funktionieren. Dazu kommen extrem volatile Preise für Sekundärrohstoffe, wechselnde und wegfallende Absatzmärkte sowie konstant steigende Preise für Entsorgungsdienstleistungen“, so Schuh weiter. Bereits im November 2017 hat die ELS einen M&A-Prozess eingeleitet, der sich aufgrund der Komplexität verzögerte. Entsprechend war die Geschäftsführung zur Sicherung des Sanierungserfolges gezwungen, den Schutz des gerichtlichen Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung zu beantragen. Die ELS Europäische LizenzierungsSysteme GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der Ascon Holding GmbH. Weder die Töchter noch die Ascon Holding sind den Angaben zufolge von der gerichtlichen Sanierung betroffen und können ihren Geschäftsbetrieb demnach störungsfrei und uneingeschränkt fortsetzen. Weitere Informationen: www.els-systeme.de |
ELS Europäische LizenzierungsSysteme GmbH, Bonn
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